Ex-Landwirtschaftsminister zu Gast

Ehlen: „Logik – nicht Ideologik“

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CDU-Landtagskandidat Marcel Scharrelmann, der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen und Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Klare (von rechts) zählten zu den Gästen auf dem Hof von Jürgen Döpke (links) in Wietinghausen.

Ehrenburg - „Ich biete an, als euer Ansprechpartner in Hannover eure Interessen zu vertreten“, stellte CDU-Landtagskandidat Marcel Scharrelmann den Landwirten unter den Teilnehmern am Montagabend für den Fall seines Wahlerfolgs am kommenden Sonntag in Aussicht.

Tatsächlich kommt die Mehrheit der Gäste, die sich zum agrarpolitischen Gespräch bei frisch gebratenem Knipp auf dem Hof von Jürgen Döpke im Ehrenburger Ortsteil Wietinghausen einfanden – unter ihnen Niedersachsens ehemaliger Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Hans-Heinrich Ehlen – aus der „Branche“. 

Scharrelmann selbst nicht, räumte der 34-Jährige ein, auch wenn er im heimischen Sankt Hülfe immer in engem Kontakt mit der Landwirtschaft gehabt habe. Die sorge für sehr hochwertige Lebensmittel – und es gelte, die Bedingungen zu schaffen, dass dies so bleibt, dass „auch die junge Generation wieder Lust hat auf Landwirtschaft.“ Dazu, dass das Ansehen des Berufsstandes in der Bevölkerung in den letzten Jahren stark abgekühlt sei, habe Niedersachsens aktueller Landwirtschaftsminister Christian Meyer beigetragen.

Das sieht Hans-Heinrich Ehlen genauso. Der Ex-Minister, der noch bis zum Ende der Legislaturperiode dem Landtag angehört: „Das, was wir machen, muss mit Logik unterfüttert sein – nicht mit Ideologik. Manche stellen sich eine Landwirtschaft vor, die eher etwas mit 1950 zu tun hat.“ Ehlen nannte eine Zahl aus einer Studie, die ihm im Innersten wehtue: „Nur 38 Prozent der Betriebe haben einen Hofnachfolger. Wenn man das weiß, muss man auch eine Politik machen, die darauf abhebt. 

Dann kann man nicht Thesen vertreten wie: ,Alt und Klein ist gut, Neu und Groß ist böse‘.“ Es gelte, dafür zu sorgen, dass „unsere Kulturlandschaft keinen Schaden nimmt. Wir Landwirte wollen und müssen die Versorgung der Bevölkerung sichern, wenn wir nicht aus Fernost oder sonstwo importieren wollen.“ Tatsächlich liege der Selbstversorgungsgrad der Bundesrepublik unter dem Strich bei 80 Prozent.

Die Bauern seien in der öffentlichen Diskussion immer die Bösen, so Ehlen. „Ich finde es gut, dass die Bevölkerung sich mit Themen wie der Haltung von Nutztieren beschäftigt. Aber es ist die Frage, die Leute von heute auf morgen zu Experten geworden sind.“ Deutschland werde um seine hohen Standards in der Agrar- und Nahrungsmittelwirtschaft in Europa beneidet. Er habe allerdings den Eindruck, dass die Bundesbürger Skandale einfach brauchen, „und sie glauben alles, was über den Bildschirm flimmert.“ - ab

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