Barver: Landwirt und Jäger durchsuchen Wiesen nach Rehkitzen

Wildtierrettung vor der ersten Mahd

Erfolgreiche Suche in der Wiese: Jäger Jens Weihrich und ein gerettetes Rehkitz.

barver - Auf den bewirtschafteteten Wiesen der Familie Göbel aus Barver werden alljährlich wildtierrettende Maßnahmen getroffen. Dies geschieht immer kurz kurz vor der ersten Mahd im April oder Mai. Diese fällt in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Auch in diesem Jahr wurden die benachbarten Wiesen des Anwesens der Familie Goebel unmittelbar vor der anstehenden Mahd, abgesucht – ausschließlich zu Fuß und mit Jagdhund. Die Suche ist sehr zeitintensiv und schwierig – das Gras ist sehr hoch und dicht bewachsen. Das Wild nutzt das hohe Gras als Deckung. Die Jungtiere zeigen noch kein Fluchtverhalten und ducken sich bei eingehender Gefahr.

„Die Suche erweist sich zum Teil wie die nach der Nadel im Heuhaufen“, sagt Jäger Jens Weihrich. Der Hund wird an einer langen Feldleine geführt, Voraussetzung ist jedoch der absolute Gehorsam des Hundes am Wild. Trotz schwieriger Bedingungen konnten auf diese Art und Weise in der Vergangenheit fast jedes Jahr mehrere Rehkitze gefunden und vor einem möglichen Mähtod gerettet werden. Auch in diesem Jahr konnten zwei Rehkitze gerettet werden.

Wird ein Jungtier gefunden, muss fachmännisch gehandelt werden. Der Körperkontakt muss so gering wie möglich gehalten werden, es darf auf keinen Fall ein direkter Kontakt erfolgen. „Die Muttertiere könnten die Jungtiere aufgrund des ihnen anhaftenden menschlichen Geruches, sofern diese Regel nicht befolgt wird, verstoßen“, erläutert Weihrich. Wird ein Rehkitz gefunden, ist die Wahrscheinlichkeit, ein weiteres zu finden, groß. Oftmals werden Zwillingskitze gesetzt beziehungsweise geboren. Auch Drillingsgeburten kommen beim Rehhwild vor.

Sollten Jungtiere nicht gefunden werden oder unendeckt bleiben, hat sie trotzdem einen Nutzen. Die Flächen werden durch die Absuche verwittert, der Geruch von Mensch und Hund wird von den Wildtieren als Gefahr empfunden. Zusätzliche Maßnahmen, wie beispielsweise das Austellen von Wildscheuchen, erhöhen den Effekt.

Der Landwirt Jannik Göbel hat in Eigenregie Wildscheuchen angefertigt und bereitgestellt. Die anstehenden Mahdtermine werden immer rechtzeitig bekanntgegeben, damit auch die nötigen Vorbeugemaßnahmen getroffen werden können. Außerdem beteiligt sich Familie Göbel aktiv an der Suche. „Die Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Jäger kann gar nicht besser sein und ist Vorbildlich“, lobt Jäger Jens Weihrich. „Um derartige Maßnahmen durchführen zu können, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Jäger unumgänglich“, betont Weihrich weiter. „Der Landwirt kann die Wildtierretung unterstützen, indem er die Wiesen von innen nach außen mäht und so dem Wild die Möglichkeit gibt, nach außen zu flüchten und es nicht zum Ende der zu mähenden Fläche in einem immer schmaleren werdenen Deckungsstreifen ,zusammentreibt‘“.

„Die Jägerschaften in Deutschland agieren als staatlich anerkannte Naturschutzvereinigung gemäß Bundesnaturschutzgesetz und praktizieren aktiven Naturschutz, deren Maßnahmen sehr vielfältig sind“, erklärt Weihrich abschließend.

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