Steigende Kosten und mehr Aufwand

Unterhaltungsverband Hunte hält Beitrag für 2021 stabil

Unterhaltungsverband Hunte in Rehden.
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Von seinem Sitz in Rehden aus koordiniert der Unterhaltungsverband Hunte die Unterhaltungsarbeiten an etwa 840 Kilometer Gewässern 2. Ordnung und 420 Kilometer Gewässern 3. Ordnung, die er Verband im Auftrag der Kommunen pflegt.

Rehden – Die gute Nachricht vorweg: Der Jahresbeitrag für den Unterhaltungsverband Hunte bleibt 2021 im zehnten Jahr in Folge unverändert bei 12,50 Euro je Hektar beziehungsweise Kleingrundstück. Die Bescheide werden den Beitragspflichtigen Anfang März ins Haus flattern. In absehbarer Zeit wird der Beitrag aber voraussichtlich steigen.

Gründe gibt es dafür laut Geschäftsführer Ingo Ammerich mehrere. Zum einen steigen die Personalkosten tarifbedingt stetig an, zum anderen seien die Kraftstoffkosten durch die CO2-Steuer erheblich gestiegen. Bei 100.000 Litern Diesel pro Jahr mache das etwa 7.000 bis 8.000 Euro aus, rechnet er vor.

Darüber hinaus werde die Gewässerunterhaltung vor dem Hintergrund des Artenschutzes immer aufwendiger. So müssen die Mitarbeiter einige Gewässer mehrfach im Jahr anfahren, weil einzelne Abschnitte, die beispielsweise Vögeln oder Insekten als Nistplatz oder Lebensraum dienen, zu unterschiedlichen Zeiten gemäht werden müssen. Die Unterhaltung erfolgt inzwischen Tablet gestützt. Das mit GPS ausgestattete Gerät zeigt den Mitarbeitern vor Ort genau an, wo sie mähen dürfen und wo nicht. Die Mitarbeiter hätten 2020 diesbezüglich weitere Schulungen absolviert, so Ammerich. Außerdem seien weitere Spezialgeräte angeschafft worden. Renaturierungsmaßnahmen haben laut dem Geschäftsführer in den vergangenen Jahren ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung könnte sich nach seiner Einschätzung nach der Bundestagswahl – je nach Regierungskonstellation – noch verstärken.

Jahresbeitrag bleibt 2021 unverändert

Der Jahresbeitrag an den Unterhaltungsverband Hunte beträgt weiterhin 12,50 Euro je Hektar. Der Mindestbetrag, den die Kleingrundstücksbesitzer zahlen müssen, liegt ebenfalls bei 12,50 Euro je Bestandsblatt. Für bebaute Flächen werden – je nach Bebauungsgrad und vom Katasteramt festgelegte Nutzungsarten – sogenannte Erschwernisbeiträge erhoben.

Die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbands stehen bei Fragen zur Verfügung. Der Verband weist aber darauf hin, dass es im Zusammenhang mit der Aussendung der Bescheide in der Regel zu einer erhöhten Anzahl telefonischer Anfragen (05446/997017) kommt, so dass die Erreichbarkeit eingeschränkt sein kann. Er rät darum dazu, Fragen nach Möglichkeit schriftlich zu stellen, gerne per E-Mail an uhv-rehden@t-online.de oder Fax (05446/997016). Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Unterhaltungsverbands zu finden: www.uhv71.de.

2020 habe der Unterhaltungsverband noch kostendeckend gearbeitet – auch dank der vorübergehenden Senkung der Umsatzsteuer. „Das war eine große Hilfe“, so Ammerich. In diesem Jahr allerdings müsse man in den ersten drei Monaten auf die Rücklagen zugreifen, um den laufenden Betrieb, insbesondere die Zahlung der Löhne, zu finanzieren. Die Rücklagen sollen dann mit den nach und nach eingehenden Beiträgen wieder aufgefüllt werden. Der Geschäftsführer geht nach jetzigem Stand davon aus, dass die Beitragspflichtigen ab 2023 mehr zahlen müssen.

Corona bremst Gehölzschnitt

Das vergangene Jahr und der Start in 2021 waren auch beim Unterhaltungsverband von Corona geprägt. „Ich habe einige Mitarbeiter schon wochenlang nicht mehr gesehen“, berichtet Ammerich. Denn um die Kontakte zu minimieren, fallen die allmorgendlichen Besprechungen aus. Gearbeitet wird auch unter freiem Himmel aktuell maximal zu zweit. Das hat laut Ammerich Auswirkungen auf den derzeit laufenden Gehölzschnitt, der normalerweise durch größere Trupps erledigt wird und daher momentan langsamer vorankommt. Als Konsequenz werden 2021 voraussichtlich nicht alle Gewässer ausreichend geräumt werden, denn ab dem 1. März müssen die Arbeiten ruhen.

Ein weiteres Problem, das den Unterhaltungsverband 2020 laut Ammerich beschäftigt hat, war die sehr stark zunehmende Population der Nutria, die Schäden an den Böschungen verursachen.

Eine personelle Veränderung hat es im vergangenen Jahr ebenfalls gegeben. Für die Beitragshebung ist seit September Christina Busack zuständig. Die Aschenerin ist seit vergangenem April beim Verband beschäftigt und trat die Nachfolge des in die passive Phase der Altersteilzeit gewechselten Hannes Herzig an.

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