Flüchtlingshelfer werben bei Informationsabend in Affinghausen um Mitstreiter

„Brauchen mehr Ehrenamtliche“

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Zu den Teilnehmern zählten die beiden afghanischen Familien, die seit vergangener Woche in Affinghausen wohnen.

Affinghausen - „Der Flüchtlingsstrom hat auch Affinghausen erreicht“, stellte Bürgermeister Jürgen Köberlein eingangs der Informationsveranstaltung am Mittwochabend im Gasthaus Bensemann fest. Dazu begrüßte er knapp 30 Teilnehmer, „und ganz besonders die zwei Familien, die seit vergangener Woche in Affinghausen wohnen.“

Yvonne Rademacher hatte die Flüchtlinge aus Afghanistan dazugebeten, um ein erstes Kennenlernen zu ermöglichen, vielleicht vorhandene Berührungsängste abzubauen. Sie haben zwei der insgesamt neun Wohnungen in der Gemeinde Affinghausen bezogen, in denen die Samtgemeinde Schwaförden Asylbewerber unterbringen wird.

Rademacher, bislang als Schulsozialpädagogin und seit Anfang des Jahres auch für die Flüchtlingsbetreuung von der Samtgemeinde angestellt, wird diese Aufgaben bereits im April abgeben, da sie sich beruflich neu orientiert hat – „ehrenamtlich werde ich mich aber weiter engagieren“, kündigte sie an. Ebenso wie Klaus Bochow und Siegfried Behrens aus dem Kreis der Flüchtlingshelfer in der Samtgemeinde: Alle drei warben an diesem Abend um Unterstützung aus den Reihen der Einwohner Affinghausens. „Wir brauchen mehr Ehrenamtliche“, betonte Yvonne Rademacher. „Wenn sie sich integrieren sollen, müssen die Flüchtlinge die Chance bekommen, das Leben in Deutschland kennenzulernen.“ Sie seien vor allem aufgrund der Sprachbarriere und der kulturellen Unterschiede auf Hilfe angewiesen. „Es strömt viel auf die Menschen ein, die durch die Flucht emotional angegriffen sind und lange in Auffanglagern untergebracht waren.“ Wie trennt man den Müll, welche Lebensmittelprodukte enthalten kein Schweinefleisch, wo bekommt man eine Prepaidkarte für das Handy, um die Angehörigen in der Heimat zu erreichen? Mit den Familien zum Einkaufen fahren, ihnen zeigen, dass der teure Tee oben, der günstige unten in den Regalen liegt, mit ihnen das Osterfeuer besuchen „oder sie mal zum Kaffeetrinken einladen“, nannte Rademacher Beispiele, wie man den Flüchtlingen helfen kann. Siegfried Behrens ermunterte die Teilnehmer, von sich aus auf sie zuzugehen, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie willkommen sind – auch wenn die Verständigung auf Englisch nicht funktioniere, mit Händen und Füßen und vielleicht einer Übersetzer-App auf dem Smartphone komme der Kontakt in Gang.

Die Flüchtlingshelfer in der Samtgemeinde unterstützen sich gegenseitig, tauschen Erfahrungen aus – etwa per E-Mail-Verteiler, bei monatlichen Treffen im Schwafördener Rathaus (das nächste Mal am Montag, 11. April, 18 Uhr) und beim „Café International“ (Freitag, 1. April, 15.30 Uhr, im Gemeinderaum der Kirchengemeinde in Schmalförden).

Das Engagement sei auch für die Ehrenamtlichen selbst eine Bereicherung, versicherte Yvonne Rademacher: „Es ist spannend, die andere Kultur kennenzulernen und festzustellen, dass viele Vorurteile, die wir im Kopf haben, nicht stimmen.“

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