Amateurvereine BSV Rehden und TSV Wetschen verzeichnen verkraftbare Mindereinnahmen

Weniger Einnahmen, aber keine Existenznot

Volle Ränge und Gästefans wie hier beim Heimspiel gegen den SV Meppen gehören in den Waldsportstätten, der Heimat des BSV Rehden, schon lange der Geschichte an.  
Archivfoto: Krüger
+
Volle Ränge und Gästefans wie hier beim Heimspiel gegen den SV Meppen gehören in den Waldsportstätten, der Heimat des BSV Rehden, schon lange der Geschichte an. Archivfoto: Krüger

Rehden/Wetschen – Spielbetrieb vor leeren oder nur spärlich besetzten Rängen – für manch einen Sportverein bedeutet das mindestens eine finanzielle Herausforderung, wenn nicht gar eine Katastrophe. Das gilt insbesondere für die (Halb-)Profi-Ligen, die keine Fernsehgelder bekommen und darum auf Zuschauer vor Ort angewiesen sind. Angesichts steigender Infektionszahlen und einem möglichen zweiten Lockdown dürften die Sorgenfalten bei diesen Vereinen aktuell noch tiefer werden. Doch wie groß sind die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise eigentlich bei den kleinen Vereinen?

Für den TSV Wetschen sind die Einbußen noch überschaubar, für den BSV Rehden, dessen erste Fußball-Herren-Mannschaft in der Regionalliga spielt, bedeuten hohe Auflagen und weniger Zuschauer zwar finanzielle Einbußen, aber von einer existenzbedrohenden Situation ist der Verein laut Sportvorstand Michael Weinberg weit entfernt. Als einen wesentlichen Faktor nennt er die Tatsache, dass beim BSV das Ehrenamt noch eine ganz große Rolle spielt, obwohl die erste Herren-Mannschaft längst in der vierthöchsten Spielklasse etabliert ist.

Hygienekonzept auf Bundesliga-Niveau

„Die Organisation eines Heimspieltages ist ein Husarenritt“, berichtet Weinberg. Denn das Hygienekonzept, das der Verein umsetzen müsse, sei Bundesliga würdig. Dazu gehören unter anderem personalisierte Tickets, ausschließlich Sitzplätze und durchgängige Mundschutzpflicht für alle Gäste – und die Kontrolle der Einhaltung der Vorgaben. Die Stunden, die die Ehrenamtlichen in die Vorbereitung und Umsetzung eines Spieltages investieren, stünden – müsste man sie bezahlen – in keinem Verhältnis zu den Einnahmen, so Weinberg.

In normalen Zeiten kommen laut dem Sportvorstand im Schnitt etwa 500 Besucher pro Spiel in die Rehdener Waldsportstätten, aktuell seien es eher 200 bis 300. Dennoch halte sich der Einnahmenverlust in Grenzen. „Bei größeren Vereinen, die normalerweise 5 000 Zuschauer haben, kann das schon mal 200 000 bis 300 000 Euro ausmachen“, so Weinberg.

Außerdem kann sich der BSV laut Michael Weinberg auf seine Sponsoren verlassen. Zwar habe es auch ein paar Kündigungen gegeben, „aber mit vielen Partnern arbeiten wir schon sehr lange zusammen“. Und die hielten dem Verein auch in dieser schweren Zeit die Treue.

Vor diesem Hintergrund steht für Weinberg momentan eher die Sorge um die Gesundheit der Spieler im Vordergrund, die von Bremen bis Osnabrück verstreut einer Arbeit oder einem Studium nachgehen. „Wenn einer positiv getestet wird, haben wir das Problem, dass die ganze Mannschaft in Quarantäne muss.“

Worst Case wäre Saisonabbruch

Die Entwicklung der kommenden Monate kann der Sportvorstand noch nicht abschätzen, weil es einfach zu viele Unwägbarkeiten gibt. „Der Worst Case wäre ein Saisonabbruch. Dann muss man noch mal mit den Sponsoren sprechen“, so Weinberg. Und klären, ob und in welcher Höhe Dauerkarteninhaber entschädigt werden müssen.

Beim TSV Wetschen, deren erste Fußball-Herren-Mannschaft in der Landesliga spielt, hat die Corona-Krise bislang keine unverkraftbaren Auswirkungen auf die Finanzen. „Keiner unserer Sponsoren hat uns hängen lassen. Da muss ich ein ganz dickes Lob aussprechen“, sagt Geschäftsführer Oliver Kaspar.

„Gäste haben sich diszipliniert verhalten“

Wie bei allen Vereinen ist auch in Wetschen der Aufwand vor und während der Spiele größer. „Wir brauchen einen separaten Toilettenwagen, führen Listen der Besucher, und beim ersten Heimspiel gab es Eintrittskarten nur über den Vorverkauf“, nennt Kaspar einige Beispiele. Über den Vorverkauf wollte der TSV die Zuschauerzahl auf 200 begrenzen, weil er nach der langen fußballlosen Zeit ein besonders großes Interesse erwartete. Bei den letzten beiden Spielen kamen laut Kaspar 120 bis 140 Zuschauer, was etwa dem normalen Niveau entspricht. „Die Gäste haben sich sehr diszipliniert verhalten“, freut sich der Geschäftsführer.

Wie sich die Mitgliedsbeiträge entwickeln, kann er noch nicht sagen. Sie werden jährlich im Januar/Februar eingezogen, zuletzt also vor der Corona-Krise. Kaspar schließt nicht aus, dass die ein oder andere Abbuchung Anfang 2021 aufgrund finanzieller Engpässe einzelner Mitglieder abgewiesen wird, erwartet aber keinen großen Mitgliederschwund.

Von Melanie Russ

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Kaum Besucher am ersten Wochenende des Sulinger Adventsmarktes

Kaum Besucher am ersten Wochenende des Sulinger Adventsmarktes

Kaum Besucher am ersten Wochenende des Sulinger Adventsmarktes
„Flohmarktartikel nehmen wir nicht“

„Flohmarktartikel nehmen wir nicht“

„Flohmarktartikel nehmen wir nicht“
Falschparken und andere Verstöße: In Twistringen gibt es mehrere Problemstellen

Falschparken und andere Verstöße: In Twistringen gibt es mehrere Problemstellen

Falschparken und andere Verstöße: In Twistringen gibt es mehrere Problemstellen
57 Feuerwehrkräfte sind auf Hof in Varrel-Brümmerloh im Einsatz

57 Feuerwehrkräfte sind auf Hof in Varrel-Brümmerloh im Einsatz

57 Feuerwehrkräfte sind auf Hof in Varrel-Brümmerloh im Einsatz

Kommentare