Eröffnung im Jahr 2021

Erdmann-Trail: Mit dem Bike von Baum zu Baum

Peter Braunert hat den Erdmann-Trail schon zur Probe abgefahren.
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Peter Braunert hat den Erdmann-Trail schon zur Probe abgefahren.

Auf 76 Kilometern Strecke will das Forstamt Nienburg die Aufmerksamkeit von Radfahrern auf das Thema Wald lenken. Die Eröffnung des Erdmann-Trails ist für Frühjahr 2021 geplant.

Schwaförden – Aus 60 sind inzwischen 76 Kilometer geworden: Die Strecke, die das Forstamt Nienburg derzeit neu plant, ist von ursprünglich 60 Kilometern schon vor der Eröffnung verlängert worden.

76 Kilometer führen ab 2021 von der Oberförsterei Neubruchhausen über Papendiek, das Alte Forstamt Erdmannshausen in Schwaförden, das Rathloser Gehege, Sulingen, die ehemalige Revierförsterei Bult, das Waldpädagogikzentrum Hahnhorst und den Naturwald Hau und Bark zurück nach Neubruchhausen. Natürlich kann der Start auch von jedem anderen Punkt auf der Strecke aus erfolgen, um zahlreiche Informationen, im Wortsinn, zu erfahren.

Neun Stationen

Neun Stationen sollen das Leben und Wirken von Oberförster Friedrich Erdmann darstellen, der von 1859 bis 1943 lebte“, erklärt Forstamtsleiter Henning Schmidtke, der die Idee zur Radrundtour entwickelt hat.

Sein pensionierter Kollege Peter Braunert aus Schwaförden hat diesen Weg nun erstmals abgefahren, ihn auf Tauglichkeit für die ganze Familie geprüft. Hat auf Details geachtet, sammelt nun Hinweise und Tipps, was entlang des Weges auf Interesse stoßen könnte.

Forstmeister Friedrich Erdmann.

Etwa Bäume. Erdmann hat Mischwälder angelegt, 30 verschiedene Arten wachsen in den hiesigen Revieren. Sind die Baumarten oder spezielle alte Exemplare gekennzeichnet? „Nein“, sagt Braunert. Eingeplant seien aber natürlich Info-Tafeln. Ob auch weiterführende Details entlang der Route über einen QR-Code abrufbar sein werden – bis zur offiziellen Freigabe im Frühjahr, das müsste das Team des Forstamtes noch abstimmen.

Der Weg führt, unter anderem, vorbei am Waldlehrpfad Flintenberg im Rathloser Gehege. Das allerdings sei eher ein Trimmpfad, der aktuell ein bisschen außer Form sein. Braunert findet eher den 56 Meter hohen Flintenberg einen Halt wert. Obwohl: Den „Berg“ könne man zwar „erklimmen“, er biete nur keine weite Aussicht, sagt Braunert und muss angesichts der Höhe des Flintenbergs lachen.

In Sütterlin: Einträge von Erdmann im Jahr 1908.

Wo es passt, nutze der Erdmann-Trail bereits vorhandene offizielle Radwege. Vorteil: „Da können wir unsere Schilder an bestehenden Pfählen anbringen.“ Angedacht sei, das Konterfei von Forstmeister Friedrich Erdmann für die Schilder zu nutzen, mit seinem langen weißen Bart eine markante Figur, der die Oberförsterei von 1892 bis 1924 leitete.

Und wer pflegt den Weg? „Das Forstamt“, sagt Braunert. Er hat bei seiner Radtour Reste des Fernradwegs Bad OeynhausenBremen entdeckt, die verwittern. Dieses Schicksal soll dem Erdmann-Trail nicht widerfahren.

Unschätzbarer Dienst am Klima

Was der neue Radweg soll: Die Aufmerksamkeit der Bürger auf das Thema Wald lenken, mit seiner Vielfalt an Baumarten und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen sowie seinem unschätzbaren Dienst am Klima.

Das soll bei einer entspannten Radtour möglich sein. Deshalb sind, wem 76 Kilometer an einem Tag zu lang sind, Abkürzungen möglichen.

Eiche mit einem Meter Durchmesser

Wie aktuell Forstmeister Erdmanns Ideen im Waldbau sind, erklären Mitarbeiter des Forstamtes Nienburg bei geführten Rundgängen, zu denen sie regelmäßig einladen. Alle 30 im Revier zwischen Sulingen, Bassum und Bruchhausen-Vilsen wachsenden Arten entlang der Route vorzustellen, würde den Rahmen sprengen, sagt Braunert.

Denn es gibt sie, die dicken Bäume: eine Eiche mit einem Meter Durchmesser, eine dicke Tanne, nicht ganz so hoch wie die Kollegen im Schwarzwald, aber trotzdem massig. Und eine richtig dicke Douglasie. Hat Forstmeister Erdmann ihn gepflanzt, sind die Bäume um die 115 Jahre alt.

Struktur- und Artenvielfalt

Es gibt aber auch ältere Gehölze. Wie gesund sie sind, erstaune Kollegen aus anderen Teilen der Bundesrepublik, die zwecks Schulung den Erdmannschen „Waldbau auf natürlicher Grundlage“ mit seiner Strukturvielfalt im ehemaligen Forstamt Erdmannshausen live anschauen. Die Buche / Tanne-Kombination etwa habe sich bewährt, erklärt Braunert. Auch die Tannen wachsen hier gut, was Kollegen aus dem Süden sehr erstaune. Bewährt habe sich die Artenvielfalt und damit nicht von einer Sorte abhängig zu sein. Lange sei alle zehn Jahre diskutiert worden, ob dieses Erdmannsche System weitergeführt werden solle. Diese Diskussionen sind beendet – es wird fortgeführt.

Was müsste man ändern? „Das hängt ganz von der Klimaveränderung ab“, sagt Braunert. Er verweist darauf, dass die Naturverjüngung ganz gut funktioniere. Aktuell laufende Projekte wie die Wiedervernässung eines Waldmoorareals sollen den Radlern vorgestellt werden.

Flyer in Vorbereitung

Flyer sollen einen Überblick über die Route geben. Bis zur Eröffnung sollen darin auch Hinweise auf Einkehrmöglichkeiten eingearbeitet werden, ebenso Unterstände und mögliche Toiletten.

Die Strecke eigne sich übrigens auch für E-Bike-Fahrer, sagt Braunert, dessen Ehefrau ihn mit einem solchen bei der Probefahrt begleitet habe. Und das, wenn die Verlängerung der Strecke so weiter geht bis zur offiziellen Eröffnung, vielleicht auch notwendig ist.

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