„Dreck-weg-Tag“-Premiere in Schwaförden

Dickster Brocken ist ein Herd

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Eine Gruppe der Jugendfeuerwehr Sudwalde, die mit rund 30 Helfern beim ersten „Dreck-weg-Tag“ in Schwaförden mitmacht, knöpft sich die Seitenräume der Mallinghäuser Straße vor. 

Schwaförden - Es kann nicht wirklich Spaß machen, sich nach dem Müll zu bücken, den gedankenlose Mitmenschen in die Botanik geschmissen haben, auch nicht an einem sonnigen Frühlingstag – oder? „Nein“, bestätigen einige der Jungs, zwei der Mädels gucken sich fragend an: „Och – eigentlich...“ Gut gelaunt scheint die Gruppe von der Jugendfeuerwehr Sudwalde jedenfalls zu sein, die die Seitenräume der Mallinghäuser Straße von Unrat befreit. Und damit am Sonnabend Teil des allerersten „Dreck-weg-Tages“ in der Gemeinde Schwaförden ist.

Die Jugendlichen stoßen auf Glas, Papier und Zigarettenkippen, ein Stück Auspuff, ein Nummernschild, finden einen Stapel Wochenzeitungen aus dem Jahr 2014 – und Unterhosen. Betreuerin Ulrike Jäschke hat da schon Schlimmeres gesehen: „Wir legen ja jedes Jahr einen Umwelttag ein, mit unterschiedlichen Aktionen. Beim Müllsammeln in einem Wäldchen bei Neubruchhausen haben wir einen Bettfederrost, Reifen und ein Fahrrad gefunden.“

Mit rund 30 Jugendlichen ist die Jugendfeuerwehr Sudwalde, die auch Mitglieder aus Schwaförden hat, dem Aufruf zum „Dreck-weg-Tag“ gefolgt. Die Initiative ging vom Heimat- und Verschönerungsverein Schwaförden aus, die Idee dazu hatte Achim Hollmann: „Mir ist aufgefallen, dass es in fast sämtlichen Gemeinden in der Umgebung solche Aktionen gibt, aber in Schwaförden ist so etwas noch nie gemacht worden.“ 

Dickster Brocken im Container ist ein Herd, der im Wald an der Scholer Straße vor sich hin rostete. 

Er wandte sich an die örtlichen Vereine – und die Resonanz war so gut, dass er auf eine öffentliche Bekanntmachung verzichten konnte: Gut 90 Helfer wurden angemeldet, „und die sind auch vollzählig im Einsatz“, freut sich Hollmann. Jugendmannschaften des TSV Schwaförden kümmern sich um den Teich in der Ortsmitte, den Rodelberg, Spielplätze in den Baugebieten, die Jugendfeuerwehr in drei Gruppen um die Ortseingangsstraßen, Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins sind ebenfalls mit Plastiktüten unterwegs. Oder, im Falle von Heinrich Beneke, mit einem Bollerwagen: „Das meiste ist Verpackungsmüll von ,McDonald’s‘ “, stellt er fest, als er seine „Beute“ aus dem Ortsteil Mallinghausen zum Container auf dem Bauhofgelände bringt. „Offenbar haben die Leute aufgegessen, wenn sie hier durchfahren, und dann wird der Müll einfach rausgeschmissen.“

Zur Stärkung nach dem Frühjahrsputz gibt es am Feuerwehrhaus Gyrossuppe. 

Getreu des Sprichwortes „Viele Hände, schnelles Ende“ ist für 11.30 Uhr das Mittagessen bestellt. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Schwaförden haben den logistischen Part des „Dreck-weg-Tages“ übernommen und die Fahrzeughalle zum Speisesaal umfunktioniert. Ortsbrandmeister Frank Ohrdes greift zur Kelle: Es gibt Gyrossuppe.

„Es ist schon ein bisschen was an Müll zusammengekommen, darunter Siloplanen, ein Dreirad, Plastikstühle und, als dickster Brocken, ein alter Herd, der im Bereich der Scholer Straße offenbar schon sehr lange im Wald stand“, bilanziert Achim Hollmann. „Aber eigentlich hatten wir mehr erwartet.“ Im Container wäre noch reichlich Platz gewesen – was ja erfreulich ist, Schwaförden ist offenbar sauberer als gedacht. Hollmann: „Es kristallisiert sich heraus, dass wir den ,Dreck-weg-Tag‘ in unregelmäßigen Abständen wiederholen, vielleicht alle zwei oder drei Jahre.“ 

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