Großer Andrang beim Agrarforum

Viele Denkanstöße

Anne Körkel stellt ihr Unternehmen „Annes Hahnauer“ beim zwölften Agrarforum der Volksbank in Rehden vor. Foto: Luka Spahr

Rehden – Den Erfolg ihres Unternehmens in klaren Worten zu begründen, fällt der gelernten Landwirtin und Agraringenieurin Anne Körkel nicht schwer: „Jeder kauft auch ein Stück von mir mit meinem Hähnchen“, sagt sie. „Ich stehe zu 100 Prozent hinter dem, was ich mache.“ Körkel war eine der Vortragenden auf dem zwölften Agrarforum der Volksbank am Dienstagvormittag in Rehden. Mit rund 500 Teilnehmer rechneten die Organisatoren im Vorfeld der Großveranstaltung. Und ein Blick in die gut gefüllte Dreifeldsporthalle an der Dickeler Straße gibt dieser Schätzung recht.

Zahlreiche Denkanstöße, motivierende Ideen und der ein oder andere Lacher erwarteten die Landwirte, Agrar-Entscheider und Fachschüler. Anne Körkel hatte von allem etwas dabei. Bis 2014 war sie noch Pressebeauftragte beim Bauernverband in Baden, dann wurde sie selbstständige Unternehmerin und baute den Hähnchenverkauf „Annes Hahnauer“ in Kehl bei Offenburg auf.

Informativ, wortgewandt und unterhaltsam stellte sie in einem Kurzvortrag den Werdegang ihres Start-Ups dar und unterstrich das, was ihr Vorredner Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in seinem Fachvortrag bereits inbrünstig gefordert hatte: „Wir brauchen Optimismus und Zuversicht.“ Körkel betonte, wie wichtig neben modernen Maschinen und zeitgemäßer Vermarktung auch das Gespräch mit dem Kunden ist. „Bio schlägt konventionell, regional schlägt bio und Mensch schlägt regional“, machte sie es kurz. Minutiös rechnete sie daraufhin vor, wie ihr Betrieb den Weg in die Wirtschaftlichkeit fand.

Nach Körkel, die sich selbst als „Mutmacherin“ bezeichnete, folgte Sebastian Ermann mit einem Vortrag „Größer – weiter – schneller“. Pragmatisch und ehrlich berichtete er von der Strategie hinter seinem Sauenbetrieb in Senden bei Münster. Auch bei ihm ging es um Effizienz, Mitarbeiterzufriedenheit und darum, sich am Wochenende mal eine Auszeit zu gönnen. Ermanns Tipps: eine Strategie finden, nicht zögern, positiv denken und dabei realistisch bleiben. Hinweise, die beim Publikum ankamen. „Ich persönlich fand es gut, dass auch die Freizeit angesprochen wurde“, so Anne Müller, deren Familie einen Kartoffelbetrieb im Raum Nienburg besitzt. Und auch aus den Reihen des Nachwuchses war nur Positives zu hören. Die wichtigste Botschaft sei wohl, einfach entschlossen seinen Weg zu gehen, so Fachschüler Marco Emker, der bei einem Milchviehbetrieb in Scholen angestellt ist. LUKA SPAHR

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