Waldpädagogikzentrum Hahnhorst

Schulen buchen rege: „Alle wollen raus“

Jugendwaldeinsatz: Lukas und Mathis begutachten ihre Arbeit.
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Jugendwaldeinsatz: Lukas und Mathis begutachten ihre Arbeit.

Schwaförden – Nach über einem Jahr „Corona-Dornröschenschlaf“ erwacht das Waldpädagogikzentrum (WPZ) Hahnhorst der Niedersächsischen Landesforsten in Schwaförden wieder zu neuem Leben. Die ersten Klassen, die dort begrüßt wurden, mussten allerdings keine Rosenranken aus dem Weg schneiden – der ist nämlich jetzt gepflastert. „Wir waren nicht untätig in der Zwischenzeit“, erklärt Lena Rahmann, die für den Mehrtagesbetrieb zuständig ist.

Der Parkplatz für die Besucher ist an bewährter Stelle, doch der Weg auf das Gelände ist jetzt gepflastert, was insbesondere Besucher mit Rollstühlen gut finden. Gepflastert sind noch weitere Bereiche, etwa neben der alten Wildkammer, gegenüber vom Holzlager, hier werden die Hochsitze gebaut. Ein Klassiker aus den möglichen Aufgaben für die Gäste,, ebenso wie Vogelhäuser.

Die Fahrzeuge nutzen derweil eine andere Strecke, um zu den Gebäuden zu gelangen: Über den nördlichen Teil des Areals, durch die so getaufte „Winkelgasse“, wurden die Zufahrten neu geführt, so dass der Bereich, in dem sich die Schulklassen am Waldpädagogikzentrum aufhalten, weitestgehend nicht mehr durchfahren werden muss.

Neue Wegeführung zum Waldpädagogikzentrum Hahnhorst

WPZ und die Straßen für Fahrzeuge wurden „entzerrt“ – auch wenn die Schüler über die Hälfte der Zeit bei Einsätzen im Wald zu finden sind. Die Hauptzufahrt ist indes nicht komplett zugebaut. Im Ernstfall könnten Einsatzfahrzeuge weiterhin schnell zum Gebäude gelangen.

Neben den Schulklassen sind auch die Mitarbeiter und Auszubildenden der Revierförsterei hier aktiv. Die jeweiligen Bereiche sind zwar getrennt, die Revierförster aber bieten einen großen Unterstand neben ihrem neuen Gebäude, sodass die Schulklassen bei schlechtem Wetter geschützt die Arbeiten durchführen können. Abgetrennt ist auch der Sportplatz mit Fußballtoren und Basketballkörben.

Bis November sind die Schulklassen zum Jugendwaldeinsatz angemeldet, ist das WPZ komplett belegt, sagt Lara Rahmann. „Wir sind gut vorbereitet und sehr motiviert. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen haben den normalen Alltag vermisst, auch wir wollen wieder unserer Arbeit nachgehen und mit den jungen Menschen zusammenarbeiten.“

Indian Summer à la Hahnhorst: Wilder Wein umrankt die stattlichen Eichen am neuen Teich.

Längere Zeit vor Ort aktiv sind wieder zwei junge Menschen, sie absolvieren am WPZ ein Freiwilliges Ökologisches Jahr: Maike Grave aus Sögel und Simon Harder aus Achim, beide 19 Jahre alt. Beide suchen Orientierung auf dem Weg in einen Beruf, führten sich sofort wohl in Hahnhorst und willkommen durch das Team.

Und sind gerne Ansprechpartner für die Schüler: Etwa 400 werden in dieser ersten Phase in Hahnhorst erwartet. „Alle wollen raus“, erklärt Rahmann. Die Klassen nutzen die Zeit, neue Schüler in die Klassengemeinschaft zu integrieren, draußen zu sein, als Klasse, als Gruppe zusammenzuwachsen.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Die Aufgabe, Querdämme in einen Entwässerungsgraben zu bauen, um die umliegenden Waldflächen wiederzuvernässen steht dann auf dem „Stundenplan“, statt Mathe. „Das ist anstrengend, macht aber auch Spaß“, sagen die Schüler. Zu ihren Aufgaben zähle neuerdings auch, sich um Elisabeth, Flora und Susi zu kümmern.

