Seele wichtig für Genesung des Körpers

Themenabend der Kirchengemeinden

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Zahlreiche Zuhörer und Referenten beschäftigen sich mit dem Zusammenhang von Glaube und Heilung aus Sicht der Religion und der Medizin.

Rehden - Glaube und Heilung aus Sicht der Kirche und der Medizin standen beim Themenabend im evangelischen Gemeindehaus in Rehden im Mittelpunkt. Rund 50 Interessierte waren gekommen, um den Ausführungen von Edith Siebel (Apothekerin aus Rehden), Heidrun Bloch (Netzwerkkoordinatorin und ehemalige Leiterin der ambulanten Pflege der DRK-Einrichtung in Rehden), Ralph Steinemann (Osteopath und Heilpraktiker in Rehden), Dr. Andreas Schlüsche (Hausarzt in Rehden), Dr. Stefan Bolte (Unfallchirurg im Klinikum Herford) und Klaus Priesmeier (Superintendent des Kirchenkreises Diepholz) zu folgen.

Pastor Dimitri Schweitz fungierte als Moderator und gab Diskussionsanstöße durch Kurzvideos und einleitende Fragen. Im Grunde sei es um die Frage einer seelischen Dimension bei der Bewältigung einer Krankheit gegangen, teilen die veranstaltenden Kirchengemeinden Rehden-Hemsloh und Barver mit. Die Podiumsgäste hätten sich dieser Frage von ihrer jeweiligen medizinisch-wissenschaftlichen, komplementärmedizinischen, pflegerischen, christlich-mitmenschlichen und theologischen Sicht genähert. Aus dem Publikum sei darauf hingewiesen worden, dass Andrew Still, der Begründer der Osteopathie, sowohl eine medizinische als auch religiöse Prägung erfahren habe.

Unausgesprochene Einigkeit herrschte laut Mitteilung darin, im Heilungsgeschehen dem Spirituellen beziehungsweise der Seele und damit der Seelsorge einen wichtigen Platz einzuräumen. Es wurde aber auch betont, Glaube, Religiosität und Spiritualität seien keine Medikamente, die eine Krankheit beseitigten, sondern Wege, die zu einem seelisch-geistlichen Heilwerden beitrügen und damit zur Bewältigung der Krankheit. Auch Jesus habe ja bei der Heilung körperlicher Gebrechen größten Wert auf Glauben und Sündenvergebung gelegt, also auf das Vorhandensein eines seelischen Einklangs, so die Kirchengemeinden.

Flammendes Plädoyer

In diesem Zusammenhang kam auch die Wirkung von Placebos zur Sprache. Der Einwand aus dem Publikum, ob da nicht auch Einbildung eine Rolle spiele, wurde aufgegriffen und insofern bejaht, als Illusionen nicht spezifisch für Religion, sondern ein Phänomen der Psychologie seien und somit etwas zutiefst Menschliches.

Im Zuge der Diskussion um die Notwendigkeit der Seelsorge wurde der Wunsch nach einer verstärkten Beteiligung der Kirche in dieser Hinsicht geäußert. Superintendent Priesmeier hielt laut Mitteilung ein geradezu flammendes Plädoyer dafür, die Kirche solle sich angesichts der überall greifbaren Unvollkommenheit in unserer Lebenswirklichkeit von dem Festhalten an starren Institutionen und Traditionen und von einem flauschigen Wohlfühlchristentum lösen zugunsten einer Rückbesinnung auf ihre eigentliche Aufgabe in Seelsorge und Verkündung des Wortes. Die Mediziner betonten demnach die eigene Verantwortung des Kranken für seine Krankheit und körperliche Genesung.

Es sei zu spüren gewesen, dass viele Zuhörer auch aus eigener Betroffenheit gekommen seien, heißt in der Mitteilung der Kirchengemeinden abschließend. Nach dem offiziellen Ende des Themenabends diskutierten demnach einige Gruppen noch engagiert weiter.

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