500 Jahre Ortsgeschichte: „In Stocksdorf lässt es sich gut leben“

Ein Fest im Dorf – für das Dorf

Enthüllung des Gedenksteins: Frieda Stubbe mit Tochter Elfriede Klusmann und Günter Wohlers. Fotos: mks

Stocksdorf - Von Martina Kurth-schumacher. Ein Fest im Dorf und ein Fest für das Dorf sollte die Jubiläumsfeier werden. Die Rechnung der Initiatoren ging auf: Auf dem neu gestalteten Dorfplatz fanden sich am Sonntag mehrere hundert Gäste ein, um das 500-jährige Bestehen des Ehrenburger Ortsteils Stocksdorf gemeinsam zu begehen.

Die Stocksdorferinnen Dörte Meyer und Claudia Willenborg, Mitglieder des Gemeinderats, begrüßten die große Festgesellschaft. Namentlich nannten sie Frieda Stubbe (99), Pauline Schmidt (1) und Tamme Emigholz (1) als älteste und jüngste Einwohner. Im launigen Dialog gingen sie auf die Besonderheiten der Ortsgeschichte ein. Sie erwähnten etwa die Badeanstalt, die Gerichts- und Hinrichtungsstätte, das Züchtigungsbuch der Schule, Stocksdorfer „Auswanderer“ sowie Möglichkeiten der Freizeitgestaltung damals und heute. Ihre Quintessenz: „In Stocksdorf lässt es sich gut leben“

„Die Gemeinde Ehrenburg ist stolz auf ihre Ortschaft Stocksdorf. Wir freuen uns mit euch“, betonte Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher in seinem Grußwort. Man habe sich zum Ziel gesetzt, als Gemeinde weiter zusammenwachsen. Dennoch sei es wichtig, dass jede der vier bis zur niedersächsischen Gebietsreform 1974 selbstständigen Ortsteile seine eigene Historie und sein individuelles Profil behalte. „Ihr Stocksdorfer stellt heute nachdrücklich und für jeden sichtbar unter Beweis, dass ihr eure Individualität nicht verloren habt“, bescheinigte er den Jubilaren.

Vieles, was die Ortschaft lebenswert mache, hätten sie durch gemeinsame Anstrengungen erreicht. Im Zweifelsfall hätten die Bürgerinnen und Bürger im Laufe der wechselvollen Geschichte zusammengestanden und gemeinsam für eine Verbesserung ihrer Lebensqualität gestritten. Schumacher: „Ich wünsche euch, dass ihr euch auch künftig auf diese Kraft der Gemeinschaft besinnt.“

Am Nachmittag trugen die Schmalver Buddelschippers unter der Leitung von „Kapitänin“ Inge Nickel mit einem bunten Repertoire von Seemannsliedern, Shanties und Sailor Songs zur Unterhaltung der Gäste bei. Marco Löhmann, Inge Linz, Dominic Lüdeke und Günter Wohlers, Cheforganisatoren der Jubiläumsfeier, zeigten sich überwältigt von der Resonanz auf das Dorffest. Löhmann dankte dem großen Unterstützerkreis des Planungsteams für gute Ideen und Hilfe bei der Planung und Durchführung sowie den örtlichen Gewerbetreibenden und dem Heimatverein für ihre Sachspenden. Letzteren sei die gelungene Umgestaltung des Dorfplatzes zu verdanken.

„Die Überschüsse des heutigen Tages werden in Projekte für das Dorf fließen; was genau das sein wird, stimmen wir im Herbst ab“, kündigte Löhmann an. Den von Arno Huth (94) gestifteten Findling, der von Rüdiger Kossinna mit der Aufschrift „Stocksdorf 1519 – 2019“ versehen worden ist, hatte Frieda Stubbe im Rahmen des offiziellen Teils der Veranstaltung enthüllt.

Die Erzieherinnen des Kindergartens „Stocksdorfer Wunderkinder“ boten den ganzen Tag über Mal- und Bastelaktionen sowie Teamspiele für Jung und Alt an. Sie hatten außerdem Fotoalben der letzten 44 Jahre dabei. Auf einer Leinwand durften Besucher ihre persönliche Liebeserklärung an Stockdorf „verewigen“. Sie bescheinigten den Einwohnern unter anderem eine gute Gemeinschaft, Offenheit gegenüber Fremden und „tolle Feiern“.

Der Heimatverein Kirchspiel Schmalförden nutzte die Gelegenheit zur Recherche: „Wer kennt die Schüler auf diesen Fotos?“, hieß ihre Frage an die Festgäste. Am Nachmittag waren alle Personen auf den Bildern aus den Jahren 1940 bis 1950 zugeordnet. Reißenden Absatz fand das von Marco Löhmann herausgegebene Jubiläumsbuch: Alle 200 Exemplare sind vergriffen, eine Nachbestellung ist möglich.

Auftakt der Jubiläumsfeier war ein Gottesdienst, der von Bläsern der Posaunenchöre Schmalförden und Sulingen musikalisch umrahmt wurde. Pastorin Silke Kuck erinnerte in ihrer Predigt an die ersten Stocksdorfer, die vor 500 Jahren das Land urbar machten und ihre Vision von Gerechtigkeit, Frieden, Liebe und Gemeinschaft verwirklichten. „Lasst uns heute ein Zuhause feiern, das den Menschen seit vielen Generationen Halt gibt“, forderte sie die Nachfahren der „Zukunftsträumer“ auf.

Fotos auf

www.kreiszeitung.de

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