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„Bob’s Your Uncle“ interpretieren Dylan-Klassiker in Schmalförden neu

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Für die Musiker von „Bob’s Your Uncle“ ist ihre Bob-Dylan-Coverband eine Herzensangelegenheit.
Für die Musiker von „Bob’s Your Uncle“ ist ihre Bob-Dylan-Coverband eine Herzensangelegenheit. © Kurth-Schumacher

Schmalförden – Vor ausverkauftem Haus rockte die Kopenhagener Band „Bob’s Your Uncle“ am Samstagabend auf Einladung von „KulturGut Ehrenburg und umzu“ die Bühne im Schmalfördener Gasthaus Kastens. Das Gedränge war ungewohnt, die kuschelige Club-Atmosphäre auch. Dennoch: Die Musiker haben in der zweijährigen coronabedingten Zwangspause nichts verlernt, und auch die Gäste freuten sich über die wiedergewonnenen Freiheiten in der Hoffnung auf „neue Normalität“.

Der Engländer Keith Hopcroft (Gitarre, Mundharmonika, Gesang), in der Region bekannt durch Auftritte in unterschiedlichen Konstellationen, sein Landsmann Mark Saxton (Schlagzeug, Gesang), der Däne Thomas Clausen (Bass, Gesang) und der aus Australien stammende Craig Stephens (Gitarre, Mandoline, Gesang) stellten ihre Bob-Dylan-Coverband als gemeinsames Herzensprojekt vor. Beeinflusst von Rock’n’Roll, Punk, New Wave, lateinamerikanischer und Post-Woodstock-Musik setzten die vier charismatischen Musiker die Kompositionen von „His Bobness“ kreativ und brillant um, boten einen perfekt aufeinander abgestimmten Bandsound und erinnerten in manchen Passagen an den Harmoniegesang der großen „B-Bands“.

Ihre Gründung vor fünf Jahren sei ein „Zufallsding“ gewesen, erklärte Keith Hopcroft. Mit befreundeten Musikern habe er ein Konzept für eine neue Band gesucht. Die Songs von Dylan hätten sich angeboten, da man sehr frei sei in der Interpretation. Nichts sei in Stein gemeißelt, Dylan selbst spiele seine Songs immer wieder in neuen Variationen. Und so erhielten melancholische Country- und Folkpop-Songs eine Reggae-Note oder wurden zu Blues-Rock-Krachern mit Slide-Guitar-Sound.

In einer ihrer zahlreichen Einlagen zeigten die „Uncles“, wie man es schafft, ein Rock’n’Roll Star zu werden: „You just have to be cool“, erklärten sie Hans-Jürgen Schumacher („KulturGut“) und unterzogen ihn zu dem Song „So You Want To Be A Rock’n’Roll-Star“ auf der Bühne einer wundersamen Verwandlung: Elektrische Gitarre, Haartolle, Sonnenbrille, Körperhaltung wie ein Punker – und schon sind alle „girls over 40“ in Ekstase. Im letzten Set ließen es die Wahl-Kopenhagener noch einmal richtig krachen. Zu Hits von den Rolling Stones, den Dire Straits, Johnny Cash und den Travelling Wilburys wurde im Corona-Modus leidenschaftlich „sitzgetanzt“.

Special Guests: Siggi Björns, sein Sohn Magnus Björnsson und Franziska Günther (von links).
Special Guests: Siggi Björns, sein Sohn Magnus Björnsson und Franziska Günther (von links). © Kurth-Schumacher

Eine Überraschung für die Kopenhagener Band und für das Publikum: Aus alter Verbundenheit zu Keith Hopcroft und zum Veranstaltungsort Kastens hatten sich Siggi Björns und Franziska Günther, die in Schmalförden gern gesehene Gäste sind, entschlossen, spontan aus Berlin anzureisen und das Vorprogramm zu gestalten. Erstmals ging auch Siggis Sohn Magnus Björnsson (Percussions) mit auf Tour. Sie boten starke eigene Songs und mitsingkompatible Klassiker.

Im Laufe des langen aber kurzweiligen Konzertabends verstärkten sie „Bob’s Your Uncle“ immer wieder in unterschiedlicher Besetzung auf der Bühne. Das Publikum genoss es sichtlich, dass es sieben Musiker aus fünf Nationen – England, Deutschland, Dänemark, Australien und Island – auf die kleine Bühne bei Kastens gespült hatte. Die Besucher, aber auch die Musiker werden den Abend in bester Erinnerung behalten. „Schmalförden is not a town but a place. A special place“, werde man in Kopenhagen den einzigartigen Auftrittsort beschreiben, erklärte Keith Hopcroft. „We have to be back“ war auch das Credo der zum Teil weitgereisten Gäste: „Jeder Kilometer hat sich gelohnt“, sagten Rolf und Sonja Tramsen aus Flensburg.

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