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Schutzzaun rettet Frösche im Rehdener Geestmoor vor dem Tod

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Von: Edgar Haab

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Jannik Bosse stellt das Projekt Amphibienschutzzaun des BUND Diepholzer Moorniederung entlang des Moordamms im Rehdener Geestmoor vor.
Jannik Bosse stellt das Projekt Amphibienschutzzaun des BUND Diepholzer Moorniederung entlang des Moordamms im Rehdener Geestmoor vor. © Haab

Amphibien gehen im Frühjahr auf Wanderung. Straßen bergen dabei eine besondere Gefahren für die Tiere. Um sie zu schützen, installierte der BUND Diepholzer Moorniederung nun Schutzzäune im Rehdener Geestmoor.

Rehden –Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres wecken nicht nur so manchen Menschen aus seiner Winterruhe. Auch Frösche und andere Amphibien tauen in ihrem Winterquartier auf und gehen auf Wanderung. Dabei müssen sie oft Straßen queren, so wie den Moordamm im Rehdener Geestmoor. Um die Tiere zu schützen und zu dokumentieren, errichtete der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Diepholzer Moorniederung auf einem 450 Meter langen Abschnitt im Naturschutzgebiet nun spezielle Zäune.

„Es ist der erste Versuch im Rehdener Geestmoor“, sagt Jannik Bosse, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim BUND Diepholzer Moorniederung. Zunächst wolle die Organisation herausfinden, in welchen Bereichen die stärkste Wanderbewegung der Amphibien stattfindet. Anschließend könnten im gesamten Verlauf des Moordamms Amphibienschutzzäune installiert werden.

Die Tiere suchen sich den leichtesten Weg

Der Gebietsbetreuer erklärt, was es mit dem niedrigen grünen Zaun auf sich hat: „Frösche und andere Amphibien, die auf ihrer Wanderung im Frühjahr von einem Gewässer zum nächsten den Moordamm überqueren wollen, werden durch den Zaun abgefangen. Die Tiere suchen sich den leichtesten Weg und gehen am Zaun entlang. Dabei fallen sie in einen der Eimer, die als Sammelbehälter in die Erde gelassen sind.“

Zum Schutz vor Vögeln sind über den Eimern Kappen angebracht. Falls sich eine Maus in einen der Eimer verirren sollte, gibt es in jedem Behälter eine Aufstiegshilfe in Form eines Stockes.

Tägliche Kontrollen - auch am Wochenende - sind nötig

Der Vorteil eines Schutzzaunes sei die schnelle und einfache Installation. Jedoch bedarf es täglicher Kontrollen – auch am Wochenende. „Eine andere Möglichkeit wäre Tunnel unter dem Moordamm zu graben, damit die Amphibien sicher von A nach B kommen“, so Bosse

Einmal täglich untersucht ein Mitarbeiter des BUND den Zaun und die Eimer. Die Tiere, die vor allem nachts auf Wanderung gehen und „ins Netz gegangen sind“, werden dokumentiert und sicher auf der anderen Straßenseite wieder in die Freiheit entlassen.

Moorfrösche gehören zu den streng geschützten Arten

Ein Moorfrosch, der auf seiner Wanderung in einen der Eimer des Amphibienschutzzaunes gefallen ist.
Ein Moorfrosch, der auf seiner Wanderung in einen der Eimer des Amphibienschutzzaunes gefallen ist. © Bosse

Vor allem auf die Moorfrösche, die im Rehdener Geestmoor beheimatet sind, habe es das Team des BUND abgesehen: „Der Moorfrosch ist eine streng geschützte Art und hat hier seine südlichste Verbreitungsgrenze. Beide Seiten der Straße sind durch die Tiere belebt“, so Bosse

Von Mitte März bis Mitte April sei die Hauptwanderungszeit der Amphibien. Dann könnten sich schon mal bis zu 500 Exemplare in den Eimern verteilt befinden, schätzt Bosse. Neben dem Moorfrosch, erwarte der wissenschaftliche Mitarbeiter auch Grasfrösche und Teichmolche anzutreffen.

Bosse kritisiert den Moordamm

Ohne die Arbeit der Mitarbeiter des BUND würden viele der Tiere überfahren werden. Allein der Sog, den ein vorbeifahrendes Auto erzeugt, reiche aus, um den Tieren am Straßenrand lebensbedrohliche Verletzungen zuzufügen, erklärt Bosse. Gerade zu den Stoßzeiten morgens und abends sei der Moordamm stark befahren. Autofahrer würden sich kaum an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

Generell kritisiert der Gebietsbetreuer, dass eine Straße durch das Naturschutzgebiet Rehdener Geestmoor führt. Bosse appelliert dafür, im Bereich der Amphibienzäune „so langsam wie möglich“ zu fahren.

Neben dem vorgestellten Artenschutz-Projekt kümmere sich der BUND Diepholzer Moorniederung im Rehdener Geestmoor um den Schutz des gesamten Lebensraumes. Hierzu gehören neben Maßnahmen zur Wassererhaltung auch das jährliche Entkusseln des Moores.

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