70 Besucher kommen zur Info-Veranstaltung zum Flüchtlingsthema

„Ein guter Anfang“

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Ehrenburger und Flüchtlinge, die in der Gemeinde wohnen, kamen beim Informationsabend zusammen.

Ehrenburg - „Ob die Leute mich kennen oder nicht: Alle sagen ‚Hallo'!“, wundert sich Mohamed Abdulahi. Seit drei Wochen lebt der 40-Jährige mit sechs weiteren sudanesischen Flüchtlingen in der Gemeinde Ehrenburg. Er betont: „Wir sind hier gut aufgenommen worden.“

Am Montag waren sie Gäste der Informationsveranstaltung im Gemeindehaus, zu der die kirchliche und die politische Gemeinde gemeinsam eingeladen hatten.Insgesamt 70 Einwohner kamen – die meisten von ihnen mit dem Wunsch, den Neubürgern den Start zu erleichtern. Pastorin Silke Kuck und Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher zeigten sich überrascht und erfreut über die große Resonanz.Ihr Anliegen: „Wir wollen eine Willkommenskultur etablieren und die ‚neuen Nachbarn' an der Gemeinschaft teilhaben lassen.“„Menschlichkeit kannten wir bisher nicht“, sagte Kassini Hajahmad Abedaldafas, „jetzt sind wir in Sicherheit und dankbar für ein Dach über dem Kopf.“ Der einzige Wunsch: „Wir wollen in Frieden leben und nicht diskriminiert werden.“ Dolmetscher Hamzi Hammoud setzte hinzu: „Die Jungs fühlen sich hier pudelwohl. Sie sagen, sie sind stolz, aus Ehrenburg zu kommen.“Größtes Problem bei der Integration sind die Sprachbarrieren: Die Neubürger sprechen Arabisch, einer von ihnen verfügt über Grundkenntnisse in Englisch. Kim Gehrke vom Ordnungs- und Sozialamt, die die Flüchtlingshilfe seitens der Samtgemeinde koordiniert, berichtete von geplanten VHS-Kursen. Möglicherweise könnte die Maßnahme schon Ende September beginnen. Angebote für Deutschunterricht gab es auch aus der Mitte der Anwesenden.Großes Interesse haben die „neuen Nachbarn“ am Fußballspielen. Auf dem Fußballplatz hatten sich in der vergangenen Woche spontan deutsch-polnisch-sudanesische Teams zusammengefunden – beim Sport versteht man sich auch ohne Worte.Einige der Anwesenden richteten persönliche Fragen an die Sudanesen, etwa über die Umstände ihrer Flucht. „Vorstellen mag man sich das nicht“, sagte eine junge Frau, die ihre Betroffenheit in Worte zu fassen versuchte.Ein Beispiel gelungener Integration ist die vierköpfige Familie Puljes aus Bosnien, die seit Mai 2014 in Ehrenburg lebt. Sie war am Montag ebenfalls anwesend. „Wir haben viel Gutes erfahren“, sagt Admir Puljes. Mit Unterstützung von Fürsprechern haben er und seine Frau inzwischen sogar eine Arbeitsstelle gefunden. Eine weitere Familie vom Balkan, die zur Zeit in Schweringhausen untergebracht ist, wird ebenfalls von Ehrenamtlichen betreut.Pastorin Silke Kuck nannte das Ergebnis der Veranstaltung „einen guten Anfang und Grundlage für das, was noch kommt“.Hans-Jürgen Schumacher stellte abschließend fest: „Wir haben nur eine Zukunft, wenn wir uns mit den neuen Gegebenheiten arrangieren. Die Gesellschaft wird bunter – nicht nur auf dem Fußballplatz.“

mks

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