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Tierschutzhof Dickel droht keine Schließung

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Von: Melanie Russ

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Jedes freie Plätzchen im Tierschutzhof Dickel wird momentan gebraucht. Allein mehr als hundert Katzen sind dort untergebracht.
Jedes freie Plätzchen im Tierschutzhof Dickel wird momentan gebraucht. Allein mehr als hundert Katzen sind dort untergebracht. © Michael H. Dümer / Archiv

Dem Tierschutzhof Dickel droht trotz steigender Kosten dank der Unterstützung von Kommunen und privaten Spendern keine Schließung. Über seine Arbeit informiert er beim Adventskaffee am 27. November.

Dickel – Die Zahl der abgegebenen Tiere steigt sprunghaft, die Energie- und Futterkosten auch. Jedem vierten Tierheim in Deutschland droht nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes das Aus, wenn die Einrichtungen keine bessere finanzielle Unterstützung bekommen. Auch der Tierschutzhof in Dickel hat mit diesen Herausforderungen zu kämpfen. „Aber es steht nicht zu befürchten, dass wir schließen“, betont Silke Fraune, Vorsitzende des Tierschutzvereins Diepholz und Umgebung, der den Tierschutzhof betreibt.

„Wir bekommen eine sehr gute Unterstützung von den Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten. Wenn es ganz eng werden sollte, vertrauen wir auf sie. Die Gemeinden haben uns noch nie hängen lassen“, sagt Fraune. Seit 2014 gibt es eine Vereinbarung mit den Kommunen Rehden, Diepholz, Wagenfeld, Barnstorf, Lemförde, Twistringen, Vechta, Lohne, Damme und Steinfeld. „Sie stehen dafür ein, dass die Fundtiere bei uns versorgt werden“, erläutert Fraune. „Das klappt sehr gut.“

Mit den Geld- und Futterspenden sowie den Einnahmen aus Veranstaltungen finanziert der Tierschutzhof die Versorgung der Abgabetiere. „Und die privaten Unterstützer sind ja auch weiterhin da“, sagt die Tierschützerin. Allerdings merke man an den Spenden, dass die Lage angespannt ist. Sie sind – zumindest gefühlt – rückläufig. Vielleicht scheine es aber auch nur so, weil der Bedarf momentan sehr hoch sei, schränkt die Vereinsvorsitzende ein. Meistens reichen die Futterspenden aus, momentan muss allerdings zugekauft werden.

Denn der Tierschutzhof ist schon seit Monaten voll bis unters Dach – vor allem was Katzen und Hunde angeht. Normalerweise leben in der Einrichtung und in den Pflegestellen 50 bis 60 Katzen, aktuell sind es laut Silke Fraune mehr als hundert. Für sie werden täglich 70 bis 80 Dosen Futter benötigt. „Bei den Hunden sind wir auch voll.“

Das liegt zum einen daran, dass vermehrt Tiere kommen. „Wir haben aber auch einen Vermittlungsstau“, erklärt die Vereinsvorsitzende. „Die Leute sind momentan unheimlich vorsichtig und überlegen sich sehr genau, ob sie ein Tier aufnehmen.“ Das sei natürlich auch gut und richtig so, betont sie. Aber es hat eben zur Folge, dass weniger Tiere vermittelt werden.

Die Beobachtung, dass viele Menschen in der Coronapandemie Tiere angeschafft haben und sich jetzt nicht mehr um sie kümmern können oder wollen, macht auch die Tierschützerin. In den vergangenen Monaten kamen viele Fundtiere, die vermutlich ausgesetzt wurden, denn sie waren zutraulich und gepflegt. Besonders auffällig: „In den letzten Wochen wurden vier Hunde einzeln gesichert, die alle gleich aussehen.“ Vermutlich stammen sie aus einem Wurf und wurden „entsorgt“.

Dass einige Halter ihre Tiere abgeben, weil sie sie sich nicht mehr leisten können, kann die Vereinsvorsitzende durchaus nachvollziehen. Sie hat selbst neun Katzen aufgenommen und weiß daher genau, wie sehr die Futterkosten gestiegen sind. „Ich kann mir vorstellen, dass das für manchen schwer ist.“

Wie sich die steigenden Energiekosten auf die Finanzen des Tierschutzhofes auswirken, kann Silke Fraune derzeit noch nicht einschätzen.

Adventskaffee am 27. November auf dem Tierschutzhof Dickel

Nach einer drei Jahre langen Durststrecke veranstaltet der Tierschutzhof Dickel am Sonntag, 27. November, wieder einen Adventskaffee. Von 11 bis 17 Uhr sind die Tore geöffnet. Auf die Besucher warten Informationsstände unter anderem vom Tierfriedhof Rosengarten und den Frettchenfreunden mit ihren kleinen Gefährten. Außerdem gibt es selbst gemachte Weihnachtsdekorationen, tierische und allgemeine Dekorationen, Tierkalender, Vogelkränze und vieles mehr – „natürlich alles zugunsten unserer Schützlinge“, so der Tierschutzhof. Im Haupthaus ist für Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen, Waffeln, Suppe und mehr gesorgt.

Um 14.30 Uhr beginnt in der Scheune ein Tiergottesdienst, zu dem auch die Besucherhunde gern gesehen sind, für 16 Uhr hat sich der Nikolaus angekündigt, der kleine Überraschungen für die Besucherkinder dabei hat.

Zudem werden die begehrten Tierschutzhof-Adventskränze verkauft. Sie können schon jetzt über die Homepage reserviert werden.

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