Gutachter empfiehlt 20 Neu-Einstellungen

Rettungsdienst braucht Helfer

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Viel zu oft geht es um Leben und Tod: Der Rettungsdienst hat elementare Bedeutung für die Bürger im Landkreis Diepholz – und immer mehr Einsätze zu bewältigen. Heute müssen die Mitarbeiter knapp ein Drittel (exakt 28 Prozent) mehr Einsätze leisten als noch vor sechs Jahren. Damals gab es vier Rettungswachen im Landkreis, heute sind es neun Standorte. Und trotzdem kann die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist nicht immer eingehalten werden.

15 Minuten sind festgelegt. Aber im Landkreis Diepholz kann dieses Zeitfenster nur in 91 Prozent der Fälle erreicht werden. Will heißen: In einem von zehn Fällen kommen die Retter später als erlaubt. Immer wieder thematisieren Kreistagsmitglieder deshalb Verbesserungen – auch an diesem Donnerstag: Wenn um 16.15 Uhr im Kreishaus Diepholz die Sitzung des Fachausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit beginnt, sitzt Jens Petri mit am Tisch. Er ist Gutachter des Beratungsunternehmens Orgakom, das im Auftrage des Landkreises Diepholz ein Rettungsdienst-Gutachten erarbeitet hat.

Ergebnis: Der Rettungsdienst im Landkreis braucht drei neue Fahrzeuge und muss personell um 20 Mitarbeiter aufgestockt werden. Der Grund: An einzelnen Rettungswachen müssen Helfer länger zur Verfügung stehen als bisher.

Beispiel Rettungswache Sulingen: Sie muss den flächenmäßig größten Versorgungsbereich abdecken – mit zwei Rettungswagen. Einer ist rund um die Uhr mit Helfern besetzt, der zweite aber nur werktags von 8 bis 20 Uhr, also zwölf Stunden.

Mit Blick auf die aktuellen Anforderungen schlägt der Gutachter vor, diesen zweiten Rettungswagen künftig auch am Wochenende mit Personal zu besetzen – sprich zwölf Stunden (von 8 bis 20 Uhr) an allen Tagen des Jahres einsatzfähig zu halten. Außerdem soll dieses Fahrzeug nicht mehr von Sulingen aus starten, sondern in Varrel oder in Wehrbleck stationiert werden: „Von dort könnte der östliche Teil der Gemeinde Wagenfeld einschließlich der Ortschaft Ströhen wesentlich schneller erreicht und somit erheblich besser versorgt werden als bisher.“ Insbesondere in Ströhen besteht Verbesserungsbedarf, hatten die Beratungen im Fachausschuss bereits ergeben. Für die dezentrale Lösung spreche außerdem: „Der gesamte westliche Teil der Samtgemeinde Kirchdorf mit den Ortschaften Varrel, Wehrbleck und Freistatt würde ebenfalls stark profitieren.“ Weitere Verbesserungsvorschläge stellt der Gutachtter Donnerstag vor.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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