Gasthäuser der Region und ihre besonderen Kreationen

Nicht lang schnacken: Zeigt her, eure Schnäpschen!

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Bullenschluck: Für uns ein ganz besonders „leckerer“ Tropfen.

Wir haben vor einiger Zeit unsere Leser gefragt, welche besonderen Schnäpse sie aus ihrer Region kennen. Auf'm Dorf wird schließlich nicht nur der Klischee-Korn getrunken – dort kommen allerhand eigentümliche Kreationen zu Tage. Wir wollten die speziellen Schnäpse finden und haben uns auf die Suche gemacht.

Landkreis Diepholz/Samtgemeinde Hoya - Unsere Kneipentour lief allerdings nicht so geschmiert wie erhofft, unsere Kehlen wurden aber trotzdem geölt. Höhö. Alle knapp 300 vorgeschlagenen Schnäpse konnten wir unserer Leber zuliebe aber nicht testen. Dafür lief uns auch ein Bier über den Weg.

Station 1: Puvogel in Ochtmannien - Schnaps

Dort wollten wir die Eigenkreation „Alter Schwede“ testen. Leider haben wir die Rechnung ohne die geschlossene Gesellschaft bei Puvogel gemacht. Vielleicht hätten wir uns vorher informieren oder uns heimlich unter die Gäste mischen sollen. Tja.

Station 2: Zum Treppchen in Bru.-Vi. - Schnaps

In der super-coolen Kneipe trafen wir auf den Wirt Ralf Pasewald, der uns die Treppchen-Spezialität „Schwarze Sau“ einschenkte. Der Schnaps besteht aus Salmiak und Wodka, mit 40 % schwingt die Schwarze Sau auch ordentlich die Hufe. Das Rezept stammt von Ernst Winter, der das Treppchen seit Bestehen in den 70ern bis 2014 führte. 

Die „Schwarze Sau“ im Treppchen.

Aber Ralf Pasewald hatte noch ein alkoholisches Ass für uns im Ärmel: Die Ballerbowle! Die Eigenkreation ist ein Rezept seiner Mama und besteht aus Weißwein, Wodka, Zucker und verschiedenen Früchten. Die Ballerbowle sei sehr beliebt im Treppchen und würde mit ihren 15 % „schön betrunken“ machen, erzählt uns Ralf. Das glauben wir, denn die Bowle ist verdammt lecker, sodass man locker einen ganz Eimer davon trinken könnte.

Station 3: Flic Flac in Bücken - Bier

Der Ruf der Altbierbowle lockte uns ins hübsche Flic Flac nach Bücken. Allerdings wurden wir dort erneut auf den flüssigen Boden der Tatsachen geworfen: Laut einer Mitarbeiterin sei die Altbierbowle im Flic Flac nichts weiter als eine stinknormale Altbierbowle. Sie wüsste nicht, woher die Info käme, dass sie dort so besonders sei. Wieder ein Reinfall. Aber wir gaben nicht auf.

Station 4: Gasthaus Wolters in Staffhorst - Schnaps

So viele Leser haben uns geschrieben, dass wir unbedingt Fidi kennenlernen und das Kirchenfenster probieren müssen. Auf der Website von Wolters wird der Schnaps sogar als „Staffhorster Nationalgetränk“ bezeichnet. Junge, Junge! Das Rezept ist geheim und machte uns nur noch neugieriger. 

Das Kirchenfenster hat drei verschiedene Farben, die sich klar voneinander absetzen. Leider standen wir bei Fidi vor verschlossenen Türen: „Heute sind wir einmal selber eingeladen und haben daher geschlossen“. Ein Schild mit enttäuschenden Worten vor dem Eingang. Fast hätten wir eine kleine Träne verdrückt, aber wir gönnten Fidi die Auszeit. Fidi, wir kommen wieder!

Station 5: Deutsches Haus in Siedenburg - Schnaps

Wie das auf dem Dorf manchmal so ist, landet man manchmal an Orten, die man gar nicht auf dem Zettel hatte. So machten wir spontan Halt beim Deutschen Haus in Siedenburg und fragten die Wirtin, ob sie was Feines für uns im Schrank hat. Schockiert mussten wir feststellen, dass wir an Station 4 bereits dem Endgegner gegenüberstanden: Bullenschluck! 

„Bullenschluck“ im Deutschen Haus.

Schwammige Erinnerungen an 18. Geburtstage und üble Kopfschmerzen wurden wach. Bitte nicht Bullenschluck! Aber wir waren tapfer und hauten den Schnaps weg. Der Kräuterlikör hat stolze 43 % und tötet sicherlich sämtliche Krankheitserreger ab. Hergestellt wird Bullenschluck in der gleichnamigen Manufaktur in Sulingen. Erstmals hergestellt und entwickelt wurde der Bullenschluck von dem Apotheker Hans Dunker, das genaue Rezept ist streng geheim. Die Wirtin erzählte uns von einem weiteren Schnaps: Dem Apotheker-Schluck aus Siedenburg. Den gibt es nur in der Burg-Apotheke Siedenburg oder in der Heide-Apotheke Kirchdorf. 

