Bruno Willekes Leidenschaft ist die Malerei: Autodidakt hat sein Hobby über Jahrzehnte weiter entfaltet

Neueste Werke sind horizontlos und farbintensiv

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Bruno Willeke mit „Steuerbord“ und „Backbord“ aus seiner Serie „Horizontlose Bilder“.

Blockwinkel - Von Ute Schiermeyer. Leuchtende Farben und starke Kontraste dominieren die neuesten Bilder von Bruno Willeke. Abendstimmung auf dem Meer. Ein azurblauer Himmel, Wolken, die in den Farben der untergehenden Sonne schimmern und weiß aufspritzende Gischt. Im Vordergrund tanzt eine grüne Boje in den Wellen. Sie gibt dem Werk seinen Namen: „Steuerbord“. „Backbord“ ist ebenso farbenfroh.

Allerdings abstrakter und natürlich ohne Grün, denn Rot ist die Farbe für backbord. Das Meer wirkt stürmisch. Die Boje ist weniger greifbar und einen Horizont kann man nicht erkennen. Die beiden Gemälde gehören zur Serie „Horizontlose Bilder“ des im Scholener Ortsteil Blockwinkel lebenden Hobby-Malers. „Mir kam es darauf an, Bilder ohne Horizont zu malen, Erde und Himmel zusammen zu bringen“, erzählt der 79-Jährige. Die Idee sei ihm an einem grauen Tag auf Langeoog gekommen, „als das Wasser in den Himmel überging.“ Nur dass bei Willeke Himmel und Meer nicht grau in grau, sondern farbenfroh ineinander übergehen. Es habe ihn beim Malen selbst überrascht, wie schön die Farben waren. „Dann habe ich angefangen, in die horizontlose Geschichte einen Sinn zu geben.“ So malte er Fixpunkte ins Bild. Mal war es eine Boje, mal die Silhouette einer Phantasiestadt („City“), mal ein Sternbild („Großer Bär“). So hätten alle Bilder dieser Serie einen Bezug. Es gehe ihm aber mehr um die Farbkompositionen – weg von der gegenständlichen Malerei.

Hunderte Bilder hat der Künstler im Laufe seines Lebens schon gemalt. Wenn man den Hausflur der Familie Willeke betritt, bekommt man einen Eindruck seines Schaffens. Die Wände hängen voll mit seinen Werken. Schon als Kind malte er gern. Während er sich damals in Bremen noch mit seinem Tuschkasten begnügen musste, fing er als junger Erwachsener an, Aquarelle und Ölbilder zu malen. In den 50er Jahren erlernte Willeke den Beruf des Schaufensterdekorateurs. Hier sei ihm sein Talent zugute gekommen: „Damals waren die Schaufenster noch Kunstwerke! Hintergrundbilder, Schilder, Plakate, alles wurde selber gemalt.“

Intensiv weiter entfaltet hat Willeke sein Hobby in den 80er Jahren, als er anfing, mit Kreide zu zeichnen und große Meister wie Rubens, Picasso oder Klee zu kopieren. Er lernte viel aus den Reproduktionen, erzählt der Autodidakt. „Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr versteht man auch die Werke der Meister.“ Kreidezeichnungen lägen ihm sehr und so waren seine Bilder oft bestechend nah am Original. Daneben malte er viele Tier- und Landschaftsbilder nach Fotos, oft im Auftrag für Bekannte oder als Geschenk für Freunde. Den bisherigen Höhepunkt seiner „Hobby-Laufbahn“ erreichte Willeke Ende der 80er Jahre, als er einige Ausstellungen hatte, etwa im Kreismuseum in Syke.

Es folgten arbeitsintensive Jahre als selbstständiger Schaufensterdekorateur, in denen das Hobby hintenanstand. Das änderte sich 2010, als Willeke in den Ruhestand ging. „Beinahe jeden Abend male und zeichne ich nun“, berichtet er. „Es ist ein Hobby, das mich beruhigt und ausfüllt.“ Er entdeckte Acrylfarben für sich und entwickelte einen eigenen abstrakten Stil. Die horizontlosen Bilder entstanden auf dem Fußboden seiner Garage. Willeke verwendete dabei einen verlängerten Pinsel, wie es Theatermaler machen.

Der Scholener bezeichnet sich selbst als Hobby-Menschen. Neben dem Malen gehören auch das Singen und Erzählen zu seinen Stärken. Bei Freunden und Bekannten ist er als Spaßvogel und Alleinunterhalter bekannt. Mit Witzen und Moritaten bereicherte er in jüngster Zeit Seniorennachmittage im Sulinger Land. Frei nach seinem Lebensmotto: „Altwerden ist nichts für Feiglinge!“ Willeke geht das Altern daher mutig mit Humor an. „Ich werde sowieso hundert Jahre alt“, sagt er und fügt lächelnd hinzu: „Wenn nichts dazwischen kommt.“

Bruno Willeke würde seine Bilder gern der Öffentlichkeit zeigen, zum Beispiel in einem Hotel oder einem leeren Schaufenster. Interessierte erreichen ihn unter Tel. 04245/309344, bekommen im Internet (https://sites.google.com/site/brunowilleke) einen Eindruck seines Schaffens.

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