Faakmarwin-Gitarrist Ole Janßen im Interview

"Frankreich war der Wahnsinn"

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Faakmarwin-Gitarrist Ole Janßen im Interview.

Neuenkirchen – Von Pascal Faltermann. Bremen, Scheeßel, Aurich, Aix-en-Provence – die Musiker der Bremer Band Faakmarwin sind in diesem Sommer bereits viel herum gekommen. Nächster Halt ist das Neuenkirchener Open Air (11. Juli), bei dem sie unter anderem neben Massendefekt und den Mad Monks auftreten werden. Gitarrist Ole Janßen gab uns vorab ein Interview.

Das Neuenkirchener Open Air ist das zehnte Festival dieses Jahr. Was ist bisher passiert? Wo war es besonders gut? 

Ole Janßen: Echt unser Zehntes schon? Wow. Was bisher passiert ist: Unsere „Marwins-Familie“ ist gewachsen. Wir haben inzwischen mehr als 2000 Likes bei Facebook und es werden täglich mehr. Das freut uns sehr. Am besten war es tatsächlich in Frankreich in Aix-en-Provence beim Class'EuRock Festival - das war der Wahnsinn. Wir traten das erste Mal im Ausland auf, hatten dort einen super Slot (22 Uhr) und es waren echt viele Menschen vor der Bühne. Ebenfalls stark war unser "Tanz in den Mai"-Konzert-Marathon. Wir spielten erst beim „Vielfalt Rockt“ auf dem Bremer Domshof und legten dann eine Stunde im „Que Pasa“-Kiosk am Sielwall-Eck ein DJ-Set auf. Alle Festivals waren spitze und hatten ihren eigenen Charme.

Mit der Video-Aktion zu #bremenlebt hat die Band eine viel beachtete Challenge ins Leben gerufen. Was ist nach den Beiträgen von Revolverheld, Sven Regener oder Jan Böhmermann bei Ihnen geschehen? 

Janßen: Was mit #bremenlebt und der Challange passiert ist, haben wir selbst nicht gedacht. Wir sind heute noch sehr überwältigt davon. Besonders wenn wir durch das Viertel ziehen, kommen Erinnerungen hoch und es fallen Sätze wie "Da sind wir doch rumgerannt, zehnmal hin und her für das erste Video. Wir haben noch einen weiteren Teil veröffentlicht, leider war zu diesem Zeitpunkt das Thema #bremenlebt etwas abgeschwächt und meiner Wahrnehmung nach nicht mehr so präsent wie am Anfang. Eigentlich sehr schade, denn es geht um eine wirklich verdammt wichtige Sache.

Instagram, Facebook, YouTube oder Vimeo - Sie leben förmlich in den sozialen Netzwerken. Wie wichtig ist das für die Band? 

Janßen: Das sind die sozialen Netzwerke, in denen sich die meisten der „Marwins-Familie“ befinden und auch Zukünftige, die noch nicht zur Familie gehören. Ich selbst verwalte unseren kompletten Social-Media-Bereich - das kostet Zeit, weil man immer ein paar ausgefallene Worte am Start haben oder nochmal fix eine neue Show bewerben muss. Es gibt zudem viele Menschen, die uns Nachrichten an unsere Facebook-Seite schreiben und so Kontakt aufnehmen. Es ist schön, wenn wir ein paar warme und liebe Worte geschrieben bekommen oder auch einfach nur gefragt werden, wann denn unser nächstes Konzert ist. Instagram nutzen wir noch nicht so lange, wollen aber mit Bildern einen anderen Einblick geben und Momente zeigen, die auf Facebook nicht auftauchen.

Im Rahmen des „Stage Europe Networks“ reiste die Band nach Frankreich. Warum und wie war es? 

Janßen: Kurz zusammengefasst. Das „Stage Europe Network“ realisiert den Austausch zwischen jungen Musikern aus verschiedenen Ländern. Interkulturelles Lernen, Erfahrung und Talententwicklung sind die Schlüsselwörter in diesem Austausch. Für uns war es eine unglaubliche Erfahrung daran teilnehmen zu dürfen. Mir fällt es gerade sehr schwer jetzt die richtigen Worte dafür zu finden, um diese Zeit zu beschreiben. Es ist verrückt: Man steigt in den Flieger, fliegt den halben Tag, ist in einem neuem Land, steht 30 Minuten auf der Bühne und dann geht es auch wieder zurück. Wir wären sehr gerne wieder dabei! Einfach eine großartige Erfahrung! Ein großes Dankeschön geht an die Organisatoren Julia von Wild und Arthur Vaccari.

Sie sind durch den Bandwettbewerb „Live in Bremen“ und das „Stage Europe Network“ gefördert worden. Was sind die Vor- und Nachteile einer Bandförderung? 

Janßen: Gibt es überhaupt Nachteile bei einer Bandförderung? Mir fallen gerade keine ein. Es gibt nur Vorteile. Wir lernten zum Beispiel eine Menge Menschen aus sämtlichen Bereichen kennen. Diese helfen einem, wo sie nur können. Als Band wächst man zusammen und merkt, dass man das Ding gemeinsam anpacken muss. Eine Bandförderung greift den Musikern da sehr stark unter die Arme und begleitet sie auf dem langen und harten Weg.

In welchen Bereichen sollten Bands noch besser gefördert werden? 

Janßen: Heute ist man als Band mehr als nur eine Band. Anfangs wird alles selbst gemacht: Das fängt an mit Buchen von Shows, Basteln an einer Homepage, Designen eines Artworks, eigene Videos drehen, Kontakte knüpfen und pflegen. Da kann schnell das eigentliche, nämlich die Musik, zu kurz kommen.

Was steht für Faakmarwin dieses Jahr noch an? 

Janßen: Wir werden weitere Festivals spielen und dann schauen wir mal. Ich möchte jetzt nichts ankündigen, was noch nicht in trockenen Tüchern ist. Breminale wird vermutlich erst einmal für "längere" Zeit unsere letzte Show in Bremen sein. Aber keine Angst, wir kommen wieder! Wir lieben unsere Heimatstadt.

Was kann Neuenkirchen von Faakmarwin erwarten? 

Janßen: Neuenkirchen kann das erwarten, was wir auf jedem anderem Festival haben. Eine Menge Spaß, eine eskalierende Show, viel Schweiß, lautes Mitsingen, noch mehr Tanzen und im Kreis drehen. Also Festivaltanzschuhe anziehen, Stimme ölen, und Sonnencreme auftragen.

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