Faszinierende Welt des Unsichtbaren

Unternehmen Xray Online bietet in Rehden Röntgenanalysen für Privatkunden und Industrie

Robert Klaus demonstriert die Funktionsweise der L-Series, eines in einem Container konstruierten Röntgengeräts.
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Robert Klaus demonstriert die Funktionsweise der L-Series, eines in einem Container konstruierten Röntgengeräts.

Rehden – Ein Röntgenbild vom eigenen Motorrad als Poster an der Wand? Oder von Opas alter Taschenuhr? Das und vieles mehr macht das Unternehmen Xray Online möglich, das Robert Klaus und Sven Krüger gerade im Rehdener Gewerbegebiet „Am Gasspeicher“ aufbauen.

Neben dem „Röntgen für Jedermann“ bieten sie dort Materialanalysen für die Industrie an. Die beiden Experten, die nach eigener Aussage schon seit gut 15 beziehungsweise 7 Jahren Röntgengeräte entwickeln, schaffen sich damit ein zweites Standbein.

Bislang produzierten sie im 2017 als Schwester der norwegischen Flow Capture AS gegründeten Unternehmen Flow Capture Germany Röntgenlösungen zur Strömungsanalyse vorwiegend für die Öl- und Gasindustrie, aber auch für den Tüv, Universitäten, die pharmazeutische und Nahrungsmittelindustrie. Ihre häufig nach individuellen Anforderungen ihrer Kunden konstruierten Geräte ermöglichen es beispielsweise, die Konzentration von Öl, Gas und Wasser in einer Pipeline zu überwachen.

Das soll auch zukünftig ein wichtiger Geschäftsbereich bleiben. „Aber die Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie ist gefährlich“, weiß Geschäftsführer Robert Klaus. Das haben der 39-Jährige und sein 33-jähriger Geschäftspartner Sven Krüger in der aktuellen Krise gerade wieder zu spüren bekommen. Viele Aufträge seien auf das nächste Jahr verschoben worden, so Klaus.

Die beiden Entwickler, die vor Jahren bereits in einem anderen Unternehmen zusammengearbeitet hatten, nutzten die Zeit, um ihre Idee einer zerstörungsfreien Analysemöglichkeit in die Praxis umsetzen.

Im April entstand die erste Skizze, vor eineinhalb Monaten wurde die etwa 300 Quadratmeter große Halle im Rehdener Gewerbegebiet errichtet. Ein Flachdetektor für die detaillierte Prüfung einzelner Gegenstände verrichtet dort bereits seinen Dienst. Ein paar Meter weiter entsteht in einem Container gerade eine Eigenkonstruktion – die L-Series. Dabei handelt es sich um einen Zeilen-Detektor, in dem Objekte bis zu einer Größe von 4,50 Meter Länge, 1,80 Meter Höhe und 1,20 Meter Breite durchleuchtet werden können. Oder sehr viele kleine Objekte auf einmal. Er soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen.

Sven Krüger analysiert kleinere Objekte wie diesen Getriebeblock im Flachdetektor.

„Wir wollen unsere Faszination für das Röntgen teilen“, erklärt Sven Krüger, warum sie mit ihrer Dienstleistung auch Privatkunden ansprechen. „Wir wollen das Unsichtbare sichtbar machen.“ Laut Robert Klaus gibt es fast nichts, was sie nicht durchleuchten können.

Bei der Produktion von Beispielfotos für die Homepage und Videos für ihren Youtube-Kanal haben Klaus und Krüger ihrer Neugierde ausgiebig gefrönt. LED-Birnen, Instant-Nudeln, Konsolen-Controller, Wecker – alles, was ihnen in die Hände fiel, haben sie durchleuchtet. Sogar ein Handy musste dran glauben, hat die Untersuchung laut Krüger aber schadlos überstanden. Eines kommt aber definitiv nicht in die Röntgengeräte: Lebewesen.

Allerdings geht es auch bei Privatkunden nicht nur um Spielerei. Wer beispielsweise gerne an seinem Auto oder Motorrad schraubt und sicherstellen möchte, dass ein Motorblock oder Turbolader keine Materialschäden aufweist, der bekommt bei Xray Online eine Analyse.

Blick ins Innenleben einer Taschenuhr: Auch das ist bei Xray Online möglich.

Industriellen Kunden bietet das Unternehmen eine zerstörungsfreie Qualitätskontrolle – sei es bei der Entwicklung neuer Produkte oder bei der Suche nach während der Produktion aufgetretenen Fehlern. In der L-Series können ganze Produkt-Chargen aus der Metall-, Kunststoff- oder Lebensmittelindustrie im Rahmen auf Schäden oder Fremdkörper untersucht werden. Sven Krüger schätzt, dass – je nach Produkt – pro Tag etwa 90 Euro-Paletten durch den Container geschleust werden können.

Kleinere Objekte können Kunden per Post an Xray Online schicken und bei der Analyse per Internet live dabei sein. Klaus und Krüger erläutern ihnen während des Röntgens, was sie auf dem Monitor sehen und wo sich beispielsweise kleine Schäden befinden.

Die Kosten einer Analyse können vor der Auftragsvergabe mithilfe eines Preiskalkulators auf der Homepage ermittelt werden.

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