Elke Meyer setzt mit „Nein“ im Ausschuss Statement gegen Verfahrensweise

Schulfusion ist beschlossen

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Ohne Diskussion und einstimmig fiel der Beschluss im Rat der Samtgemeinde Schwaförden: Die Grundschule Sudwalde ist nach den Sommerferien eine Außenstelle, Hauptstandort ist Scholen.

Affinghausen - Auf Wortmeldungen verzichteten die Mitglieder des Rates der Samtgemeinde Schwaförden: Einstimmig beschlossen sie am Mittwochabend den Zusammenschluss der Grundschule Sudwalde mit der Drei-Freunde-Grundschule in Scholen. Dies hatte der Samtgemeindeausschuss einstimmig empfohlen – und der Schulausschuss, der erst zwei Stunden vor dem Samtgemeinderat ebenfalls öffentlich im Jugend- und Sporthaus in Affinghausen tagte, bei einer Nein-Stimme: Elke Meyer, Leiterin der Sudwalder Grundschule, votierte gegen die Fusion.

„Das ist in Politik und mit den Eltern eingehend besprochen“, stellte Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker in der Ratssitzung einleitend fest. Salopp gesagt habe man an der Schule in Scholen zu viele, an der in Sudwalde zu wenige Kinder, „wir müssten also an einer Stelle investieren, an der anderen Leerstand verwalten. Angesichts unserer Haushaltslage geht das nicht.“ Man habe die Entwicklung der Schülerzahlen stets im Auge. Überlegungen, die Kinder aus Neuenkirchen oder aus Schwaförden in Sudwalde zu beschulen, hätten sich als „nicht zielführend erwiesen, aus diesen Gemeinden kommen die meisten Schüler.“ So sei man zu dem Schluss gekommen, „eine Schule zu bilden, um die Schüler vernünftig unterzubringen.“ Dies habe man mit den Schulleitungen und den Elternvertretern besprochen, Elke Meyer und Irmtraud Pallasch, Leiterin der Drei-Freunde-Grundschule, entwickelten das Konzept, das im Januar bei einem Elternabend vorgestellt wurde (wir berichteten). Die Zusammenlegung tritt zum Schuljahresbeginn 2016/ 2017 in Kraft, Scholen ist Hauptstandort, Sudwalde Außenstelle. Zunächst werden in Sudwalde alle Erstklässler beschult, die jetzigen Sudwalder Drittklässler bleiben für ihr letztes Grundschuljahr dort. Ab dem Schuljahr 2017/2018 drücken dann alle Erst- und Zweitklässler aus der Samtgemeinde in Sudwalde, alle Dritt- und Viertklässler in Scholen die Schulbank. Ein Kritikpunkt war der aufwändige Bustransfer, auf den nahezu alle Schüler angewiesen sein werden, erinnerte Denker. Dafür habe der Landkreis ein Konzept vorgelegt, das noch um einen weiteren Bus ergänzt werden soll, damit für alle Schüler eine Fahrt auf maximal 30 Minuten begrenzt werden kann.

An der Schulausschusssitzung nahm Elke Meyer in Vertretung von Irmtraud Pallasch teil. Warum stimmte sie gegen die Zusammelegung? „Sie war sowieso beschlossene Sache und ich wollte so zum Ausdruck bringen, dass mir manche Dinge, wie sie gelaufen sind, nicht gefallen haben. Außerdem stimmt man ja nicht wirklich zu, wenn die eigene Arbeitsstelle abgeschafft wird“, erklärt die Schulleiterin im Gespräche mit der Redaktion. „Man hätte über andere Modelle nachdenken können, aber das war politisch offenbar nicht gewollt.“ Als Beispiele nennt sie die Einrichtung einer Schuleingangsstufe, was an der Grundschule Groß Lessen gut funktioniere, und einen Zuschnitt der Schulbezirke, der Ortsteile statt kompletter Mitgliedsgemeinden einer Schule zuordnet. „Aber dafür hätte man, zu einem viel früheren Zeitpunkt, die Eltern mit ins Boot holen müssen.“ Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker habe Irmtraud Pallasch und sie „vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich habe dann an den Plänen für die Zusammenlegung mitgearbeitet und mein Bestes getan“, betont Elke Meyer. Ihr sei auch klar, dass die Zeit drängt, „die Containerlösung in Scholen ist nicht das, was man sich wünscht. Mit der jetzigen Lösung bleibt der Schulstandort Sudwalde zumindest ein paar Jahre erhalten, und das ist der Gemeinde ja auch zu wünschen.“

Mit ihrem Statement in der Ausschusssitzung habe sie für sich „einen Haken dran gemacht“, sagt Elke Meyer. Ihr Versetzungsantrag ist längst gestellt, sie wird die Leitung einer anderen Schule im Landkreis Diepholz übernehmen.

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