Werner Brinkschröder sieht das Rehdener Geestmoor in seiner Wertigkeit gefährdet

„Pflege, Pflege, Pflege…“

Hobby-Ornithologe Werner Brinkschröder aus Belm sieht das Rehdener Geestmoor durch die Verbuschung mit Birken in seiner Wertigkeit stark gefährdet.
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Hobby-Ornithologe Werner Brinkschröder aus Belm sieht das Rehdener Geestmoor durch die Verbuschung mit Birken in seiner Wertigkeit stark gefährdet.

Rehden - Das Rehdener Geestmoor ist nicht nur ein international bedeutsamer Rastplatz für Kraniche, Gänse sowie Sing- und Zwergschwäne, sondern auch ein wichtiges Brut- und Durchzugsbiotop für Watvögel wie Rotschenkel, Kiebitz oder Bekassine. Zudem ist es Standort für gefährdete Pflanzenarten und Amphibien.

Werner Brinkschröder, Naturliebhaber und Hobby-Ornithologe aus Belm, sieht das Geestmoor in seiner Wertigkeit stark gefährdet. Als Hauptgrund nennt er dafür den Birkenaufwuchs. „Seit Jahren werden nur in Teilgebieten einzelne Pflegemaßnahmen durch die öffentliche Hand wie Entfernung der Birken und Mulchen von Flächen durchgeführt. Das Ergebnis dieser nachlässigen Pflege sieht man deutlich“, behauptet Brinkschröder vor Ort gegenüber unserer Zeitung und weist in der Nähe des Aussichtsturmes auf entsprechenden Birkenbewuchs hin.

Im Geestmoor hätten die Birken inzwischen eine Dichte und Höhe erreicht, die Anlass zur Besorgnis gäben, meint der Diplom-Verwaltungswirt im Vorruhestand, der seit Anfang der 70er Jahre seinem Hobby nachgeht und seitdem regelmäßiger Gast in Rehden ist. Brinkschröder befürchtet, dass mit zunehmendem Birkenaufwuchs die Rastplätze der Kraniche verschwinden, die Brutmöglichkeiten der Watvögel zurückgehen und zum Beispiel die Zahl der Räuber zunehmen werden. Zudem werde der Birkenaufwuchs erheblich zur Reduzierung des Wasserstandes beitragen. „Der durchschnittliche Wasserstand im Geestmoor reicht nicht aus, ein dauerhaftes natürliches Absterben der Birken zu begünstigen“, meint der 64-Jährige. „Anstatt vieler Gutachten brauchen wir Pflege, Pflege, Pflege. Die muss dringend kommen“, ist Brinkschröder überzeugt. Würden die Pflegemaßnahmen nicht umgehend eingeleitet, habe dies nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf den Tourismus, der dann ausbleibe. „Selbst vom Moordamm aus sind bald Beobachtungen auf die Moorfläche kaum noch möglich“, sagt der Belmer.

Trotz vieler Kritik hat Brinkschröder abschließend noch ein Lob parat: „Es ist gut, dass die Birken zumindest in der Umgebung des Beobachtungsturmes entfernt wurden.“

„Das Rehdener Geestmoor ist großflächig vernässt und wir haben gerade hier eine komfortable Situation“, widerspricht Jan Kanzelmeier, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz, den Behauptungen Brinkschröders. Es gebe Gehölz, aber es gebe auch Pflege- und Beweidungspläne. „In Zusammenarbeit mit dem BUND haben wir die Situation schon im Blick“, betont er gegenüber unserer Zeitung. Wenn Defizite aufträten, würde reagiert, aber nach Plan. In der Nähe des Beobachtungsturmes gebe es noch einen sehr guten Einflugbereich für Kraniche.

„Werden wir von Außenstehenden auf Details angesprochen, reagieren wir auch. Aber wir müssen das Große und Ganze sehen. Und im Geestmoor sind wir gut dabei“, ist sich Kanzelmeier sicher.

hwb

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