Stolperfallen vermeiden

Vortrag in Rehden: Thorsten Penno lehrt richtige Kommunikation im Beruf

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Kommunikationstrainer Thorsten Penno freute sich über einen gut gefüllten Ratssaal in Rehden. Die Zuhörer lauschten aufmerksam seinen Ausführungen, die er mit viel Witz und schauspielerischem Talent vermittelte. 

Rehden - Wie man nicht ins Stolpern bei der beruflichen Kommunikation gerät, richtig fragt, aktiv zuhört und damit auf dem besten Weg zu einer wertschätzenden und partnerorientierten Kommunikation kommt, dazu „saßen“ rund 100 Interessierte nach Dienstschluss am Donnerstag im Ratssaal in Rehden „nach“. Zu der Veranstaltung hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Diepholz in Kooperation mit Kreissparkassen und Volksbanken, den kreisangehörigen Städten und Gemeinden die Unternehmen der Region eingeladen.

Mit dem Kommunikationstrainer Thorsten Penno wurde die Veranstaltung für Trainer und Trainees fast zu einem Kabarett-Abend, denn Penno überzeugte mit Witz, schauspielerischem Talent und Interaktion. Kaum zu glauben, dass das Abendseminar damit schloss, dass die Teilnehmer nun wussten, was das Cocktailparty-Phänomen ist, was „Aküfi“ bedeutet, was Weichmacher und Killerphrasen in Gesprächen sind und wie die Zimmerpflanze „Ironi-e“ ihr Gift versprüht.

„Was glauben sie, warum die edlen Karossen von Opel ,Admiral‘ und ,Kapitain‘ hießen?“, will der Coach wissen. Das Publikum ist informiert: Das hat etwas mit Inwertsetzung zu tun. Genau um die Wertschätzung des Gegenübers ging es Coach Penno. „Nehmen sie sich Zeit und bemühen sie sich um aktives Zuhören. Auf keinen Fall ins Wort fallen und stellen sie offene Fragen.“ Letzteres führte er aus: „Wer offen fragt, das wusste schon Aristoteles, führt das Gespräch.“ Geschlossene Fragen werden meist mit Ja oder Nein beantwortet und sind eine Art Checkup. Es dauere lange, um zu Informationen zu kommen. Offene Fragen lenken und leiten, der Fragende erhält ausführliche Informationen und sie können ein Instrument der lösungsorientierten Konfliktbearbeitung sein. „Mit den W-Fragen liegen sie richtig, die kann ihr Gesprächspartner nicht kurz beantworten.“

Der Fachmann empfahl, vorsichtig und dosiert mit rhetorischen und suggestiven Fragen umzugehen. „In einem ausgewogenen Gespräch ist Zuhören so wichtig wie Sprechen.“ Gemeint: die eigene Meinung zurückhalten, sich auf den Gesprächspartner konzentrieren, Geduld zeigen, Blickkontakt halten und sich in die Situation des Partners versetzen. „Eine Technik ist zum Beispiel das Paraphrasieren. Das Wiederholen der Aussage des Dialogpartners mit eigenen Worten.“ Das führe zu eigenem Verstehen und bringe Zeit zum Antworten. „Außerdem zeigen sie, dass sie zugehört haben und es eröffnet sich die Möglichkeit der Korrektur bei Missverständnissen.“

Sieben wichtigste Tipps

Damit war er auch bereits bei seinen sieben wichtigsten Tipps im Gespräch angelangt: Tipp 1: Die richtige Fragetechnik, Tipp 2: Die Ansprache mit Namen, Tipp 3: Die Paraphrase, Tipp 4: Ich-Botschaften als gutes Mittel, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zu erreichen. Tipp 5: Sprachliches und körperliches Spiegeln des Partners. Tipp 6: Lebendige Sprache mit Vergleichen und plastischen Bildern. Tipp 7: Schwieriges auf Metaebene formulieren. „Was?“, stand in den Gesichtern der Zuhörer. „Das ist ganz einfach“, so der Coach. „Statt: Du hast etwas falsch verstanden, ich habe mich falsch ausgedrückt oder wir haben uns missverstanden, einfach unverfänglich ,Offensichtlich liegt hier ein Missverständnis vor‘ nutzen. Und alle sind fein raus.“ Die Auflösung der fachchinesischen Begriffe blieb der Trainer nicht schuldig: „,Aküfi‘, das ist ein Abkürzungsfimmel, das Cocktailparty-Phänomen ist der Trick mit der Namensansprache, um sofort die Aufmerksamkeit zu haben.“ Killerphrasen sollte man immer überhören und nie anwenden. „Und die Giftpflanze ,Ironi-e‘ pflegen sie besser nicht.“ Weichmacher waren nicht die im Spielzeug, sondern die „gummiartigen“ Worte „eigentlich“, „eventuell“ und „vielleicht“.

Für Fragen stand der Referent zur Verfügung und er kommt gerne wieder.  

sbb

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