Annette und Wilhelm Schröder aus Hemsloh suchen Paten für eine Bienenweide

Schlaraffenland für Insekten statt Kartoffeln

Annette und Wilhelm Schröder aus Hemsloh möchten auf einer ihrer Ackerflächen eine Bienenweide einsäen. Foto: Schröder

Hemsloh - Von Melanie Russ. Bunt und lebendig soll es im kommenden Sommer auf der 70 000 Quadratmeter großen Ackerfläche am Hemsloher Kirchweg zugehen, auf der das Ehepaar Wilhelm und Annette Schröder bislang Kartoffeln und Korn angebaut hat. Mit finanzieller Unterstützung von Bürgern und Firmen, die Patenschaften übernehmen können, möchte das Paar dort eine Bienenweide ansäen, auf der Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten bis zu drei Jahre lang Nahrung und Unterschlupf finden.

Wilhelm und Annette Schröder führen ihren landwirtschaftlichen Ackerbaubetrieb in Hemsloh bereits seit etwa 30 Jahren und haben sich auf den Kartoffelanbau spezialisiert. Einen kleinen Teil ihrer Ernte vertreiben sie seit einigen Jahren per Hofverkauf – vorwiegend an Kunden aus der näheren Umgebung, die es wertschätzen, genau zu wissen, woher ihre Nahrung kommt.

Gemeinsam mit den Menschen der Region möchten sie nun das Projekt Bienenweide angehen. „Wir haben uns angeregt durch viele Gespräche und Informationen aus den Medien dazu entschlossen, uns für den Erhalt der Bienen- und Insektenwelt einzusetzen“, berichtet Annette Schröder. Die ersten Überlegungen dazu begannen bereits Anfang vergangenen Jahres. Sie habe in einer Fachzeitschrift von drei Kartoffelanbauern gelesen, die sich zusammengetan haben, um gemeinsam eine große Bienenweide anzulegen, so Schröder. „Ich fand das eine tolle Sache.“

„Wir sind verpflichtet, drei Kulturen anzubauen. Ich bin aber gar nicht daran interessiert, Korn oder Mais anzubauen“, erläutert sie. Viel lieber würden sie und ihr Mann Bienen und anderen Insekten etwas Gutes tun. Ob tatsächlich die gesamten sieben Hektar in eine Bienenweide verwandelt werden, hängt davon ab, wie viele Menschen mitmachen.

Privatleute können eine Patenschaft für eine Fläche von mindestens 100 Quadratmetern übernehmen, für Firmen liegt die Mindestgröße bei 2000 Quadratmetern. Die Patenschaft beginnt, wenn der Geldbetrag, 50 Euro je 100 Quadratmeter beziehungsweise 1000 Euro je 2000 Quadratmeter, überwiesen ist. Jeder Pate erhält eine Urkunde. Die Patenschaft läuft über maximal drei Jahre, denn so lange steht die Fläche am Hemsloher Kirchweg zur Verfügung.

Das muss allerdings nicht das Ende des Projekts sein. Eine entsprechende Unterstützung durch Paten vorausgesetzt, könne auf einer anderen Fläche eine neue Bienenweide angelegt werden, so Schröder. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst mal ist das Ehepaar gespannt, wie sein Vorhaben bei Naturfreunden in der Region ankommt. Die ersten sieben Interessenten, darunter drei Firmen, hätten bereits fest zugesagt, berichtet Annette Schröder. Mit weiteren sei sie im Gespräch. Sie hofft, dass auch möglichst viele Privatleute mitmachen. Wer Interesse hat, kann sich bis spätestens 31. März bei Familie Schröder melden.

Bezüglich der Umsetzung und der Wahl der Blühmischung ist das Paar derzeit im Austausch mit der Landwirtschaftskammer und dem Beratungsring in Sulingen. Eingesät werden soll im April oder Mai, die Blüte soll bis in den Herbst hinein dauern.

Wer sich über die Entwicklung der Bienenweide informieren möchte, kann einen Blick auf die Internetseite der Schröders werfen, auf der regelmäßig neue Fotos und Informationen veröffentlicht werden sollen, oder sich die bunt blühende Fläche bei einem Spaziergang oder einer Fahrradtour entlang des Hemsloher Kirchwegs in natura anschauen. Außerdem ist einmal im Jahr ein Sommerfest geplant, bei dem alle Paten zusammentreffen und die Bienenweide gemeinsam besuchen können.

Kontakt

Mail: schroeder-hemsloh@

t-online.de

Telefon: 0160/93811497 (ab 18 Uhr)

www.bienenweide-patenschaft.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Von Black Power bis George Floyd: Sport als politische Bühne

Von Black Power bis George Floyd: Sport als politische Bühne

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Wolle, Wärme und Wandern im Sarntal

Wolle, Wärme und Wandern im Sarntal

Donald Trump fordert Gouverneure zum Durchgreifen auf

Donald Trump fordert Gouverneure zum Durchgreifen auf

Meistgelesene Artikel

Kulturprogramm in Bassum fällt flach: Schwere Zeiten für Programm-Beauftragte Claudia Voss

Kulturprogramm in Bassum fällt flach: Schwere Zeiten für Programm-Beauftragte Claudia Voss

Sulinger Freizeitbad öffnet Samstag: Strenges Hygienekonzept vorgestellt

Sulinger Freizeitbad öffnet Samstag: Strenges Hygienekonzept vorgestellt

Schwimmen an Silbersee und Steller See in Stuhr bis voraussichtlich Mitte Juli verboten

Schwimmen an Silbersee und Steller See in Stuhr bis voraussichtlich Mitte Juli verboten

Seit zehn Wochen keine Einnahmen: Wann endlich wieder ins Kino?

Seit zehn Wochen keine Einnahmen: Wann endlich wieder ins Kino?

Kommentare