Adventsausstellung auf dem Atelierhof „Scholen 53“ / Täglich geöffnet

Draußen grau, drinnen bunt

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Viele Gäste genossen bereits zum Auftakt die Ausstellung.

Scholen - Sabine Rasper nennt es „usseliges Wetter“: Wenn draußen alles grau ist, der Wind die nassen Tropfen ins Gesicht klatscht und Atelierkollegin Sabine Kratzer gezwungenermaßen zur Mops-Spaziergang-Runde aufbricht. Was besser, als sich buntes Papier, Ledereinbände, Gestricktes, Getöpfertes, stylische Futterhäuschen und Holzbretter anschauen? Die Adventsausstellung (täglich bis zum 20. Dezember montags bis samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr) auf dem Atelierhof „Scholen 53“ bietet mehr Schönes fürs Auge, als die Natur derzeit. Und doch ist sie sehr präsent: Naturmaterialien sind kunstvoll verarbeitet, etwa die Wolle für die feinen Strickarbeiten von Maria Stieger. Unaufdringlich im Design, schmeicheln sie am Handgelenk als Pulswärmer. Ton ist ein Naturmaterial, aus dem Sabine Kratzer archaische Gefäße im Holzofen brennt oder filigrane Engel als Weihnachtsschmuck fertigt. Dazwischen bleibt viel Platz für individuelle Kreationen.

Verschiedene Hölzer verarbeitet Hergen Garrelts. Das ist ungünstig, weil man sich nicht entscheiden kann, ob es das dicke Nussbrett sein soll oder das dünne aus Kirschholz. Oder doch beide. Und obendrauf den Weinflaschenverschluss. Gertrud Menzel hat geometrische Formen als persönlichen Stil verfeinert: Ihr Schmuck wirkt trotz der strengen Formen nicht klobig, sondern zeitlos. Diesem Diktat ordnen sie auch die farblichen Akzente unter.

Das rote oder das blaue Vogelhaus? Hin und her geht das Ehepaar, prüft, die unterschiedlichen Farbkompositionen gefallen alle, auch Peter Heidhoff macht es seinen Kunden nicht leicht in der Entscheidungsfindung. Die gefiederten Freunde des Atelierhofes kehren gerne zum Winterschmaus ein, bestätigt Sabine Rasper. Die Buchbindemeisterin hat Unikateinbände in Pergament gearbeitet, ein gerade fertig gestelltes Schmuckstück an Buchkunst glitzert gülden in der Werkstatt, die Pergamentlampen in ein warmes Licht tauchen.

Die Vorfreude auf die Sommerausstellung, bei der auch der Gang in den Heilpflanzengarten unbedingt dazugehört, kann überbrückt werden: „Sommertracht“ heißt der süße Honig der Bienen, die reichlich von den Blüten im Garten genascht haben. Und der Apfelpunsch ist nicht nur als Raumduft gedacht, man darf ihn trinken. Draußen ist es grau? Ach.

sis

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