Rund 700 Besucher sehen 220 Nachwuchs-Artisten in Rehdener Eventhalle

Zirkus „BaWeRelli“ begeistert Zuschauer

Ein Höhepunkt der Gala-Vorstellung war zweifelsohne die Hundedressur. Zirkushund „Bica“ war der Liebling der Zuschauer und sprang unter anderem durch Reifen. - Foto: Brauns-Bömermann

Rehden - Von Simone Brauns-Bömermann. Rund 700 Besucher teilten sich die ausgebuchte Empore in der großen Sporthalle in Rehden. Nicht für alle blieb ein Sitzplatz. Anlass: Die Zirkusgala-Vorstellung des Zirkus „BaWeRelli“. Akteure: Die 220 Grundschüler der Grundschulen Barver, Wetschen und Rehden. Klar, woher der Name abgeleitet war.

Am Freitag wehte in der Dreifeldsporthalle die Zirkusluft, denn die Grundschüler hatten gemeinsam mit ihren Lehrern und den Zirkuspädagogen des engagierten „Circus Radieschen“ aus Oldenburg die gesamte Woche ab Montag fleißig geprobt. Eine Woche Zirkus, damit die Vorstellung für Eltern, Geschwister, Großeltern und Vertreter der Gemeinde inklusive von Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch klappt. Und damit Programm und Interieur der Halle schön bunt wurden, hatten die Schüler nicht nur geübt für ihre Zirkusnummern, sondern Plakate und Girlanden gemalt, Eintrittskarten kreiert.

„Wir haben ganz viel Unterstützung von den Fördervereinen der Grundschulen und den Eltern erfahren“, so die Lehrkräfte einmütig. Die Klassen eins bis vier genossen viereinhalb Tage Zirkusfeeling und Zirkushund „Bica“ wurde zum Liebling der Schüler. Sie konnten im Vorfeld gemäß Neigung und Neugier Wünsche des zu besuchenden Workshops anmelden. Falls der in der an einem anderen Schul-Standort stattfand, hatte man eben mal dort Zirkusstunde. Auch Schulleiter Peter Worobcuk macht eine gute Figur als Zirkusmoderator mit Zylinder und Fliege.

Die große Galavorstellung brachte zahlreiche Attraktionen in die Sporthalle unterm gespannten Zirkuszelthimmel: Inlineskater, Seiltänzer, Fakire, die auf Glasscherben wandelten und sich auf ein Nagelbrett legten. Großartige Magier und Jongleure, die das Zirkus-Kopf-Kino anspringen ließen: „In dieser Woche ist uns die Weltsensation gelungen“, erläutert die Zirkusdirektorin. „Dinge, die in der Luft fliegen, landen nicht auf dem Boden. Wir haben die Schwerkraft überwunden“, gemeint war Jonglage. Nächste Attraktion: Wie werden aus langen und kurzen Spaghetti gleich lange? Das wussten nur die Spaghetti-Zauberer. Es folgten Leiterartistik, Gesang, immer wieder die lustigen Clowns mit Späßen und Bica Brunelli und Friends aus Portugal, der Zirkushund mit seinen Zirkusschülern. Sie sprang durch Reifen, balancierte auf dem Rücken der Kinder und machte Hockerakrobatik. Den Schülern war der Applausrekord sicher, denn sie zauberten ein Manege-Gefühl der eigenen Sorte: Selbstgemacht und mit viel Spaß garniert.

In der Pause versorgte die Schülerfirma der Schule am Geestmoor in Rehden die durstigen Gäste mit kühlen Getränken und Zirkus-Popcorn.

Auf die Frage, ob er mit so vielen Gästen gerechnet hätte, erwiderte Schulleiter Worobcuk: „Nicht ganz.“ Freute sich aber schon auf das nächste Projekt, denn die Grundschulen veranstalten jedes Jahr eine Projektwoche. Die sind dann aber eher so wie ein Schulfest, nicht in der Größenordnung Zirkus. „Rund um die Welt“ und ein Musikprojekt sind geplant. Das Fazit der Lehrerkollegen fiel positiv aus: „Es war anstrengend aber wunderschön. Das sieht man ja am Ergebnis.“ Das Ziel von Cirkus-Gründerin Ines Rosemann ging auch in Rehden auf: Kinder nicht zu artistischen Höchstleistungen drängen, sondern den Spaß in den Vordergrund bringen. „Zirkus selbst gemacht, ist viel anstrengender als angeschaut“, verrät eine Schülerin, hat aber nicht viel Zeit, denn der nächste Auftritt ruft…

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