Ehrenburger Arzt mit Faible für Heimatkunde

Dr. Heinrich Heitmann feiert 100. Geburtstag

Dr. Heinrich Heitmann (links) feiert seinen 100. Geburtstag, zu dem ihm Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher gratulierte und eine Dankesurkunde überreichte.
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Dr. Heinrich Heitmann (links) feiert seinen 100. Geburtstag, zu dem ihm Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher gratulierte und eine Dankesurkunde überreichte.

Heidmännerei –  Im kleinen Kreis von Angehörigen und geladenen Gästen feierte Dr. Heinrich Heitmann am Sonntag seinen 100. Geburtstag. In einer langen Rede begrüßte der topfitte Jubilar Vertreter der kirchlichen und politischen Gemeinde, des Landkreises und des Heimatvereins, die ihn an seinem Ehrentag von offizieller Seite gratulierten.

Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher überreichte Dr. Heitmann eine Dankurkunde für seine zum Wohl der Gemeinde Ehrenburg geleistete Arbeit. Der Jubilar zählte zu den Gründern des Heimatvereins Kirchspiel Schmalförden, von 1987 bis 1995 war er dessen Vorsitzender. Aktiv habe er sich unter anderem an der Planung und Errichtung des „Burggartens“ beteiligt, er habe Kirchenbücher transkribiert und sie damit für Ahnenforscher zugänglich gemacht. Grundlagenwerke für die historische Heimatforschung seien die von ihm und Fritz Hinrichs aus Sudbruch geschriebenen Bücher „Kirchspiel Schmalförden 1239 – 1989“ und „Höfe – Familien – Fluren“ (1994). Schumacher: „Du hast den Menschen der Gemeinde dadurch die Heimatgeschichte nähergebracht. Was für ein Glücksfall!“

Dr. Heitmann wurde am 11. Juli 1921 als Landwirtssohn auf der Heidmännerei geboren. Er besuchte die Volksschule in Schmalförden und die weiterführende Schule in Sulingen. Entscheidend für seinen weiteren Weg war die Förderung durch Johannes Voigts, Pastor der Kirchengemeinde Schmalförden: Er erteilte dem Jubilar Lateinunterricht und sorgte dafür, dass er 1934 in der Internatsschule in Schulpforta bei Bad Naumburg aufgenommen wurde.

Lateinunterricht bei Pastor Voigts

Nach der Umwandlung des Internats in eine „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ des NS-Regimes (1935) setzte Dr. Heitmann seine schulische Ausbildung in Bremen auf einem altsprachlichen Gymnasium fort, die er 1939 mit dem Abitur abschloss.

Dr. Heitmann ist stets gern zur Schule gegangen. Er ist bis heute dankbar, dass ihm seine Eltern eine berufliche Zukunft jenseits der Landwirtschaft ermöglichten, obwohl das den Fortbestand des Hofes infrage stellte. Im Herbst 1939 nahm er sein Medizinstudium auf, das er wegen der Berufung zum Arbeits- und Militärdienst unterbrechen musste. Das Kriegsende erlebte er als Assistenz-Arzt im Lazarett in Lüneburg, wo er seine spätere Ehefrau Christel kennenlernte. Mit ihr schloss er 1948 den Bund der Ehe. Dr. Heitmann hatte sich für die Fachrichtungen Chirurgie und Urologie entschieden und seine Fachausbildungen in Bremen absolviert. Dort wirkte er bis 1985 beruflich selbständig in Klinik und niedergelassener Praxis.

In dieser Zeit wuchsen in der Familie drei Kinder heran. Heute zählt der Jubilar sieben Enkelkinder und acht Urenkelkinder zu seinen Nachkommen. Auch während seiner Bremer Zeit war er Schmalförden eng verbunden geblieben.

1983 verlegten der Jubilar und seine Frau ihren Wohnsitz von der Hansestadt auf die Heidmännerei. Der Hof wird seit dem Tod seiner Eltern nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand widmete sich Dr. Heitmann intensiv der Erforschung der Heimatgeschichte. Seine Arbeit wurde nicht nur in der Gemeinde, sondern auch überregional gewürdigt. 1996 erhielt er das Niedersächsische Verdienstkreuz am Bande.

Im Jahr 2013 starb Dr. Heitmanns Ehefrau Christel – ein großer Verlust. Dankbar ist der Jubilar für die harmonische Hausgemeinschaft mit Tochter Christiane und Schwiegersohn Walter Weber, die vor elf Jahren zu ihm auf den Hof gezogen sind.

Von Martina Kurth-schumacher

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