Engelhardts realisieren neues Projekt

Ballermann Ranch: Ein Eseldorf entsteht in Blockwinkel

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Joshi und Maxi mit Annette und André Engelhardt im künftigen Eseldorf, wo sie wahrscheinlich schon bald neue Freunde finden können.

Blockwinkel – Noch braucht es Phantasie, sich das künftige „Eseldorf“ auf der Ballermann Ranch in Blockwinkel vorzustellen: Auf dem Gnadenhof, den sie der Tierschutzorganisation Gut Aiderbichl gestiftet haben, realisieren Annette und André Engelhardt, Inhaber der Marke „Ballermann“ und ehrenamtliche Gutsverwalter, eine heimelige Unterkunft für bis zu 15 Esel.

Also Joshi und Maxi und 13 Artgenossen? „Wenn die anderen dieselbe Größe haben – es gibt aber ja auch deutlich größere Esel“, erläutert Annette Engelhardt – die Entscheidung, welche aus Not geretteten Pferde und Esel auf der Ranch ein sicheres Zuhause für den Lebensabend bekommen, treffe die Stiftung in Henndorf. 

Fest steht: Was einmal ein Garagentrakt war, bekommt drei Boxen mit 16 Quadratmetern und zwei Boxen mit 24 Quadratmetern Fläche, „und das wollen wir so schön gestalten, dass es den Namen Eseldorf verdient, mit Wow-Effekt“, beschreibt es André Engelhardt.

Gut Aiderbichl: Fotos sollen Leid der Esel dokumentieren

Er spricht von einem Platz inmitten der Boxen, wo Besucher sich niederlassen können, um vom Ehepaar von den Schicksalen der Tiere zu hören. Die Holzvertäfelung für die Wände ist teils schon angebracht, die Decke himmelblau gestrichen. Sie wird noch „abgehängt“, eine Holzkonstruktion soll den Eindruck vermitteln, unter einer Baumkrone zu sitzen. An die Wände kommen Bilder – die weniger als Dekoration gedacht sind: Fotos sollen das Leid dokumentieren, aus dem die Esel gerettet wurden.

André Engelhardt zeigt Beispiele von Eseln, die auf griechischen Inseln über Jahre Touristen auf die Berge getragen haben und ganz offensichtlich krank und am Ende ihrer Kräfte sind. „Esel sind Lastenträger. Aber sie sollten nicht überlastet werden.“ Vor allem macht Engelhardt betroffen, was mit den Tieren passiert, wenn sie nicht mehr „genutzt“ werden können: „Viele werden einfach an einem Baum angebunden und man lässt sie verhungern. Und am Wochenende fahren griechische Jugendliche zum ,Esel-Steinigen‘.“ 

Horror-Storys aus dem Griechenland-Urlaub

Dass sei leider keine Fake-Story aus dem Internet, „wir hatten Besucher hier auf der Ranch, die genau das im Griechenlandurlaub mitbekommen haben.“ Gut Aiderbichl unterstütze Tierschutzorganisationen vor Ort mit Sach- und Futterspenden, hole teilweise Esel nach Deutschland, um sie auf den Gnadenhöfen unterzubringen. 

Es sei gut möglich, dass griechische Artgenossen zu Joshi und Maxi in das Eseldorf ziehen, wenn es in rund vier Wochen fertig ist, falls das seitens der Stiftung so entschieden wird. „Vor allem Joshi ist sehr gesellig. Ein paar Esel-Mädchen hätte er sicher gern zur Gesellschaft“, vermutet André Engelhardt schmunzelnd.

Koppel gehört mit zum Eseldorf in Blockwinkel

Zum Eseldorf wird eine 1 000-Quadratmeter-Koppel gehören – die wird vom Auslauf der Pferde „abgeknapst“, was die sicherlich gut verschmerzen können: Deren Koppel wird um 15.000 Quadratmeter erweitert. Mitarbeiter der Fachfirma Berger aus Drensteinfurt, die dem Gnadenhof nicht zum ersten Mal günstige Konditionen einräumt, bauen gerade den Zaun. 

Die Esel teilen sich die Koppel, ebenso wie einen großen Unterstand, der noch gebaut wird, mit den Shetland-Ponys. Auch wenn Esel und Ponys „ganz unterschiedliche Equiden sind, die mögen sich nicht unbedingt“, formuliert es Annette Engelhardt. „Sie hassen sich aber auch nicht, gehen sich einfach aus dem Weg – und dazu haben sie ja reichlich Platz“, stellt André Engelhardt fest.

Tiere ziehen auf die Ballermann-Ranch

 © Heinfried Husmann
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Projektkosten rund 100.000 Euro

100.000 Euro nennt er als „Hausnummer“ für das Gesamtprojekt. „Das übernehmen erst einmal wir. Wichtig ist: So etwas, was mancher vielleicht ,Schickimicki‘ nennt, muss von Sponsoren getragen werden – ausdrücklich nicht durch die Spenden an Gut Aiderbichl, die für die Versorgung der Tiere gedacht sind.“

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