Fünfköpfige Eselsfamilie sollte nicht getrennt werden

Erste Eselrettung früher als geplant

Esel Hannes hat keine Scheu, freut sich über Streicheleinheiten und jedwede Art von Aufmerksamkeit, der Charmeur.

Blockwinkel - Von Sylvia Wendt . Soso, der Esel macht also „I-A“. Nun, die Bandbreite dessen, was ein Esel tatsächlich von sich gibt, der lautstark auf etwas hinweisen oder gestreichelt werden will, Hunger hat, Durst oder sonst was – umfasst dann doch mehr als nur zwei Vokale. Vor allem ist es: Ganz.Schön.Laut.

Es ist Freitag Vormittag, und der erste Tag für Esel Hannes und vier Eselinnen beginnt auf der Ballermann-Ranch Gut Aiderbichl in Blockwinkel mit dem Erkunden des Eseldorfes und der Koppel. Beides haben Annette und André Engelhardt neu errichtet und die Einweihung erst für Mitte September geplant. Doch: Der Umzug der Fünfergruppe, eine Familie, war dringend. Wie eigentlich fast immer, schmunzelt André Engelhardt: „Zuerst ist es eine dramatische Geschichte und bei uns folgt dann das Happy End.“

Ballermann-Ranch: Eigene Koppel für die Esel

Der Eigentümer konnte die Herde nach einem Arbeitsplatzwechsel nicht mehr halten. Einzeln hätten die Tiere neue Besitzer gefunden, doch: „Die Wunde, die das gerissen hätte, der Schmerz in der Seele, von der Familie getrennt zu sein, das sollte nicht sein“, erklärt André Engelhardt. Und so lief aufgrund der Anfrage an die Gnadenhofbetreiber der Stiftung Gut Aiderbichl in Sachen „Esel aus Kitzingen“eine Rettungsaktion an.

Die vier Eselinnen: Eine 29-jährige „Oma“ und drei trächtige Stuten in der geräumigen Box. Fotos: S. Wendt (2)

Die Ballermann-Ranch ist, wie berichtet, jüngster Partner der Gut Aiderbichl-Stiftung und so war bekannt, dass das Ehepaar Engelhardt bereits in Vorbereitung für das Eseldorf steckt. Drei Boxen mit je 16 Quadratmetern und zwei Boxen zu 24 Quadratmetern entstanden in einem ehemaligen Garagentrakt. Für die Koppel, eigens abgetrennt für die Esel, war ein Bereich von 1 000 Quadratmeter geplant. „Aber wir haben jetzt 2 500 daraus gemacht“, erklärt Engelhardt. Die Pferdekoppel wiederum sei um 15 000 Quadratmeter erweitert worden.

Mit der Ankunft der Esel sind auch die Handwerker fertig geworden, zumindest mit den Arbeiten im Eseldorf. Die Teams sind allesamt nicht das erste Mal im Einsatz auf der Ranch in Blockwinkel. Holzvertäfelung an den Wänden, die Boxen gerahmt von Holzzäunen, die Haus-Esel Maxi, ein scheuer Geselle, munter anknabbert, während Kollege Joshi sich lautstark mit dem Neuankömmling Hannes „unterhält“. Vielleicht darüber, dass Hannes am Montag einen Termin zur Kastration hat und sich bei Joshi und Maxi erkundigt, wie das so ist.

Auslauf im eigenen Bereich, getrennt von den Pferden: Man beschnuppert und beäugt sich. Foto: Engelhardt

Das Pressegespräch der Zweibeiner pausiert derweil. Bilder an der Wand zeigen indes keine glücklichen Esel, sondern wie die Tiere in anderen Ländern behalten werden, welche Lasten sie schleppen müssen, wie man sie tot am Straßenrand liegen lässt, wie sie misshandelt werden. Das ist für Annette und André Engelhardt kein Widerspruch, sondern nur logisch: Hier, in der Familie der Tierretter von Gut Aiderbichl, wird es für die Tiere ein Happy End geben, ein glückliches Leben. In Blockwinkel konzentriere man sich auf die Equiden. „Wenn man Verantwortung übernimmt, muss man sich auskennen“, erklärt André Engelhardt. Die Pferderanch war die Basis. Aktuell ist sie ein sicheres und fürsorgliches Zuhause für 18 Großpferde, elf kleine Ponys, sieben Esel (drei der Eselinnen sind trächtig und werden innerhalb des nächsten Monats gebären), weitere sieben Esel werden aus Istrien erwartet.

www.ballermann-ranch.com

Führungen über die Ranch finden an jedem ersten Samstag im Monat um 10 Uhr (pünktlich) statt.

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