Barrier Investor plant Wohn- und Geschäftshaus

Ein „schräges Ding“ am Krusenberg

Kreiszeitung Syke
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Syke / Barrien - Von Heiner Büntemeyer und Michael Walter · Nahezu 180 Jahre steht sie schon dort: Die Durchfahrtsscheune hinter der dicken alten Eiche an der Krusenberg-Kreuzung. Jetzt scheinen ihre Tage gezählt: An ihrer Stelle soll demnächst ein modernes Wohn- und Geschäftshaus entstehen – mit außer gewöhnlicher Optik.

„J. L. 1835“ steht auf dem Schlussstein im Giebelmauerwerk, und ein inzwischen rostiger Ringanker zeigt die Initialen „J A K“. Die alte Scheune gehört zum Gebäudekomplex des ehemaligen Barrier Kaufhauses Klaunburg, das lange Jahre im Besitz der Familien Thielbar und Bleckwedel war.

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1995 erwarb Steuerberater Jörg Petersen den Komplex und richtete dort auf drei Etagen ein Steuerbüro ein, in dem er inzwischen 15 Mitarbeiter beschäftigt. Die Scheune erfuhr in diesem Zusammenhang mehrere Nutzungsänderungen: Erst wurde ein Lagerschuppen daraus. Dann wurden dort drei Garagen und eine Tischlerwerkstatt eingerichtet. Zuletzt dienten aber lediglich noch die Außenwände als großflächige Plakatständer. Von diesem Anblick müssen sich die Barrier in Kürze trennen, denn Steuerberater Petersen plant dort einen Neubau.

Das neue Gebäude soll  einen Meter weiter vom Straßenrand entfernt entstehen, doch die Maße bleiben nahezu unverändert. Ein Korridor soll den Neubau mit dem alten Hauptgebäude direkt an der Straßenecke verbinden und gleichzeitig als Empfangsbereich dienen, der den Zutritt in beide Gebäude  gewährt.

Das Frisörgeschäft zieht vom Altbau in den Neubau um und wird bei dieser Gelegenheit gleich beträchtlich erweitert.

In die bisher vom Friseur genutzten Räume im Altbau ziehen Beate und Francesco Valentini, die bereits in  Syke die „Piazza Valentini“ betreiben, mit Weinen,  Spirituosen und Delikatessen ein.

Architektonischer Clou des Neubaus wird aber das Obergeschoss: Es ruht nicht direkt auf den Grundmauern des Erdgeschosses, sondern wird schräg verschoben aufgesetzt und im überstehenden Bereich durch elegante Pfosten gestützt. Durch diese ungewöhnliche Gestaltung entsteht auf dem Dach des Erdgeschosses ein asymmetrischer Dachgarten, der durch die höher gezogenen Wände des Erdgeschosses begrenzt wird und vom Obergeschoss aus begehbar ist.

Das Obergeschoss ruht nicht direkt auf den Grundmauern des Erdgeschosses, sondern wird schräg verschoben aufgesetzt. So entsteht unter anderem ein asymmetrischer Dachgarten

Für den begeisterten Hobbykoch Jörg Petersen und seine Freunde aus dem von Annelore Balke geleiteten Männerkochkurs bildet  eine Kochinsel für zwölf Köche das Zentrum dieses Obergeschosses. Da die dort zubereiteten Speisen auch gegessen werden sollen, wird dieses „Kochsphäre“ genannte Studio gemütlich eingerichtet. Bis zu 25 Personen finden darin Platz, so dass neben Kochkursen auch Schulungen, Verkostungen oder Seminare veranstaltet werden können. Bei gutem Wetter kann die Dachterrasse in die Veranstaltungen einbezogen werden. Durch die Mauern geschützt vor dem Straßenlärm und im Schatten der mächtigen alten Eiche, die übrigens nicht gefällt werden soll, können sich die Besucher dort entspannen. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, könnte der Abriss beginnen.

So lautet zumindest der Plan. Denn auch wenn die Genehmigungsbehörde der Landkreis ist und nicht die Stadt Syke, bedeutet das noch lange nicht, dass Petersen bereits automatisch das Baurecht hätte.

In den politischen Gremien der Stadt ist dieses Vorhaben öffentlich noch gar nicht diskutiert worden. Selbst der Barrier Ortsrat ist damit bisher noch nicht konfrontiert worden. Er tagt das nächste Mal erst am 20. Februar.

Die alte Scheune von 1835 möchte Jörg Petersen übrigens gern erhalten wissen. Zumal der Fachwerkgiebel, die mächtigen Holzbalken und die interessante Holzkonstruktion des Daches es ihm angetan haben. Er hofft, dass es Liebhaber gibt, die diese Scheune gerne an anderer Stelle wieder errichten würden.

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