Weste wechselt beim Kartenspiel die Farbe

„Kneipenkultur Geestmoor“ trifft sich bei Recker in Wetschen

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Hatten viel zu erzählen (v.l.): Hermann Schwierking, Wilfried Niehaus, Hermann Recker, Ralf Nüßmann, Klaus Recker, Heidrun Bloch, und Anja Hildebrand-Recker. 

Wetschen - Das Projektteam „Kneipenkultur Geestmoor“ hat im Gasthaus Recker in Wetschen Station gemacht. Familie Recker berichtete dabei von ihrer Kind- und Jugendzeit im Gasthaus.

Das Gasthaus Recker ist eines der ältesten Gasthäuser in der Region, schreibt das Projektteam. Bereits im Jahr 1746 habe es eine Genehmigung für den Betrieb eines Einzelhandelsunternehmens mit Gaststätte gehabt. Leider sei die Urkunde im Laufe der Jahre verloren gegangen.

Auch die Kinder von Hermann Recker II. waren bei dem Treffen anwesend und hatten alte Bilder und Urkunden mitgebracht. Bei Durchsicht der Unterlagen konnten die Drei viele interessante Geschichten erzählen. Dieter Plaggemeyer habe fleißig mitgeschrieben und werde sicherlich mit Hermann Recker, Klaus Recker und Anja Hildebrand-Recker noch Interviews führen. Hermann Recker teilte mit, dass Ilse Köster, Martina Finkenstädt, Gerlinde Höcker, Christa Metzner und Ruth Rechtziegler die Geschichte des Gasthauses Recker auch geprägt hätten und sicherlich interessante Geschichten berichten könnten.

Viel Engagement in einer schwierigen Phase

Nach dem Krieg habe die Familie Recker eine Familie mit zwei Kindern aufgenommen. Sie hätten erst in der Wohnung der Familie Recker mitgewohnt, weil diese Wohnung für damalige Verhältnisse bereits sehr groß gewesen sei. Die Flüchtlinge hätten sich die alte Scheune gegenüber, jetzt Recker Feinkost, als Wohnung ausgebaut.

Dieter Plaggemeyer konnte aus dem Archiv berichten und mitteilen, dass zu damaliger Zeit etwa 50 Prozent der Bewohner in den Mitgliedsgemeinden Flüchtlinge gewesen seien. Eine schwierige Phase in der deutschen Geschichte sei mit viel Engagement bewältigt worden.

Hermann Recker III. konnte sich an drei Kartenspieler erinnern, die morgens sehr früh mit ihrem Kartenspielen begannen und am Abend immer noch aktiv waren. Regelmäßig hätten sich drei ältere Herren Ende der 1960er Jahre in der Gastwirtschaft Recker getroffen, um Karten zu spielen. Einer der Spieler sei passionierter Zigarrenraucher gewesen. Während des Kartenspielens habe die Zigarre immer „unter Dampf“ gestanden. Hin und wieder sei die Asche auf die dunkle Weste des Spielers gefallen und zugleich mit der Hand abgewischt worden. Nach dem Ende des Spielens sei der Gast deswegen mit einer „weißen Weste“ nach Hause gegangen.

Veröffentlichung auf Homepage und im Buch geplant

Eine weitere Geschichte: Nach dem Wiegen des Viehs auf der gegenüberlegenden Straßenseite, seien die Landwirte und Viehhändler gerne zu einem kleinen Imbiss und einem Getränk in die Gaststätte gekommen. Sie hätten überwiegend Wasser und Schnaps getrunken. Der einfache Grund: Schnaps habe nicht so schnell zu einer Alkoholfahne geführt wie Bier.

Alle Anwesenden wollen auch weiter nach Bildern und Geschichten aus der Kneipenkultur der Gemeinde Wetschen suchen. Dieter Plaggemeyer werde das Material sichten und vor Veröffentlichung den Einreichenden zur Prüfung zur Verfügung stellen. Nur nach Prüfung und schriftlicher Freigabe soll es dann eine Veröffentlichung auf der Homepage und im Buch geben.

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