Mitgliederversammlung in den „Ratsstuben“

Lebenshilfe Grafschaft Diepholz: Strategie der stärkeren Vernetzung

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Annette Lüneburg, Torsten Freyer (Mitte) und Piet Hirtler informierten die Mitglieder der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz unter anderem über anstehende Projekte.

Rehden - Die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz mit ihren Zentren in Sulingen, Diepholz und Rehden setzt auf eine langfristige Strategie unter Berücksichtigung politischer und sozialer Einflussgrößen und will sich verstärkt auf Bedarfe der Klienten einstellen.

„Die Lebenshilfe heute muss differenzierter sein. Sie muss sich öffnen, aber auch den Erhalt bestimmter Sondereinrichtungen sichern“, sagte Geschäftsführerin Annette Lüneburg.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung, die in den „Ratsstuben“ in Rehden ausgerichtet wurde, bündelte der Vorstand mit Piet Hirtler als Vorsitzendem, seinem Stellvertreter Torsten Freyer und der Geschäftsführerin der Lebenshilfe gGmbH, Annette Lüneburg, Berichte, Finanzen, Projekte und Pläne.

Grundsätzlich positionierte sich die Lebenshilfe mit ihren heilpädagogischen Einrichtungen auf eine Strategie des „Roten Fadens“, also einer Vernetzung der Geschäftsführung, Bereichs- und Einrichtungsleitungen sowie verstärkten Schulungen für Leiter vor dem Hintergrund der geforderten Inklusion. Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung, Annette Lüneburg löste Anfang 2016 Michael Lensing ab, fand zunächst eine Arbeitssituationsanalyse durch die Berufsgenossenschaft statt.

Frage nach gewünschten Wohnformen

Auf der Seite der Klienten startete eine Bewohnerbefragung zur Wohnsituation und den gewünschten Wohnformen der Zukunft. „Damit fordern wir die Beteiligung von den Menschen mit Behinderungen in der Planung neuer Projekte“, erklärte Lüneburg. Mit der Kita am Müntepark an der Straße Willenberg in Diepholz wurde aus einer Sondereinrichtung eine Kita für Kinder mit und ohne Behinderung. Das bedeute letztlich ein Weg vom Institutionsdenken hin zur Abfrage bei den Menschen hinsichtlich ihrer Wohnbedarfe.

„Wir planen aktuell ein inklusives Wohnprojekt in Sulingens Innenstadt“, erläuterte Lüneburg. Dabei steht die Lebenshilfe in Verhandlungen mit der Telekom um das potentielle Grundstück. „Ein Bauen auf der grünen Wiese wird es nie mehr geben“, ergänzte sie. Die Rahmenbedingungen des Bundesteilhabegesetzes und der Inklusion beeinflussten die Entscheidung für „Mittendrin“.

Neubau geplant

Da derzeit Anfragen nacht Wohnen für Menschen mit Behinderungen überregional einliefen, plant die Lebenshilfe auch in Rehden einen Neubau mit 20 kleineren Einheiten mit Binnendifferenzierung. Und auch in Diepholz steht derzeit ein Ausbau an der Strothestraße auf dem Programm.

Auf eine Antwort auf die Frage, wann denn mit dem Wohnprojekt in Sulingen zu rechnen sei, wollte Lüneburg sich nicht festlegen. Georg Fricke antwortete aus dem Vorstand: „Lassen Sie uns ein Jahr weiter sein, dann wird es konkreter.“ Die zurückhaltende Antwort war dem Konkurrenzdruck gegenüber anderen Anbietern geschuldet.

Ein volles Jahr lag hinter der Lebenshilfe, mit der Berufsmesse, der Eröffnung einer eigenen logopädischen Praxis in Sulingen, dem zehnjährigen Bestehen von Hof Winkelmann, Teilnahmen an Sportveranstaltungen und die erstmalige Teilnahme am Event „Diakonie auf dem Markt“ in Sulingen. „Wir liegen nämlich nicht soweit auseinander, Kirche und Lebenshilfe, wir haben das gleiche Ziel“, benannte es Lüneburg. 

In kühlen Zahlen drückte sich ihre Arbeit in einem Jahresüberschuss von 163.000 Euro 2016 zu einem Minus von 22.000 Euro im Jahr 2015 bei der gGmbH aus. Der resultierte auch aus dem Einsatz von Lüneburg zur Nachbesserung durch die Kostenträger. „Überschüsse dürfen bei einer gemeinnützigen GmbH nur für die Reinvestierung genutzt werden“, so ihre Erläuterung.

Internetauftritt an Smartphones angepasst

Vorstandsvorsitzender Piet Hirtler berichtete unter anderem, dass der Internetauftritt der Lebenshilfe für Smartphones kompatibel gemacht werden soll. Zudem soll eine Vorlesefunktion eingerichtet werden. Der Vorstand möchte sich auch durch Schulungen weiter qualifizieren und so die eigene Arbeit verbessern.

Abschließend konnte er eine langbearbeitete Satzungsänderung samt einer Ergänzung mit großer Mehrheit beschließen lassen. Darin war eine Öffnungsklausel zur Einsetzung eines Vertreters bei zeitkritischen Entscheidungen prophylaktisch eingebaut. Die Versammlung forderte, dass sie über den möglichen Einsatz informiert wird und über Befugnisse abzustimmen hat.

Mit dem Hinweis auf einen vorweihnachtlichen Termin wurde die Mitgliederversammlung geschlossen. Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Dezember, veranstaltet die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz in den Nachmittagsstunden zum zehnten Mal den „etwas anderen Weihnachtsmarkt“ in der Sulinger Altstadt.

sbb

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