Ehrenburg: Ausschuss stellt „Einsatzliste“ 2021 auf

„...da kannste machen, was du willst“

Die vor Jahrzehnten als Benjeshecke angelegte Hecke im Süden der Gemeinde Ehrenburg soll abgetragen werden. Sie werde nur noch als Müllabladeplatz missbraucht.
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Die vor Jahrzehnten als Benjeshecke angelegte Hecke im Süden der Gemeinde Ehrenburg soll abgetragen werden. Sie werde nur noch als Müllabladeplatz missbraucht.

Schweringhausen – Einen Bauausschuss gönnt sich nicht jede Gemeinde. Ehrenburg hat einen Wege-, Bau- und Umweltausschuss, der dafür gesorgt hat, dass andere Gemeinden neidisch rüberblicken auf intakte Straßen und Wege, heißt es.

So gut in Schuss, dass Rainer Hogrefe als Anwohner der Mittelstraße in der jüngsten Sitzung am Mittwoch kurz in die Suppe spucken musste. Die Mittelstraße nämlich sei nah den Bauarbeiten dort so glatt und gut zu befahren, dass etwa Fahrer von Paketzustelldiensten versuchten, hier verlorene Zeit aufzuholen. Tempo-30-Schild? Spielstraße? Das sei egal. Hogrefe schlug vor, im Kreuzungsbereich der Straßen, die die Mittelstraße queren, Schwellen aufzubringen, um die Geschwindigkeit der motorisierten Verkehrsteilnehmer zu drosseln. Der Ausschuss gab zu bedenken, dass Fußwege fehlten entlang der Mittelstraße und Spaziergänger, speziell die mit Rollatoren oder Kinderwagen, die Schwellen als Hindernis hätten. Die Schwellen müssten dann nicht einmal ganz quer über die Straße führen, sondern in Teilen und die versetzt. Aber dann wiederum so, dass die Autofahrer nicht im Slalom drumherum fahren.

Eine vermeintlich günstige Idee (Hogrefe hatte bei einer Firma Kosten, inklusive Dübel zum befestigen, in Höhe von 1850 Euro recherchiert) entwickelte sich dann zu einer, die immer mehr Einwände hervorrief. Bauamtsleiter Achim Hollmann, als Protokollant dabei, merkte an, dass auf Bodenschwellen hingewiesen werden müsste, mit Schildern. Und: „Wer konsequent Schilder missachtet und damit auch Tempo-30... da kannste machen, was du willst.“ Außerdem gab er zu bedenken: Abbremsen und Anfahren wiederum würden die direkten Anwohner geräuschmäßig belasten. Und: Wie die Schwellen dann angeordnet würden, das sei eine Preisfrage.

Bis Mai solle nun geguckt werden, welche Optionen es gibt, den Verkehr in der Ehrenburger Mittelstraße und drumherum zu beruhigen, da Geschwindigkeitsbegrenzung und Einrichtung einer Spielstraße nicht greifen.

Zu hohe Geschwindigkeit wurde auch für einen anderen Bereich moniert: An der Einmündung der Kreisstraße 1 direkt in Höhe der Domäne auf die Landesstraße 341. Fahrzeuge auf der Landesstraße seien hier mit 100 km/h und mehr unterwegs. Eine Verkehrsschau solle abgehalten werden, um zu klären, ob eventuell bereits in diesem Bereich eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 70 km/h möglich sei. Oder die Ortsschilder „nach vorne“, in nördlicher Richtung, versetzen. Aber: „Dann müssen wir auch den Blitzer versetzen“, sinnierte Ausschussvorsitzender Jürgen Döpke.

Der Brückenbau in Schmalförden bedingt Umleitungen und entlang dieser Strecken habe der verstärkte Verkehr zu Schäden in den Seitenräumen und Absackungen auf den Straßen geführt. Die Schäden sollen noch in diesem Jahr behoben werden.

Der öffentlichen Sitzung des Ausschusses vorangeht stets eine Bereisung der geplanten „Einsatzorte“. Die Liste für 2021 wurde dem Gemeinderat einstimmig empfohlen. Darauf stehen: die Moorstraße in Wesenstedt. Die Pflasterstraße heiße zutreffend so, der moorige Untergrund jedoch habe für Schäden gesorgt und die Straße, auch als Schulweg genutzt, soll hergerichtet werden „Das wird nicht einfach“, kommentierte Döpke. Stark frequentiert aufgrund der Baustelle sei der Wesenstedter Kielweg und entsprechend beschädigt, die Absackung auf dem Mühlenweg „kriegen wir auch hin“, ebenso die Schäden am Seitenstreifen der Mittelstraße, der Öftinghauser Straße und der Heideloher Straße sowie eine Absackung an der Rathloser Straße.

Seit Jahrzehnten ist der einst als Benjeshecke angelegte kleine Wall, der ab Einfahrt zur Paga in Harmhausen in Richtung Ehrenburg führt, vorhanden. Das Prinzip der Hecke wurde aber nicht wirklich befolgt. Betonschutt, Grünschnitt: Die Hecke werde als Müllabladeplatz missbraucht. Einhelliges Fazit des Ausschusses: „Die Hecke muss weg.“ Die Idee, soviel es geht, für ein Osterfeuer in 2022 abzugeben, konterte Jürgen Döpke mit dem Hinweis, dass nicht sicher sei, ob es überhaupt künftig noch Osterfeuer gebe. Döpke gab zu bedenken: „Schreddern mag günstiger sein.“ Jetzt, in der Brut- und Setzzeit, würde natürlich kein Einsatz erfolgen. „Bis zum Herbst haben wir also Zeit, um uns eine Lösung zu überlegen.

Von Sylvia Wendt

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