Weihnachtsstück „Eine Woche voller Samstage“ feiert im Weyher Theater eine sehr gelungene Premiere

Rolle auf den Taucheranzug geschneidert

Noch ahnt die „Rosenkohl“ nichts von Taschenbiers neuem Mitbewohner: dem Sams. ·
+
Noch ahnt die „Rosenkohl“ nichts von Taschenbiers neuem Mitbewohner: dem Sams. ·

Weyhe - Von Philipp KösterIn Sudweyhe steht die Paul-Maar-Grundschule. Paul Maar ist der Schöpfer des berühmten Sams. Viele große und kleine Kinder kennen die frechen Späße dieser „Mischung aus Affe, Schwein und Kind.“ So beschreibt es der vom Sams schier in den Wahnsinn getriebene Studienrat Groll in dem Weihnachtsstück „Eine Woche voller Samstage“, das gestern eine sehr gelungene Premiere am Weyher Theater feierte.

Auch ohne einen konstruierten Bezug zur Sudweyher Grundschule passt das Thema nach Pippi Langstrumpf im vergangenen Jahr vorzüglich nach Weyhe. Geboten wird den jungen und älteren Gästen eineinhalb Stunden schwungvolle Unterhaltung mit einem liebenswerten rothaarigen Schelm in der Hauptrolle. Marco Linke spielt sie so, als sei ihm der samssche Taucheranzug auf den Leib geschneidert. Sein neues Outfit bekommt er im Kaufhaus unter chaotischen Umständen, an dessen Ende zwei kaputte Maßanzüge und eine Feueralarm zu bilanzieren sind.

Doch der Reihe nach: Getreu der Vorlage von Paul Maar aus den 1970er-Jahren findet Herr Taschenbier das Sams an einem Samstag. Das zieht gleich bei Taschenbier (Thomas Kahle) ein, einem schüchternen Duckmäuserich, der nicht nur unter dem Kommando seines Chef Oberstein (Joachim Börker), sondern auch unter der Fuchtel seiner atombusigen Vermieterin Rotkohl (Nathalie Bretschneider) steht.

Doch das Sams wäre nicht das Sams, wenn er in das eingefahrene Leben seines „Papas“ nicht ganz viel frischen Wind bringen würde. Oberstein wird nach Strich und Faden hochgenommen, durch verstellte Uhren und eine Papierkugel, die das Sams immer wieder in Taschenbiers Rücken auf den Schreibtisch des Chefs wirft. Diese Szene ist ein schönes Beispiel dafür, mit welch einfachen Mitteln die Kinder im Publikum zu einem herzhaften Lachen zu bringen sind. Große Freude auch, als die „Rosenkohl“ auf einem Kleiderschrank landet, eine intensive Begegnung mit einem Eisbären (Simon Kase) machen muss und immer genau das Gegenteil von dem sagt, was die alte Keifziege eigentlich „Flaschenbier“ an den Kopf werfen will. Viele dieser absonderlichen Situationen verdanken sich den Wunschpunkten, die das Sams über und neben seiner Schweinenase hat. Doch bald sind die Punkte alle. Und das Sams muss wieder fort …

Dem Weyher Theater ist wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Die Darsteller (als Erzähler fungiert Marc Gelhart), die bis auf die beiden Protagonisten in Windeseile in unterschiedliche Rollen schlüpfen müssen, das kompakt-pfiffige Bühnenbild von Hermes Schmid, der auch die Inszenierung übernommen hat, die schrillen Kostüme von Viktoria Theoharova und nicht zuletzt der ohrwurmeske Titelsong „Happy Samstag to you“ von Patrick Kuhlmann – alle großen und kleinen Fans des Sams und der Bühne am Kirchweyher Marktplatz sollten sich diesen turbulent-kurzweiligen Spaß in der Vorweihnachtszeit nicht entgehen lassen. Doch Eile ist wie immer geboten: Es gibt nur noch wenige Restkarten für die Aufführung bis Heiligabend, und das gilt für die meisten Wochentage.

http://www.weyhertheater.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Thomas Schäfer ist tot – Sein Leben in Bildern

Thomas Schäfer ist tot – Sein Leben in Bildern

Überforderung im Sport vermeiden

Überforderung im Sport vermeiden

Warum Rasenroboter doch noch einen Gärtner brauchen

Warum Rasenroboter doch noch einen Gärtner brauchen

Fünf Spiele für Eltern und Kinder

Fünf Spiele für Eltern und Kinder

Meistgelesene Artikel

Dennis Webner hat sich der Sportart Schach mit Herz und Seele verschrieben

Dennis Webner hat sich der Sportart Schach mit Herz und Seele verschrieben

Und die Kosten sind zum Weinen

Und die Kosten sind zum Weinen

Zentralklinik des Landkreises: Drei mögliche Standorte aus der Samtgemeinde Barnstorf

Zentralklinik des Landkreises: Drei mögliche Standorte aus der Samtgemeinde Barnstorf

Gut Aiderbichl als letztes Zuhause für Zirkuspferde

Gut Aiderbichl als letztes Zuhause für Zirkuspferde

Kommentare