Trotz Feuerwerksverkaufsverbots

Trügerische Ruhe: Tierbesitzer sollten ihre Lieblinge zu Silvester gut sichern

Möglichst stressfrei sollten Haustiere die wohl lauteste Nacht des Jahres verbringen. Dafür können Tierbesitzer einige Vorkehrungen treffen und bestimmte Dinge beachten.
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Möglichst stressfrei sollten Haustiere die wohl lauteste Nacht des Jahres verbringen. Dafür können Tierbesitzer einige Vorkehrungen treffen und bestimmte Dinge beachten.

Dickel – Es ist das zweite Jahr, in dem aufgrund der Corona-Pandemie der Verkauf von Feuerwerk gesetzlich untersagt ist. Eine Maßnahme, die Tierbesitzer einmal mehr aufatmen lässt. Denn die Silvesterknallerei gehört eindeutig nicht zu den Lieblingserlebnissen ihrer vierbeinigen Freunde. Und doch ist weiterhin Vorsicht geboten, denn der Schein von einem ruhigen Jahreswechsel ist vermutlich auch in diesem Jahr trügerisch.

Denn ein generelles Feuerwerksverbot gibt es in Deutschland nicht. Nur der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist verboten. Damit steht mit der Silvesternacht für Haustiere die gefährlichste Nacht des Jahres bevor.

Bereits seit einigen Tagen sind auch in den heimischen Ortschaften immer wieder vereinzelt Böller, Pfeifen und Knallkörper zu hören, schrecken Tiere zusammen, machen Tierbesitzer bei der Gassi-Runde kehrt ins sichere Heim.

„Auch wenn ein offizielles Verkaufsverbot herrscht, werden oftmals Feuerwerksreste aus vergangenen Jahren oder aus dem Ausland importiertes Feuerwerk gezündet“, warnt Silke Fraune, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereines Diepholz und Umgebung. „Tiere sind sensibel. Da bedarf es nicht vieler Knallgeräusche, damit ein Hund vor Angst stiften geht“, sagt sie weiter und legt allen Tierbesitzern ans Herz, ihre Lieblinge in den Tagen vor und nach dem Jahreswechsel gut zu sichern.

Tipps für einen sicheren Jahreswechsel

„Lasst Eure Hunde für diese paar Tage nicht ohne Leine laufen, benutzt bei ängstlichen Hunden ein Sicherheitsgeschirr, ein Halsband und eine feste Leine, besser sogar zwei, (eine in der Hand und am Halsband, die andere zusätzlich am Geschirr und als Körperleine) und sichert euren Hund doppelt“, bittet Silke Fraune, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins für Diepholz und Umgebung. Lange Gassigänge sollten am Silvesterabend ebenso vermieden werden wie das unbeaufsichtigte Anleinen der Hunde im Freien. „Auch im heimischen Garten sollten eine Leine benutzt und die Haustür geschlossen gehalten werden“, weiß Fraune aus ihrem langjährigen Engagement für den Tierschutzhof Dickel. „Und sicherheitshalber vielleicht auch einfach mal die Nachbarn fragen, ob sie irgendwelche Feuerwerksaktionen planen, damit man auch hier Vorsorge treffen kann. Auch Katzen sollte man in diesen Tagen im Haus lassen. „Gerade junge Katzen, die verschreckt flüchten, finden nicht mehr alleine nach Hause“, macht Silke Fraune aufmerksam. art

Auch verhaltenssichere, souveräne Hunde könnten von diesen ungewohnten lauten Knallgeräuschen aus dem Konzept gebracht werden und verängstigt entlaufen. „In Panik weglaufende Tiere kennen kein links und kein rechts, keine Autos oder Züge.“ Das gelte im Übrigen für Haustiere und Wildtiere gleichermaßen. „So wird für sie das Feuerwerk schnell zur tödlichen Gefahr“, erläutert Fraune weiter und ergänzt: „Nicht umsonst findet man entlaufene Hunde häufig tot an Bahngleisen. Die Schutz bietende Schneise entlang der Gleise lockt entlaufene Hunde geradezu an. Kommt ein Zug, laufen die Tiere nur schneller, lassen aber dabei meist ihr Leben.“

Nach wie vor entlaufen an Silvester und Neujahr so viele Tiere wie an keinem anderen Tag. Das Haustierregister Tasso vermeldete, dass trotz des Feuerwerk-Verkaufsverbotes zu Jahresende 2020 laut Statistik allein an den beiden Tagen des Jahreswechsels rund 540 Tiere vermisst gemeldet wurden, auffällig sei vor allem die Zahl der entlaufenen Hunde gewesen. Auch die „Arbeitsgemeinschaft Silvesterhunde“ meldete nach dem „ruhigen“ Silvester rund 450 entlaufene Hunde bundesweit, von denen ein Drittel auch in den nächsten Tagen noch nicht wieder zurückkehrte. „Bei uns häuften sich im vergangenen Jahr die Vermisstenmeldungen erst wenige Tage nach Silvester“, ergänzt Tierpflegerin Katrin Curth. Nicht zu vergessen nach der lautesten Nacht des Jahres seien Folgeereignisse wie beispielsweise das Neujahrsschießen.

Der Tierschutzhof Dickel steht unter der über Telefon 05445/761 angesagten Notfallnummer für Fund- und Vermisstenmeldungen bereit. In der Notrufzentrale des Zentralen Haustierregisters Tasso herrscht mit aufgestockter Besetzung ebenfalls Ausnahmezustand.

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