Die Quessant-Schafe halten nicht nur das Gras kurz, sondern sind auch noch süß und wirken beruhigend auf aufbrausende Temperamente.

Ouessant-Schafe: Klein, knuffig – und sehr beliebt bei den Jugendlichen. Aber auch bei den Mitarbeitern.

Wie es aussehen könnte, müsste man sich tatsächlich durch einen Pflanzendschungel kämpfen, um zum WPZ zu gelangen, ist auf der Rückseite des Hauptgebäudes zu erahnen: Hier wurde ein Teich neu angelegt. Wilder Wein schmückt die stattlichen Eichen – und warum eigentlich zum Indian Summer ganz nach Nordamerika fliegen? Hier leuchten die bunten Herbstfarben genauso prächtig.

Was ist den mit Tagesangeboten? „Die laufen auch wieder an“, sagt Lara Rahmann. Allerdings: Angeboten werden keine für jedermann offenen Termine, sondern eher solche für Gruppen. Für die Schulen werden Jugendwaldeinsätze und Erlebnisklassenfahrten konzipiert, aber auch eintägige Waldveranstaltungen.

Coronavorgaben: „Müssen einen Mittelweg finden“

Wie gelingt der Spagat zwischen Team, Klassen und Corona-Vorgaben? „Bei 11 000 Hektar Waldfläche ganz gut“, heißt es. Tests sind an der Tagesordnung in den Klassen und im WPZ, in Gebäuden werden Masken getragen. Die Transportfahrzeuge sind geringer besetzt. „Wir denken, dass wir einen guten Mittelweg finden müssen. Sodass sich die Gäste noch fühlen wie im Wald und nicht wie in der Klinik“, erklärt Lara Rahmann

Der Eingangsbereich des Waldpädagogikzentrums wurde neu gestaltet, inklusive neuer Wegeführung.

Was bei all den anstehenden Aufgaben und Kontakten des WPZ-Teams und der Revierförsterei fehle, sei der Glasfaseranschluss, da sei eine Lösung dringend notwendig, moniert Forstamtsleiter Henning Schmidtke.

Auch für das kommende Jahr stehen schon Buchungen an. Ideen für Einsätze und Aufgaben gebe es: „Wenn wir was gut können, dann Ideen entwickeln“, sagt Rahmann.

Manches Mal kommt die Idee aber auch ins WPZ, etwa aus dem Ministerium in Hannover. Das habe eine mehrere Meter hohe Tanne geordert samt Schmuck: Der solle aus Futterschalen für Vögel bestehen, da seien etwa 30 bis 50 Stück zu fertigen.

Thema Sicherheit im Waldpädagogikzentrum

Die Erschütterung ist groß, noch heute: Im Juni 2019 kommt es auf dem Gelände zu einem Unfall, bei dem ein zehnjähriger Junge stirbt. Wie sind die Sicherheitsmaßnahmen aktuell? Forstamtsleiter Henning Schmidtke betont, dass die stete Überprüfung des Geländes und aller Spielgeräte „immer schon“ zum Standard gehören. Turnusmäßig sei zudem eine Fachkraft für Arbeitssicherheit vor Ort. Die Spielgeräte würden von externen Prüfern geprüft. Die stete Schulung des Personals sei Standard. Und er bedauert zutiefst: „Es gibt immer Dinge, die nicht beeinflussbar sind.“

Kontakt und Infos

Kontaktmöglichkeiten gibt es per Mail an WPZ.Hahnhorst@nlf.niedersachsen.de und weitere Infos unter

www.landesforsten.de

Von Sylvia Wendt

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