Das NOA-Festival auf dem Sportplatz und seine preisgekrönten Macher

2022 wird gerockt in Neuenkirchen

Kennzeichen auch des Neuenkirchener Open Airs: Die Besucher tanzen ausgelassen vor der Bühne. Archivfotos (2): mks
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Kennzeichen auch des Neuenkirchener Open Airs: Die Besucher tanzen ausgelassen vor der Bühne. Archivfotos (2): mks

Neuenkirchen – „Es wird jetzt Zeit, dass es wieder losgeht“, wünschen sich nicht nur Marten Höner und Klaus Bochow. Bochow, zusammen mit Sohn Mathias Gründer des Neuenkirchener Open-Air (NOA) Festivals vor 27 Jahren, und Marten Höner vom Förderverein Blau-Weiß, heute offizieller Veranstalter des Festivals, haben in den vergangenen zwei Jahren das Festival zwei Mal geplant – und wieder abgesagt.

Man könnte sagen, sie haben es ja nur einmal geplant, denn die Bands haben ihre Zusage für 2020 für 2021 erneuert. Und auch für 2022 bleibt es bei jenem Line-up, das dieses Festival auf dem „rockigsten Sportplatz“ scheinbar genauso ins Herz geschlossen hat, wie Gründer, Macher, Helfer, Umfeld, Firmen, Sponsoren... und zuletzt auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, die VGH und der Sparkassenverband.

3 000 Euro gab es für die Preisträger des niedersächsischen Ehrenamts-Bürgerpreises 2021. Der Kriterien „unbezahlbar und freiwillig“ erfüllt das NOA zigfach. Das Festival wird bis heute ehrenamtlich organisiert. Und das, obwohl außer Bochow Senior vom „harten Kern“ des Orga-Teams keiner mehr in Neuenkirchen wohnt: Mathias Bochow in Potsdam, Laura Rohlfs in Anstedt, Morten Höner in Sulingen, Sven Heitkamp in Berlin, Thomas Höner in Rheinland-Pflanz, Dominik und Marcel Neumann in Kirchdorf und Sebastian Seelhorst in Braunschweig.

Weihnachten war eigentlich immer der Termin für alle, sich zu treffen und für das Festival, das immer am zweiten Juli-Wochenende auf dem Sportplatz in Neuenkirchen stattfindet, schon mal die Bands abzustimmen.

Und wie wird ausgesucht? „Das was gefällt. Das, wonach ich vor der Bühne rumhopsen möchte“, erklärt Höner. Bands aus den Bereichen Rock, Pop, Punk, Indie dürfen auf jene Bühne. „Und zum Schluss des Abends darf es gerne eine musikalisch härtere Gangart sein“, freut sich Metalfan Marten Höner. Also so hart, dass es noch zum Gesamt-Line-up passt.

Klaus und Mathias Bochow stehen selten auf der Bühne.

27 Jahre ist es gelungen, alle Helfer und Unterstützer zu motivieren. Bedeuteten zwei Jahre Pause für die Macher des NOA ein Problem? „Keines, was die Sponsoren angeht“, sagen Bochow und Höner. Es herrsche eine große Solidarität in der Branche. Das betreffe eben auch die Bands. Zeichen dafür sind die wiederholten Zusagen.

„Drei Meter Feldweg“ etwa haben klipp und klar gesagt: „Vertrag ist Vertrag, wir spielen in Neuenkirchen.“ Als sie gebucht wurden, waren sie noch ein Geheimtipp. Immer wieder hätten Bands in Neuenkirchen gespielt, die Jahre später groß rausgekommen seien. Für den 9. Juli 2022 gebucht sind zudem Franziska Günther, Grillmaster Flash, 8 Kids und, als Headliner, Montreal.

Vielleicht ist es das jahrzehntelange Engagement der NOA-Macher, das da belohnt wird. Bochow bezeichnet sich als „kulturinteressierten Menschen ohne Profit-Gedanken“. Das Prädikat gilt nicht für ihn allein. Etwa die Sponsoren: Die Plattformen des NOA wurden in der Pandemie-Pause flugs mal umfunktioniert. Firmen konnten Azubis suchen. Da wollten viele mitmachen und das Publikum honorierte diese Idee des sozialen Miteinanders.

Marten Höner und Klaus Bochow.

Außer der zweimaligen Absage sahen die Macher keine Alternative. Das Festival (immerhin ein Jubiläum in 2020, weil zum 25. Mal) durchzuführen, mit Musik von der Bühne und einem Publikum, das eingeschränkt ist in der Bewegungsfreiheit, kam nicht in Frage. Für Morten Höner gehört der „Punk vor der Bühne“ einfach dazu. Bochow ergänzt: „Die Leute nutzten das NOA ja als Treffpunkt, um sich mal wiederzusehen.“ Andere Veranstalter hatten corona-konforme Konzertversionen geboten. Das haben sich die Neuenkirchener angeschaut, fanden es gut – aber eben nicht passend für ihr Festival. „2G, 3G, 2Gplus? Mit am Platz stehen, nein, da haben wir für uns entschieden, das machen wir nicht“, sagt Höner. Bochow ist realistisch: „Wenn wir das mit Beschränkungen gemacht hätten – irgendwann gehen die Leute ja vor die Bühne.“ „Die Verantwortung, die man da hat für die Besucher...“, sinniert Höner.

Und dennoch sagen beide: „2022 muss das Neuenkirchener Open Air stattfinden.“ Dann eben unter den Bedingungen, die am 9. Juli 2022 gelten. Auch wenn es bedeuten würde, den Sportplatz in Neuenkirchen einzuzäunen „Wir haben die Kosten dafür bereits eingerechnet.“

Für das Team des NOA ist im Mai Stichtag. Dann müsste der Druckauftrag raus.

Podcast und Video

Wer reinschauen möchte in den Film, der über die Neuenkirchener Preisträger in der virtuellen Preisübergabe gezeigt wurde, findet die Neuenkirchener bei Minute 0.59 unter https://vimeo.com/649930008

Der Podcast der Kreiszeitung fragt in dieser Woche: „Wie plant man eine Veranstaltung, die man nicht planen kann?“ Zu finden unter „Kreis und Quer“ auf den bekannten Podcast-Plattformen.

Von Sylvia Wendt

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