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Duo Goldfarb blickt humorvoll auf selbstzerstörerische Kraft von Lovestorys

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Früher hat er ihr sicherlich noch Rosen geschenkt... Das Kabarett-Duo Laura und Tobias Goldfarb bewies in Schmalförden, dass es Zank und Streit in Beziehungen zu einem unterhaltsamen Programm verarbeiten kann.
Früher hat er ihr sicherlich noch Rosen geschenkt... Das Kabarett-Duo Laura und Tobias Goldfarb bewies in Schmalförden, dass es Zank und Streit in Beziehungen zu einem unterhaltsamen Programm verarbeiten kann. © Kurth-Schumacher

Schmalförden – „Falsch abbiegen macht nichts, wir können uns jeden Tag neu entscheiden“, heißt der Tipp von Laura und Tobias Goldfarb an alle vom gemeinsamen Weg abgekommene Paare. Wenn das Leben bitter schmeckt wie Rosenkohl, kann man in Schockstarre verfallen oder die Weichen auf Veränderung stellen: Die Erkenntnis ist nicht neu, wurde aber selten so tiefgründig-humorig an das Paar gebracht wie am Samstag beim Kabarettabend im Gasthaus Kastens.

Anders als die streng monogam lebenden Pinguine, Kraniche, Seepferdchen, Rabengeier oder Tannenzapfenechsen ist der Mensch im Grunde genommen genetisch auf freie Liebe und Tyrannei programmiert. Die DNA der Bonobos gleicht der menschlichen zu 98,7 Prozent. Die Primaten wenden sich nach dem durchschnittlich 13 Sekunden dauernden Geschlechtsakt einem anderen Partner zu; Menschen halten es dank Rotwein und Netflix länger aus, aber auch bei ihnen sind die Schmetterlinge spätestens nach drei Jahren weggeflattert. Klassisches Ende einer Beziehung: Sie redet, er schweigt.

Laura und Tobias Goldfarb gingen der Frage auf den Grund, warum alle Lovestorys aufhören, wenn es spannend wird. „Klar ist, Ihr Partner wird Sie abturnen, enttäuschen, demoralisieren, betrügen und verbittern, es geht leider nicht anders“, hieß ihre klare Ansage an die Romantiker im Publikum. In Form von kleinen Spielszenen ließen die Kabarettisten ihr Publikum an Zank und Streit unter deutschen Dächern teilhaben, die Suche nach dem perfekten Paar: zum Scheitern verurteilt.

Ziel müsse es sein, den anderen zu verstehen, und nicht, mit ihm einer Meinung zu sein. Streiten tue gut, aber mit Regeln: „Nicht bewerten, unterstellen, beleidigen, generalisieren, analysieren oder bagatellisieren, Schuld zuweisen oder Monologe halten“, lautet die Anweisung von Laura und Tobias Goldfarb, die in einem Streitgespräch eindrucksvoll vor Augen führten, was unter „trennenden Kommunikationsmustern“ zu verstehen ist.

Das Publikum war immer dicht dran, vor allem Ewald, den Laura Goldfarb kurzerhand zum Gärtner ihres geheimen Gartens erklärte. Überhaupt bringe ein bisschen Eifersucht Schwung in jede Beziehung. Der ultimative Test für jedes Paar sei dagegen nicht der Seitensprung, sondern der Besuch bei Ikea am Samstag mit Kindern.

Laura und Tobias Goldfarb, die sich im Anschluss an die Vorstellung unter die Gäste mischten, präsentierten ihr brandneues Programm am Tag nach der Premiere in Ellwangen auf Einladung von „KulturGut Ehrenburg und umzu“. Das Künstlerpaar aus Berlin zeigte sich begeistert von dem „aufmerksamen und interessierten Publikum“ und von der „zauberhaften Wohnzimmeratmosphäre“. Und freute sich über die angeregten Gespräche an den Tischen über die von ihnen zwischen den Zeilen formulierte Lebensaufgabe, die Zeit zwischen dem magischen Beginn einer Beziehung bis zu ihrem – aus Sicht der Kabarettisten – unausweichlichen Ende erfüllend zu gestalten.

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