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Wenn jemand im Deutschen Haus den Schluck bestellt, geht extra jemand in die Burg-Apotheke und besorgt eine Flasche. Leider konnten wir den Schnaps nicht probieren, da die Apotheke schon geschlossen hatte. Das Rezept des Kräuterlikörs ist ebenfalls streng geheim.

Station 6: Amtsschimmel in Sulingen -Schnaps

In der Sulinger Kneipe wurden wir von Chef-Wirtin Lara-Saskia Wendt begrüßt. Sie ließ uns den hauseigenen Amtstropfen probieren, laut Etikett ein „sanfter Magenwärmer“. Der Schnaps besteht aus Wodka, Lakritz und einer geheimen Zutat. Die wollten wir natürlich erraten, aber irgendwie hatten wir wohl nicht den richtigen Riecher. 

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Der 30%ige Amtstropfen sei sehr gefragt, erzählte uns Lara-Saskia. Hergestellt wird der Schluck ebenfalls in der Bullenschluck-Manufaktur. Lara-Saskia präsentierte uns noch ein weiteres Schnapsi-Schätzchen: Das Dampfloköl! Der süßliche und mit 18 Prozent harmlose Schnaps schmeckte sehr lecker und nach mehr! Herstellt wird das Öl in der Rittergutsmanufaktur in Sulingen. Die Kornbrennerei und der landwirtschaftliche Betrieb in Sulingen befinden sich seit rund 250 Jahren im Familienbesitz. Nun war uns klar: Die Sulinger haben eine Leidenschaft für eigentümliche Schnäpse.

Station 7: Donstorfer Deele in Donstorf - Schnaps

Die Donstorfer Deele ist eines der Lokale, die den Donstorfer Doppelkümmel servieren. Der Schnaps klingt so verlockend, den mussten wir einfach probieren. Also zog es uns in die Samtgemeinde Barnstorf. Aufgetischt wurde uns ein karamellfarbener Schnaps, der die Konsistenz eines klassischen Klaren hat. Erstmal ‘ne Nase nehmen, bevor probiert wird. 

Der „Donstorfer Doppelkümmel“ in  der Donstorfer Deele.

Der in Eydelstedt gebrannte Schnaps riecht, als würde er einem die Kehle wegätzen. Und fast genau so schmeckte er auch. Der Schnaps ist extrem scharf! Nachdem die Kehle einige Minuten lang brannte wie Feuer, kam aber eine zarte Kümmelnote durch. Auch etwas Fruchtiges hat das 42%ige Branntwein-Schätzchen an sich. Irgendwie schmeckte es dann doch nach mehr.

Station 8: Leifi in Cornau - Schnaps

In die Disco Leifi zog uns eigentlich das Getränk „Air Force“. Vor Ort stellte sich aber heraus, dass es sich um ein Mischgetränk und nicht um Schnaps handelte. Deshalb fragten wir den Wirt nach einem eigenbrödlerischen Schnaps. Schließlich bekamen wir dort den „Grünen Elch“ zu trinken. Die tiefgrüne Flüssigkeit schickte uns direkt in die frühe Jugend zurück. Der erste Schnaps, den wohl jeder trinken durfte, war „Green-Power“ von Heydt. Und wer sich daran nicht satt getrunken hat, der lügt sich doch selbst in die Tasche. 

Der „Grüne Elch“ im Leifi.

Der „Grüne Elch“ schaut auf den ersten Blick genau so aus wie der Waldmeister-Likör. Schmecken tut er aber eher wie „Berliner Luft“ und als großes Finale entpuppte sich dieses Schnäpschen als waschechter Kurzer. Mit reinstem Wodka und echtem Minzöl wirbt das Etikett. Stolze 50% Alkoholgehalt misst der Schnaps. Es flossen fast ein paar Tränen.

Station 9: Brauhaus in Wagenfeld - Bier

Neben Schnaps mögen wir auch sehr gerne Bier. Daher haben wir es uns schlussendlich nicht nehmen lassen, auch ein solches aus der Region zu probieren. Die Wahl fiel auf das Dunkle des Brauhauses Christof Töbelmann in Wagenfeld. In seiner Farbe überzeugt es durchaus als dunkles Bier, doch im Geschmack eher nicht. Manche würden es süffig nennen, manche vielleicht zu wässrig. Dennoch ist das Steakhaus sicher einen Besuch wert, denn es überzeugt mindestens durch das Ambiente und die Nähe an der Produktion.

Unsere Top 3 

Schon nach kurzem Überlegen können wir unsere persönlichen Top 3 küren. Alles in allem überzeugen uns die Schwarze Sau, die Baller-Bowle und das Dampflok-Öl am meisten. Nicht nur die Schnäpse haben uns am besten geschmeckt, auch die Lokale und Wirte bescheren ein unvergessliches Kneipen-Erlebnis.

Apropos Schnaps: Die Kohlfahrt-Saison geht wieder an den Start. Wir verraten euch, wie ihr eure Kohltour und die vielen Schnäpse ohne Kohllateralschaden überlebt!

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