Landkreis erwägt Mini-Sanierung des maroden Dachs ohne Syker Beteiligung

Schluss mit Theater: Nur noch 199 Plätze in der Aula?

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Dieses Bild von einem Vortrag über den Gesseler Goldschatz im April 2012 könnte bald historischen Wert besitzen: Es könnte eines der letzten sein, das knapp 600 Zuschauer im Syker Theater zeigt. Der Landkreis denkt über einen Rückbau zur reinen Schul-Aula mit weniger als 200 Plätzen nach, falls die Stadt Syke das Gebäude nicht in ihren Besitz übernimmt. · Archivbild: Husmann

Syke - Von Michael Walter. Setzt Landrat Cord Bockhop der Stadt Syke jetzt im Streit um die Sanierung des einsturzgefährdeten Theaterdachs die Pistole auf die Brust? Entweder die Stadt übernimmt das Theater komplett in eigene Regie, oder der Landkreis reduziert die Zuschauerkapazität auf 199 Sitzplätze.

Auf diese Konfrontation könnte es nach Informationen der Kreiszeitung  am 6. Februar beim nächsten Gespräch zwischen dem Landkreis einerseits und der Syker  Politik und  Verwaltung andererseits  hinauslaufen. Für die Stadt wäre ein so kleines Theater nicht mehr wirtschaftlich zu  betreiben.

Hintergrund: Bei einem Veranstaltungsraum mit weniger als 200 Plätzen gelten weit weniger strenge  Sicherheitsvorschriften. Der Landkreis könnte dadurch das marode Dach weitaus billiger sanieren, nämlich ohne jede Syker Beteiligung. Was dann an nutzbarer Raumkapazität übrig bliebe, reicht dem Landkreis aus, um dem Gymnasium eine alltagstaugliche Aula zur Verfügung zu stellen. Großveranstaltungen wie Abi-Entlassungs- oder Einschulungsfeiern würden dann in die Turnhalle verlegt werden müssen.

Auf diese Möglichkeit angesprochen, reagiert Bockhop ausweichend: „Ist es denkbar, dass ein Elefant orange angestrichen wird? Ist es auch realistisch, dass ein Elefant orange angestrichen wird?“

Im nächsten Atemzug betont Bockhop aber wieder deutlich, was bei ihm Priorität hat: „Ich möchte die Schule nicht länger warten lassen und ihr möglichst bald die Aula wieder nutzbar machen.“ Für weiter reichende „Interpretationen“ stehe er angesichts des anstehenden Gesprächstermins nicht zur Verfügung.

Pikant: Die Meinung des Gymnasiums zu diesem Thema scheint Bockhop dabei nur am Rand zu interessieren. Der Schulvorstand befasst sich erst am 5. Februar mit diesem Thema. Das Gespräch zwischen Bockhop und der Stadt Syke hätte eigentlich aber bereits am vergangenen Montag erfolgen sollen und ist nur auf Grund von Terminschwierigkeiten auf Syker Seite verschoben worden.

Seine Beweggründe sieht der Landrat in einer angestrebten Gleichbehandlung der Theaterstandorte Diep holz, Sulingen und Syke. In allen drei Fällen ist das örtliche Theater gleichzeitig auch die Aula des Gymnasiums, das sich wiederum jeweils in Trägerschaft des Landkreises befindet. In Diepholz hat die Stadt das Theater komplett übernommen, in Sulingen gibt es derzeit eine 50:50-Lösung und in Syke trägt der Landkreis die Hauptlast der Kosten. Bockhop möchte aber auch in Sulingen und Syke das Theater an die örtliche Kommune übertragen und für größere Schulveranstaltungen quasi nur Mieter der Aula sein.

Der Stadt Syke hatte er bereits im November einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Die Stadt hätte den „Landkreis-Anteil“ am Theater für rechnerische 800 000 Euro auslösen und zur Vermeidung hoher Zahlungen andere Gebäudeteile an den Landkreis abtreten sollen. Etwa die ausschließlich vom Gymnasium genutzten Teile der alten Hauptschule. Dafür gab es keine politische Mehrheit.

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