Klärungsbedarf bei Gemeindegrenzenänderung

Affinghausener Ackerland gegen „ein bisschen Graben“ tauschen?

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Aus dem Rat mit Dank verabschiedet wurde Uwe Hollwedel von Gemeindedirektor Helmut Denker (links) und Bürgermeister Jürgen Köberlein (rechts).

Affinghausen – Das Ausscheiden von Uwe Hollwedel aus dem Rat der Gemeinde Affinghausen, da dieser seinen ersten Wohnsitz nach Bremen verlegt hat, wurde eingangs der öffentlichen Sitzung am Montagabend im Jugend- und Sporthaus per Beschluss festgestellt: „Für die Gemeinde ist es nicht so schön, denn du hast uns seit 2011 mit Rat und Tat zur Seite gestanden, deine Beiträge waren immer gut“, befand Bürgermeister Jürgen Köberlein. Mit den besten Wünschen überreichten er und Gemeindedirektor Helmut Denker Uwe Hollwedel eine Dankesurkunde und ein Präsent. Da kein „Nachrücker“ zur Verfügung steht, gehören dem Rat bis zur Kommunalwahl 2021 lediglich acht Mitglieder an (wir berichteten).

Nicht nur ihr Rat, auch die Gemeinde selbst sollte laut Beschlussvorschlag etwas schrumpfen: Im Rahmen der vereinfachten Flurbereinigung Ochtmanien-Weseloh hatte das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser einen Entwurf für eine Änderung der Gemeindegrenzen vorgelegt. Die Gebietsänderung orientiert sich laut ArL „weitgehend an der örtlichen Topographie und den neuen Flurstücksgrenzen“. Eine Art Ringtausch, bei dem die Gemeinde Affinghausen 0,3 Hektar an den Flecken Bruchhausen-Vilsen und 1,8 Hektar an die Gemeinde Sudwalde verliert, im Gegenzug ein 0,4 Hektar großes „Stück Bruchhausen-Vilsen“ dazubekommt. „Was kriegen wir denn als Entschädigung für die 1,7 Hektar, die wir abgeben?“, erkundigte sich Jürgen Köberlein. Seines Wissens nichts, erklärte Helmut Denker: „Das bisschen Land macht euch grundsteuertechnisch auch nicht reich, aber es werden mal klare Verhältnisse geschaffen.“ Was Sudwalde bekommt, „ist doch ein schönes Stück, 1,8 Hektar Ackerland“, insistierte der Bürgermeister. „Und das sollen wir einfach so abgeben, um ein bisschen Graben dafür zu kriegen? Nee, da bin ich nicht mit einverstanden.“ Auch Petra Hische befand: „Das sieht nach einem schlechten Tausch aus“, Johann Buschmann: „Die einzigen, die ein Minus machen, sind wir.“ „Dann vertagt das erst mal und wir eruieren das noch mal“, schlug Helmut Denker vor – dem folgte der Rat einstimmig.

Der Rat tagte am Vortag des Submissionsendes für die Ausschreibung der Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet „Zum Oberdorf“ – da ohnehin dem wirtschaftlichsten Anbieter der Zuschlag zu erteilen ist, bat Denker, der Auftragsvergabe „vorträglich“ zuzustimmen: „Wir müssen ja vorankommen. Es gibt auch schon Interessenten, die sich Bauplätze haben reservieren lassen.“ Die Ratsmitglieder gaben einstimmig grünes Licht.

Wie lange sollen künftig die jetzt auf LED umgestellten Laternen leuchten? Bisher war die Straßenbeleuchtung zwischen 23 und 6 Uhr abgeschaltet, stellte Jürgen Köberlein fest. Walter Delekat schlug vor, die Leuchtzeit bis 24 Uhr zu verlängern – Johann Buschmann plädierte dafür, auf die Abschaltung nachts zu verzichten. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass es jedes Mal Kosten verursacht, die Beleuchtungszeiten für eine Veranstaltung (etwa das Schützenfest) vorübergehend zu verlängern. Ob diese Kosten höher wären als die bei einem Verzicht auf die Nachtabschaltung, ist unklar: „Wir müssen die Zahlen für ein komplettes Jahr mit LED-Beleuchtung erst mal haben“, erklärte stellvertretender Gemeindedirektor Achim Hollmann. Es gebe einen biologischen Rhythmus – und damit bestimmt auch Einwohner, die sich durch nächtliche Dauerbeleuchtung gestört fühlen würden, merkte Thorsten Bremer an. Mit vier zu drei Stimmen votierte der Rat für die Abschaltung von 0 bis 6 Uhr, auf Vorschlag von Petra Hische wird diese Lösung nach einem Jahr auf den Prüfstand gestellt. 

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