Willi Schmidt-Wulff organisiert Sachspenden für Menschen in Griechenland

Rollstühle und Medikamente

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Willi Schmidt-Wulff mit den Medikamenten-Ärztemustern, die er für seine Spendenaktion bekommen hat. Er hat Hilfe für Menschen in Griechenland organisiert. ·

Diepholz - DIEPHOLZ/DREBBER · Die Euro-Krise in Griechenland betrifft nicht nur Politiker. Nahezu alle Menschen in dem südeuropäischen Land spüren sie am eigenen Leib. Sie verarmen, bekommen auch keine gute medizinische Versorgung mehr. Willi Schmidt-Wulff hat jetzt in Diepholz eine Spendenaktion für Griechenland gestartet.

„Dadurch, dass wir einige Zeit des Jahres in Griechenland verbringen, spüren wir hautnah die Krise dort und wie sich die Lage der Menschen von Tag zu Tag mehr verschlechtert“, erklärt der 66-jährige Pensionär, der gemeinsam mit seiner Frau Jane ein kleines Haus in dem griechischen Dorf Agios Georgios hat.

Willi Schmidt-Wulff nennt menschliche Beispiele aus der Griechenland-Krise: „Gehälter und Renten wurden um mehr als 50 Prozent gekürzt. So verdienen Gymnasiallehrer inzwischen unter 1 000 Euro im Monat. In den großen Städten schießen die Suppenküchen wie Pilze aus dem Boden. Es fehlt an Kleidung, an Geld für die Energieversorgung“, berichtet der in Drebber wohnende pensionierte Gymnasial- und Berufsschullehrer, der auch lange in der Lehrerausbildung tätig war. Heizöl sei fast so teuer wie Dieselkraftstoff, der in Griechenland mehr als 1,50 Euro pro Liter koste.

Besonders schwierig sei die Lage im Gesundheitsbereich. Schmidt-Wulff: „Patienten müssen in einigen Gesundheitszentren ihre Medikamente und Verbandsmaterialien selbst mitbringen, können sich darüber hinaus Zuzahlungen in der Human- und Zahnmedizin-Versorgung nicht leisten und sind auf Spenden angewiesen.“

Hier setzte Willi Schmidt-Wulffs Engagement an: Er fragte bei Diepholzer Apotheken nach Sachspenden, bekam von der Grafen-Apotheke und der Apotheke am Pohl insbesondere Verbandsmaterial.

Besonders beeindruckt zeigte er sich von Orthopädietechnik Bödeker: „Wir bekamen von dieser Firma einen ganzen Pferdeanhänger voll beladen mit gebrauchten Rollstühlen, Rollatoren und anderen Gehhilfen.“ Mit Hilfe der Organisation „Norddeutschland hilft Griechenland“ hat Willi Schmidt-Wulff diese Sachspenden inzwischen nach Griechenland transportiert und sich vor Ort um die Verteilung an soziale Einrichtungen und ihm bekannte hilfsbedürftige Menschen gekümmert.

Willi Schmidt-Wulff möchte sein Engagement fortsetzen. Von einem Diep holzer Mediziner hat er schon einen blauen Plastiksack voller Medikamenten-Ärztemuster bekommen. Weitere Sachspenden nimmt Schmidt-Wulff nach Absprache entgegen (Tel. 05445/1553).

Auf sein Engagement ist inzwischen auch das Bundes-Gesundheitsministerium aufmerksam geworden. Es fragte bei dem Pensionär in Drebber nach, ob er auch Sachspenden-Aktionen für Moldavien und Kirgisien organisieren wolle. Willi Schmidt-Wulff packt wahrscheinlich auch das an. · ej

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