Einwohner von Wähaus-Ehrling wollen Natur erhalten und hoffen auf Unterstützung

Unterschriftenlisten gegen Baugebiet

Ein Schild am Wegesrand zeigt, was einige Einwohner des Rehdener Ortsteils Wähaus-Ehrling von einem möglichen Baugebiet am Wetscher Torfweg halten. Foto: Russ

Rehden - Von Melanie Russ. Einige Einwohner des Rehdener Ortsteils Wähaus-Ehrling sind nach wie vor besorgt. Mitte Dezember stieß die Verwaltung im Fachausschuss ein Bauleitverfahren zur Ausweisung eines Baugebiets mit rund 40 Baugrundstücken am dortigen Wetscher Torfweg an. Bei den Anwohnern löste das Vorhaben wenig Begeisterung aus. Sie beklagen die Zerstörung einer intakten Naturlandschaft, in der viele Rehdener Erholung finden (wir berichteten).

Der Rat stellte die Planungen eine Woche später zunächst zurück, weil sich zwischenzeitlich eine mögliche Alternativfläche aufgetan hatte. Die Verhandlungen laufen noch, doch die Einwohner von Wähaus-Ehrling beschleicht das Gefühl, dass ein Baugebiet am Wetscher Torfweg langfristig auch dann nicht vom Tisch ist, wenn die Gemeinde besagtes Alternativgrundstück kaufen würde. „Diese Gefahr besteht absolut“, sagt Hartmut Buschmeyer. Der Betreiber des Ehrlingshofs sieht auch seine Existenz in Gefahr. „Wir bieten auf unserem Ferienhof viel Ruhe. Das wäre dann weg“, sagt er mit Blick auf den zunehmenden Verkehr und den dann wohl auch erforderlichen Ausbau des Wetscher Torfwegs.

Grund für die Sorge sind Gespräche mit Karsten Segelhorst, dem Eigentümer der Alternativfläche, die auch Gemeindedirektor Hartmut Bloch und die Rats-Fraktionen nach eigener Aussage als Baugebiet favorisieren. Bislang wollte Segelhorst sie nicht abgeben, inzwischen hat er seine Meinung geändert. „Ich möchte aber eigentlich nicht verkaufen.“ Er zieht nach eigener Aussage ein Tauschgeschäft vor. „Und ich möchte eine größere Fläche wieder haben“, so Segelhorst. In einem ersten Gespräch habe er Bloch vorgeschlagen, seine Fläche gegen die am Wetscher Torfweg zu tauschen. „Aber es hörte sich so an, als sei das nicht gewollt.“ Nun haben die Einwohner von Wähaus-Ehrling Angst, dass die Flächen in jedem Fall in Gemeindebesitz bleiben – und zwar nicht als Ausgleichsfläche für andere Baumaßnahmen, sondern als potenzielles Baugebiet.

Gemeindedirektor Hartmut Bloch erklärt auf Nachfrage, dass ein Tausch der Flächen für die Gemeinde Rehden durchaus denkbar sei. „Als Verhandlungsführer für die Gemeinde Rehden lege ich dabei Wert darauf, auch weiterhin ein fairer Partner für die Grundstücksveräußerer zu sein“, so Bloch. Ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Grundstückseigentümer sei in einer sehr vertrauensvollen Atmosphäre geführt worden. „Zurzeit kalkulieren wir den Erschließungsaufwand für die neue Fläche, zum Beispiel den Aufwand für ein Regenrückhaltebecken“, so Bloch. „Ich bitte um Verständnis, dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Details über die weiteren Verhandlungen herausgeben werde“, erklärt er. Dazu sei das Thema zu sensibel, zudem würde es seine Verhandlungsposition beeinträchtigen.

Um ihrem Wunsch nach Erhalt der Naturlandschaft Nachdruck zu verleihen, haben sich etwa 30 Nachbarn zusammengetan und eine Unterschriften-Aktion gestartet. „Wir wollen mit den Listen zeigen, dass es eine Menge Leute gibt, die das Baugebiet dort nicht wollen“, sagt Hartmut Buschmeyer. Die Unterschriftenlisten werden in örtlichen Geschäften ausgelegt.

Erholungswert für die Bevölkerung

Aus Sicht der Gruppe hat die freie Landschaft des Ortsteils Wähaus-Ehrling mit seinen alten Gehöften einen hohen Erholungswert für die Bevölkerung. Viele Rehdener würden dort spazieren gehen oder joggen. Es sei nicht nur Aufgabe einer Gemeinde, für eine gute Infrastruktur zu sorgen, sondern auch für Orte der Erholung, sagt Edith Wähaus. „Das hat ja auch was mit Lebensqualität zu tun.“ So ist Arved Liethmann der Meinung, dass die Gemeinde auf den Flächen am Wetscher Torfweg einen Park für die Bürger anlegen sollte.

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