Eine Sammlung und ihre amüsante Geschichte

Schilderkunst im Sulinger Amtsschimmel

EINE SAMMLUNG historischer Schilder ziert die Wände im Amtsschimmel.

Sulingen - Im Amtsschimmel in Sulingen gibt es nicht nur leckeres Bier und schottischen Whisky: Auch Kleinkunst der besonderen Art wird präsentiert. Emaille und Blechschilder – früher als Werbemittel an vielen Läden und Wirtshäusern – zieren die Wände.

 „Jedes Schild hat so seine eigene, zum Teil amüsante Geschichte“ sagt Willi Bründl versonnen. Die meisten Schilder hat er von einem Gast, der sozusagen in „Naturalien“ bezahlte.

Er war ein großer Sammler und somit kamen diverse Schilder aus seiner Garage in den „Schimmel“. Zunächst hatte der Wirt nicht so recht Spaß daran, fand aber immer mehr Gefallen an diese Zeugen der Vergangenheit. Das Bahnhofsschild „Sulingen Hann.“ wurde sogar einmal an das Museum am Stadtsee für eine Ausstellung ausgeliehen.

Die Geschichte des „Fulda-Reifen“-Schildes hat gar einen romantischen Hintergrund: Eines Tages eröffnete ein junges Paar dem Wirt, dass es bald heiraten wolle und auf dem Standesamt sollte ein Dudelsackspieler die Zeremonie unterstützen. Weil jedoch alle Piper an diesem Wochenende zum Bundestreffen nach Peine fuhren, sahen sie ihre gute Idee davon schwimmen und wandten sich an den Wirt mit der Bitte, ihnen einen Backpiper zu besorgen. Natürlich konnte er helfen, weil ein in Irland ausgezeichneter Piper (schon häufiger im „Schimmel“ musikalisch aktiv) nicht zum Treffen reiste und somit dem Brautpaar aus der Verlegenheit helfen konnte. Dafür schleppten die beiden nach der Hochzeitsreise das schön erhaltene Schild an.

Ein Straßenschild „Am Amtmannsteich“, das jemand zur Eröffnung mitbrachte, erregte das Interesse eines Gastes, der erstens Amtmann geworden war und sich zweitens in seinem Garten soeben einen Teich angelegt hatte. Der Wirt blieb hart: Nur im Austausch gegen ein anderes Schild rückte er es heraus. Das klappte dann auch. Besonders stolz ist Willi Bründl auf eine Sonderanfertigung eines Künstlers: Ein Spengler (Feinblechner) war sehr angetan vom irischen Guinness – und wie der Wirt es ihm liebevoll einschenkte. Er schuf ein Schild mit der irischen Harfe und recherchierte bei einem Sulinger Betrieb, wie der Hintergrund schwarz zu färben sei – ein Unikat.

Manche der Schilder sind Neuauflagen oder Repliken alter Originale, die aber wie ihre früheren Vorgänger als Werbemotive dienten und bei so manchem Betrachter vielleicht Kindheitserinnerungen hervorrufen, denn früher hingen davon viele an den Wänden von Läden, Gaststätten, Kinos oder sonstigen Verkaufsräumen.

Auch Gäste, die öfter den Amtsschimmel besuchen, finden immer noch was Neues an den Wänden. Je nach Sitzplatz und Blickrichtung. Auch auf dem Flur gibt’s zwölf Bilder, die die Herstellung von Guinness zu Thema haben – bis zum fertigen Pint. Und immer gibt’s noch ein weiteres Detail anzuschauen...

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wie viel Hightech in neuen Lenkrädern steckt

Wie viel Hightech in neuen Lenkrädern steckt

Dem Herrn in Israel auf der Spur

Dem Herrn in Israel auf der Spur

Über Land durch Afrika im Geländewagen

Über Land durch Afrika im Geländewagen

Abrissarbeiten auf dem Gelände des Sudweyher Gutshofs

Abrissarbeiten auf dem Gelände des Sudweyher Gutshofs

Meistgelesene Artikel

Autohändler gibt mit Bugatti Chiron in Weyhe Vollgas - Polizei schreitet ein

Autohändler gibt mit Bugatti Chiron in Weyhe Vollgas - Polizei schreitet ein

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - der zieht Vergleich mit DSDS-Sieger

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - der zieht Vergleich mit DSDS-Sieger

Heftiger Unfall: Auto prallt gegen eine Garage und landet kopfüber im Graben

Heftiger Unfall: Auto prallt gegen eine Garage und landet kopfüber im Graben

Parkplatzsuche bei IKEA außer Kontrolle: Autofahrer tritt auf Konkurrenten ein

Parkplatzsuche bei IKEA außer Kontrolle: Autofahrer tritt auf Konkurrenten ein

Kommentare