Gerhard Rath und Hartmut Löhmann qualifizieren sich als Dorfmoderatoren

In Ehrenburg „etwas bewegen“

Auf ihre Aufgaben freuen sich die Dorfmoderatoren Gerhard Rath und Hartmut Löhmann. Foto: Kurth-Schumacher

Ehrenburg – „Wir freuen uns darauf, in unserem Ort etwas zu bewegen“, bekräftigen Gerhard Rath und Hartmut Löhmann. Die beiden Ehrenburger haben kürzlich ihre Ausbildung zu Dorfmoderatoren abgeschlossen. Im Zuge der Qualifizierungsmaßnahme auf dem Schulbauernhof Hevensen (Hardegsen, Landkreis Northeim), die sie mit mündlicher und schriftlicher Prüfung abschlossen, haben sie viele Ideen gesammelt.

Jetzt geht es für sie daran, ihr Wissen in der Praxis anzuwenden. „Die Entwicklung der Dörfer Niedersachsens bedarf vielfältiger Impulse, um Antworten auf die brennenden Zukunftsfragen zu finden“, heißt es in der Projektbeschreibung des Landes Niedersachsen. Dorfmoderatoren sollen diese Impulse geben, Projektgruppen koordinieren, Prozesse begleiten und lebendig halten. Das sei nicht so abstrakt, wie es sich anhöre, betont Hartmut Löhmann: „Es gibt viele praktische Beispiele aus anderen Regionen.“

Zunächst geht es darum, herauszufinden, was sich die Einwohner für ihr Umfeld wünschen. Hartmut Löhmann und Gerhard Rath haben in den Gesprächen mit anderen Dorfmoderatoren die Erkenntnis gewonnen, dass die Gemeinde Ehrenburg im Grunde genommen gut aufgestellt ist: „Vieles, um was andere kämpfen, haben wir schon – etwa Angebote in den Bereichen Sport und Kultur.“

Verbesserungspotenzial sehen sie dennoch. Eine Herausforderung sei, die junge Generation im Ort zu halten und sie für den Dorfentwicklungsprozess zu gewinnen. Weitere Themen seien die ärztliche Versorgung und Wohnangebote für Senioren. Oder das unzureichende Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs. Letzteres habe man in anderen Orten gut gelöst – in Form von gemeinnützigen Vereinen, die ein Elektroauto für die Personenbeförderung betreiben; gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag bieten sie Fahrtendienste an.

Für verschiedene Projekte könne man auf Fördermittel zurückgreifen, sagt Gerhard Rath. Man profitiere in dieser Sache von dem Wissen anderer Dorfmoderatoren: „Wir haben ein gutes Netzwerk aufgebaut.“ Das A und O sei das Miteinander zwischen Jung und Alt, eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und bei konkreten Projekten aus Zweiflern Befürworter zu machen. Als gute Basis nennen Löhmann und Rath die Gruppe „Mittendrin“. Aus dieser Runde aus Gewerbetreibenden, Vereinsvertretern, Kommunalpolitikern und Privatpersonen, die sich für die Entwicklung der Gemeinde Ehrenburg interessieren, war seinerzeit auch der Anstoß für ihre Ausbildung gekommen.

„Wir wollen nicht alles von links auf rechts drehen. Und wir werden auch nicht die ‚Vorturner‘ sein“, erklärt Gerhard Rath. Das Versprechen der Dorfmoderatoren: „Wir sind neutral und wir haben ein offenes Ohr.“ Sie hoffen auf Anregungen aus allen Ortsteilen der Gemeinde (gerhard.rath@ewe.net und hartmutloehmann@online.de). Die Erfahrung anderer habe gezeigt, dass man „langen Atem“ braucht, aber auch, dass sich Wege finden, wenn die Ziele klar formuliert sind. Das erste größere Projekt sei die Unterstützung der Teilnahme Ehrenburgs am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Fortbildung ist Baustein des Modellvorhabens

Im Rahmen des niedersächsischen Modellvorhabens „Soziale Dorfentwicklung“ bildet die Freiwilligenakademie Niedersachsen seit 2017 Dorfmoderatoren aus. Die Fortbildung besteht aus zwei dreitägigen Qualifizierungsmodulen: Der Lehrgang „Engagementlotsen“ vermittelt Basiswissen, der zweite Kursus spezifische Methoden und Techniken für angehende Dorfmoderatoren. Beide sind als Bildungsurlaub anerkannt, finanziert werden sie durch Landes- beziehungsweise EU-Mittel.

Mittlerweile haben 86 Ehrenamtliche die Ausbildung durchlaufen, 80 von ihnen aus dem Bereich Südniedersachsen.

In diesem Jahr sind Termine für weitere acht Kurse anberaumt (nähere Informationen im Internet auf www.freiwilligenakademie.de, Menüpunkt „Projekte und Programme“).

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