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Drittklässler in Scholen meistern auf Foto-Safari Herausfordungen

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Stolz präsentieren die Kinder aus der Fotografie-AG ihre Ausstellung.
Stolz präsentieren die Kinder aus der Fotografie-AG ihre Ausstellung. © Kurth-Schumacher

Scholen – Noah, Carlotta, Luisa, Melia, Mia, Logan, Lennard, Zoey-Sophie, Talea, Julia, Dilara, Annike und Elise, Drittklässler der „Drei-Freunde-Grundschule“ in Scholen, ist die Wahl zwischen den Arbeitsgemeinschafts-Angeboten nicht schwergefallen: Im Sommer haben sie sich für die Fotografie-AG von Christine Hoppe entschieden. Bereut haben sie es nicht.

Kurz vor der Zeugnisausgabe präsentieren sie stolz ihre erste Ausstellung. Und freuen sich auf die Fortsetzung des Lichtbildkunst-Abenteuers im zweiten Halbjahr.

Lehrerin Christine Hoppe, selbst leidenschaftliche Hobbyfotografin, hat die Fotografie-AG ins Leben gerufen, da das Angebot „Schulchor“ coronabedingt zurzeit keine Option ist. Zu jung seien die acht- bis neunjährigen Schülerinnen und Schüler für diese Aktion nicht, findet sie: „Das wird spätestens klar, wenn man die Ergebnisse anschaut. Sie sprechen für sich.“

Zu Beginn stand „Theorie“ auf dem Stundenplan. Seit wann gibt es die Fotografie und wie funktioniert sie? Welche Perspektiven und Formate gibt es? Christine Hoppe: „Wir haben uns an das Thema herangetastet.“ Bestaunt wurde etwa das älteste erhaltene Foto von Louis Jacques Mandé Daguerre, der Ende der 1820er Jahre ein praxistaugliches Verfahren für fotografische Abbildung entwickelt hat. Außerdem bauten die Kinder aus einfachen Materialien eine „Camera obscura“; anhand der Lochkamera erhielten sie Einblicke in das Prinzip der Bilderzeugung.

Anschließend gingen die Schülerinnen und Schüler unter wechselnden Aufgabenstellungen allein oder zu zweit auf „Foto-Safari“. Ein Baum aus verschiedenen Blickwinkeln, Illusionen unter dem Thema „Alles rund“, den Winteranfang, Portraits oder „langweiliges Novembergrau“ festzuhalten waren Herausforderungen, die sie mit Bravour meisterten. Als spannend erwies sich auch die Aufgabe, abstrakte Details aufs Foto zu bannen: Alltagsgegenstände wurden zu Kunstwerken, die auf den ersten Blick nicht auf ihre eigentliche Bestimmung schließen lassen. Beim Thema „Füße“ dienten die eigenen beschuhten oder bestiefelten Gliedmaßen als Motiv, aber auch die Pfoten von Schulhündin Ella.

Eine „Camera obscura“, die die Kinder aus einfachen Materialien gebaut haben, zeigt Christine Hoppe.
Eine „Camera obscura“, die die Kinder aus einfachen Materialien gebaut haben, zeigt Christine Hoppe. © Kurth-Schumacher

„Die Kinder waren sehr kreativ und hatten großartige Ideen“, betont Christine Hoppe. Sie ist stolz auf die Fotogalerie, die 140 der schönsten Bilder zeigt. Dass die Arbeitsgruppe nicht nur „Zufallstreffer“ gelandet hat, beweist der Nachwuchs im Gespräch. „Man muss die Kamera nah am Körper halten und versuchen, nicht zu wackeln“, erklären Dilara und Carlotta. Melia hat den Tipp, vorher genau zu überlegen, was man fotografieren will: „Das zahlt sich aus!“

Annike weiß, dass man nicht direkt in die Sonne fotografieren darf („Das ist für die Linse genauso schädlich wie für die Augen“), die Jungen punkten mit dem Wissen, dass die Kamera im Winter warm gehalten werden muss, da der Akku keine Kälte mag. Verinnerlicht haben die Kinder auch die Regel, Tiere nicht mit Blitz zu fotografieren: Nicht nur Maskottchen Ella mag das gar nicht.

„Auf jeden Fall ist das Fotografieren ein superschönes Hobby, das entspannt“, findet Annike, und ihre Klassenkameraden nicken. Ob sich der eine oder andere später einmal beruflich für diese Richtung entscheidet, ist noch Zukunftsmusik. Christine Hoppe ist auf jeden Fall begeistert von dem begabten Nachwuchs. Und stellt fest, dass „viele berühmte Fotografen schon als Kind ihre ersten Versuche gemacht haben.“

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