Aktivurlaub mit Adler auf Brust

Achim Hollmann aus Schwaförden spielt bei Basketball-EM für deutsches Ü 50-Team

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Diese Souvenirs gibt es nicht zu kaufen: Achim Hollmann zeigt das Outfit für seinen Einsatz im Nationalteam.

Schwaförden - Klar, das Trikot der deutschen Nationalmannschaft trugen in diesem Sommer viele. Achim Hollmann hatte allerdings einen „echten“ Bundesadler auf der Brust, und das hat nichts mit der Fußball-WM zu tun: Der Schwafördener nahm als Spieler eines Ü 50-Teams an der FIMBA-Basketball-Europameisterschaft im slowenischen Maribor teil. Ein ungewöhnlicher Aktiv-Urlaub – Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Der Sportart ist der 51-Jährige Mitarbeiter der Schwafördener Samtgemeindeverwaltung eng verbunden. Er fing beim TuS Sulingen an, Basketball zu spielen, wo er später als Trainer und Abteilungsleiter wirkte, machte in seiner aktiven Zeit auch einen Abstecher in die Bremer Oberliga. Daher kennt ihn Jens Bartnick aus Weyhe – und der rief vor einem halben im Auftrag des Deutschen Basketball Bundes (DBB) an, um ihn zu fragen, ob er bei der Meisterschaft in Maribor dabei sein will, erklärt Hollmann, wie man „Nationalspieler“ wird: „Ich habe um Bedenkzeit gebeten. Einen Tag später kam eine E-Mail für die Zimmer-Reservierung...“ Er schloss sich dem Team an, denn: „Es ist irgendwie eine Ehre, man spielt ja da für sein Land.“

Die Federación Internacional de Maxibasquetbol, FIMBA, ist eine Vereinigung von Basketballsportlern mit Sitz in Buenos Aires. Sie richtete die zehntägige European Maxibasketball Championship in Maribor aus – Maxibasketball bezeichnet das Basketballspiel von erwachsenen Basketballern, die aufgrund ihres Alters nicht mehr am Regelspielbetrieb ihrer Verbände teilnehmen. Die Altersklassen beim Turnier in Slowenien reichten, in Fünf-Jahres-Schritten, von 35 bis zu 70 Jahren. „24 Nationen waren vertreten, wobei der DBB mit Abstand die meisten Mannschaften stellte.“ Darunter drei Ü 50-Vertretungen, Achim Hollmanns firmierte als „Germany B“. Die meisten Mitspieler kommen aus Stuttgart, und dort bereitete sich die Mannschaft in einen „Trainingslager“ vor – an einem Wochenende, zwei Wochen vor der am 22. Juni beginnenden EM.

Achim Hollmann beim Turnier in Maribor. - Foto: Vincent Anwender

Zur Eröffnungsfeier gab es einen Umzug, mit Schild- und Flaggenträger an der Spitze der einzelnen Nationen. In den darauffolgenden Tagen blieb für Sightseeing kaum Zeit: „Sechs Spiele in einer Woche, das ist schon ganz ambitioniert“, stellt Achim Hollmann fest. Steht der Spaß im Vordergrund, oder wird verbissen um Körbe gekämpft? „Sehr verbissen“, versichert Hollmann, „wir haben im Laufe des Turniers zwei Leute durch Verletzungen verloren. Im Spiel gegen Georgien zum Beispiel unterlagen wir mit vier Punkten Unterschied: Beim Players-Abend haben wir herausgefunden, dass die alle in europäischen Ligen gespielt haben. Die meisten sind Staatsbeamte, beim Militär, bei der Polizei – die werden für die Turniervorbereitung ,kaserniert‘, und dann wird von ihnen nichts anderes als ein Sieg erwartet.“ „Germany B“ unterlag vier Mal – und siegte gegen die Tschechen und „Germany C“. Am Ende lag Hollmanns Mannschaft auf Rang elf von 13 Teams in der Ü 50-Konkurrenz.

„Wir wären schon für die FIMBA-WM nächstes Jahr in Helsinki qualifiziert. Aber es ist natürlich schwierig, die Mannschaft noch einmal zusammenzubekommen, man muss Dienstpläne darauf abstimmen, Urlaub nehmen, die Gesundheit muss mitspielen und so weiter.“ Wäre Achim Hollmann denn dabei, wenn noch einmal der Anruf kommt? „Wenn ich die Einladung kriege, sollte ich darüber nachdenken. Das Turnier hat Spaß gemacht, gab komplett neue Eindrücke – eines der Highlights meiner Basketball-Karriere.“ - ab

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