„Mala – ein Leben und eine Liebe in Auschwitz“ / Bewegende und eindrucksvolle Lesung zum Holocaust-Gedenktag

Scham über mörderisches Geschehen

Christiane Palm-Hoffmeister, Horst Breiter und Helmut Donat

Syke - SYKE (iv) · „Seid tapfer und vergesst nichts“, waren die Worte der gefolterten und todgeweihten Mala Zimetbaum. Sie gehörte unter der Nazidiktatur zu den jüdischen Frauen die im Konzentrationslager Auschwitz inhaftiert waren. Der „Arbeitskreis 9. November“ hatte zur Veranstaltung für den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ins Syker Rathaus eingeladen. „Mala – ein Leben und eine Liebe in Auschwitz“ und überlieferte Auschwitz-Kinderlieder waren die Themen.

Bürgermeister Dr. Harald Behrens begrüßte besonders die Interpreten der Lesung mit Texten aus Dr. Lorenz Sichelschmidts Buch „Mala“: Schauspieler und Rezitator Horst Breiter, Christiane Palm-Hoffmeister und Verleger Helmut Donat gaben der Veranstaltung beeindruckend und sensibel ein  Gesicht.

Weit über eine Million Kinder haben die Nazis erschossen, erhängt, bei lebendigem Leib begraben. „Der Autor der Auschwitz-Kinderlieder möchte anonym bleiben“, teilte Helmut Donat mit und ließ seinen Freund Breiter den Text „Vom toten Kind, das sich wärmen wollte“ lesen.

„Es war ein Kind in Birkenau, gegangen durch den Kamin.“

Breiter hat die wohltemperierte Stimme für die Texte. „Das Lied vom Kind, das der Mutter sein letztes Brot geschenkt hat“ lässt Zuhörer nicht nur still sein, sondern Scham empfinden über mörderisches Geschehen. Die Unvorstellbarkeit von grauenvollen Taten an Menschen ist auch 65 Jahre nach der Befreiung der letzten Häftlinge von Auschwitz nicht  begreifbar.

„In Gedichten und Liedern geht es nicht nur um das Leid und Sterben der Kinder in Auschwitz, sondern um das Erinnern, um das Aufrütteln gegen jedes Vergessen“, ließ Donat die Zuhörer wissen.

Donat selbst griff zur Gitarre und sang das Lied von den „Moorsoldaten“.

Autor Sichelschmidt hat seine Recherchen über Mala Zimetbaum zu einem Buch verarbeitet.

Das Mädchen war eine Kämpferin. Intelligent, mehrsprachig und später eine schöne junge Frau. Ihre Sprachkenntnisse halfen ihr, um im KZ die Selektion zu überstehen.

Vor dem düsteren Hintergrund der Baracken und Schornsteine von Auschwitz verliebt sich Mala in den jungen Polen Edward. Den beiden jungen Leuten gelingt die Flucht. Aber sie werden erneut inhaftiert. Grausame Folter und Schläge müssen die Liebenden erdulden, bevor sie hingerichtet werden sollen.

Noch einmal bäumt sich Mala auf, zeigt Größe: Beim Zählappell bilden die Gefangenen einen Kreis. In der Mitte steht Mala. Sie schneidet sich mit einer Rasierklinge die Pulsader auf. Der Arbeitsdienstführer will sie aufhalten. Mala schlägt ihm mit blutigen Händen ins Gesicht. Danach ergreifen SS-Männer die junge Frau, hört man Knochen brechen. In der Dämmerung wird ihr Körper auf einen Handkarren gelegt und quer über die Lagerstraße gezogen, der in Richtung Krematorium verschwindet, wo sie lebendig verbrannt werden soll.

Bewegend und eindrucksvoll lasen die drei Interpreten aus Sichelschmidts Buch. „Sie dürfen aufstehen und applaudieren“, forderte  Helmut Donat auf, „Mala  Zimetbaum hat diese Achtung verdient!“

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