BUND zählt teilweise nur halb so viele Zugvögel

Weniger Kraniche rasten in Diepholzer Moorniederung

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Kraniche kommen bei guten Zugbedingungen, wie sie bisher herrschten, flott voran – da fällt die Rast in der Diepholzer Moorniederung auch mal aus.

Landkreis Diepholz - Von Katharina Schmidt. Gefällt es den Kranichen in der Diepholzer Moorniederung nicht mehr? Diese Frage stellt sich beim Anblick der aktuellen Zählungen des Bundes für Umwelt und Natur (BUND). Die Mitarbeiter haben festgestellt, dass in diesem Jahr verhältnismäßig wenige Zugvögel eine Rast in den hiesigen Natur- und Landschaftsschutzgebieten einlegen.

Zuletzt zählten die Umweltschützer rund 28 500 Kraniche – und damit etwa 13 000 weniger als ein Jahr zuvor. Bei ihren ersten Beobachtungen Anfang Oktober war die Differenz noch gravierender: Da verzeichneten sie nicht einmal halb so viele Kraniche wie 2016.

Laut Nils Freudenthal vom BUND hat die Diepholzer Moorniederung für Kraniche jedoch nicht an Attraktivität eingebüßt. Seine Vermutung: Viele Vögel sind bisher einfach vorbeigeflogen, weil sie beim Eintreffen im Rastgebiet noch keine Pause benötigten.

Dem BUND-Bundesverband zufolge herrschten im Oktober für Kraniche gute Zugbedingungen. Freudenthal bestätigt das. Wenn das Wetter unten am Boden eher bescheiden sei, könnten Vögel bestenfalls mit Rückenwind vorangleiten, ohne groß mit den Flügeln schlagen zu müssen. „Dann können sie viel mehr Kilometer schaffen.“

Flott vorankommen müssen sie auch: Die Tiere durchqueren auf dem Weg in ihre Winterquartiere zum Teil ganz Europa und legen dabei Entfernungen von bis zu 1 500 Kilometern zurück. Pro Tag fliegen sie oft viele Hundert Kilometer.

Zwei der großen Schlafplätze in der Diepholzer Moorniederung sind das Neustädter Moor und das Rehdener Geestmoor. Mitte September sind die ersten Kraniche eingetroffen. Im Dezember ziehen die letzten Reisenden ab.

Der Beginn der Dämmerung ist der beste Zeitpunkt, um die Tiere zu sehen. Dabei gilt es laut dem BUND allerdings, ein paar Verhaltensregeln einzuhalten. Beobachter sollten sich unter anderem leise und unauffällig verhalten sowie ausreichend Abstand wahren. Ein Fernglas oder ein Spektiv sei zu empfehlen. Blitzlicht oder Reflexionen würden die Tiere hingegen stören.

Aktuelle Daten zu den regelmäßigen Kranichzählungen finden Interessierte auf der Internetseite des BUND in der Diepholzer Moorniederung.

www.bund-dhm.de/01_htm/204_aktuell.htm

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