Vortrag im Soldatenheim / Einblicke in Weltraumlagezentrum der Bundeswehr

Satelliten vor Weltraumschrott schützen

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Weltraumexperte Dr. Frank Müller (rechts) stellte auf Einladung der GfW in Diepholz in seinem Vortrag das neue Weltraumlagezentrum der Bundeswehr vor. Oben Dr. Müller mit Gerhard Friedrfichs. ·

Diepholz - Das Navigationsgerät in unserem Auto führt uns sicher zum Ziel, das Mobiltelefon erlaubt uns mit Freunden in Australien zu kommunizieren und längst hat auch das Satelliten-Fernsehen Einzug in unsere Wohnzimmer gehalten.

Die moderne Industriegesellschaft hat sich vom Weltraum abhängig gemacht. Dort kreisen inzwischen über 1000 Satelliten aus 64 Nationen, umgeben von mehr als 600 000 Trümmerteilen, die den empfindlichen Kommunikations- und Navigationssystemen bedrohlich nahe kommen. So kann bereits ein winziges fünf Zentimeter-Schrottteilchen einen Satelliten durchschlagen und damit tausende neuer Trümmerteile produzieren. „Das gilt es zu verhindern“, sagte Oberstleutnant Dr. Frank Müller, Weltraumwetterexperte des vor zwei Jahren in Dienst gestellten Weltraumlagezentrums (WLZ) der Bundeswehr.

Dr. Müller, der auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) nach Diepholz kam, stellte vor 40 Besuchern im Soldatenheim das WLZ vor. In Uedem bei Kalkar am Niederrhein sorgen 15 Beschäftigte dafür, ein möglichst detailliertes Weltraumlagebild zu erstellen. In Kooperation mit Partnern aus Industrie, Forschung und Raumfahrtbehörden tauscht das WLZ Daten aus, bewertet diese in visuellen Computeranimationen und warnt vor möglichen Kollisionen.

Gerade erst hat das WLZ die Testphase durchlaufen und die Anfangsbefähigung erreicht. Ab 2012 bis zum Jahr 2015 soll der operationelle Betrieb mit bis zu 40 Mitarbeitern laufen.

Gibt es denn ausschließlich die friedliche Nutzung von Satelliten im erdnahen Weltraum, wollte ein Zuhörer im Publikum wissen. Stichwort „Krieg der Sterne“ oder Einsatz von Laserwaffen? „Alles ist denkbar“, so der Luftwaffenreferent, aber die größte Bedrohung gehe nicht von Waffen, sondern von unkontrolliert fliegenden Schrottteilen aus, beruhigte Dr. Müller. Schon deshalb gewinne die Notwendigkeit einer Operationszentrale zur Erstellung eines Weltraumlagebildes immer größere Bedeutung,

Denn auch die Bundeswehr betreibt insgesamt sieben Satelliten. Fünf davon sind Aufklärungssatelliten, zwei Kommunikationssatelliten, die die Erde in rund 500 Kilometer Höhe umkreisen. Die friedliche und politisch begründete Nutzung von Satelliten zur Kommunikation im Einsatzland sei für die Streitkräfte heute schon überlebenswichtig, und der Schutz vor militärischer Aufklärung durch Spionagesatelliten diene ausschließlich der Sicherheit eigener Truppen, betonte der Weltraumexperte. · rt

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