Vorfreude und ein bisschen Wehmut

Rehdener Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch nimmt nach 20 Jahren Abschied

Seinen Schreibtisch im Rathaus räumt Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch erst am Wochenende leer. Auf seinen Ruhestand freut er sich zwar, ganz leicht fällt ihm der Abschied trotzdem nicht.
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Seinen Schreibtisch im Rathaus räumt Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch erst am Wochenende leer. Auf seinen Ruhestand freut er sich zwar, ganz leicht fällt ihm der Abschied trotzdem nicht.

Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch verabschiedet sich nach 20 Jahren im Amt in den Ruhestand.

Rehden – Wenn Hartmut Bloch aus dem Fenster seines Büros im ersten Stock des Rehdener Rathauses blickt, dann sieht er vieles, was vor 20 Jahren, als er das Amt des Samtgemeindebürgermeisters antrat, noch nicht da war. Er hat viel bewegt in den zwei Dekaden als Verwaltungschef, hat die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden gemeinsam mit den Räten deutlich sichtbar verändert: Mehr Einwohner, mehr Arbeitsplätze, gewachsene Infrastruktur und üppig gefüllte Sparbücher sind seine Bilanz. So kann der 66-Jährige seinen Posten am 31. Oktober mit einem guten Gefühl räumen. Offiziell verabschiedet wurde er bereits am Donnerstagabend.

Auch wenn es seine eigene Entscheidung war, nicht erneut zu kandidieren – ganz leicht wird der Abschied nach so langer Zeit für ihn nach eigener Aussage nicht. „Das wird mir schon schwerfallen, weil mein Leben ja auf diese Funktion ausgerichtet war“, sagt Bloch, für den es jetzt quasi von hundert auf null geht. Denn seine letzten Tage im Amt hat er bewusst nicht entspannt ausklingen lassen, sondern mit vielen Terminen gefüllt, um noch nicht zu viele Gedanken an den bevorstehenden Ruhestand zu verschwenden. „Das war ein Fulltime-Job. Das Privatleben ist da an der ein oder anderen Stelle auch zu kurz gekommen“, blickt er zurück. „Ich habe die Aufgabe als Verwaltungschef in den vergangenen 20 Jahren aber immer gerne wahrgenommen“, betont Bloch.

Viele öffentliche Veranstaltungen konnte er gemeinsam mit seiner Frau Heidrun besuchen, die als langjährige Pflegedienstleiterin des ambulanten Pflegedienstes des DRK in Rehden ebenfalls bestens bekannt ist. „Das hat uns viel Freude gemacht“, erinnert sich Hartmut Bloch.

Jetzt freut er sich am meisten auf ein Leben ohne Terminkalender, auf mehr Zeit für seine Hobbys Lesen und Fahrrad fahren und für spontane Besuche bei den Enkelkindern in Münster. Langweilig wird es ihm in den ersten Wochen sicher nicht werden, denn im heimischen Arbeitszimmer sei einiges liegen geblieben.

Und was wird er vermissen? „Insbesondere die Kollegen“, sagt Hartmut Bloch und hebt die familiäre Atmosphäre im Rathaus hervor. Das homogene Zusammenwirken mit der Politik werde ihm ebenfalls fehlen. Eine gute Kommunikation zwischen der Verwaltung und den sechs Räten sei ihm immer sehr wichtig gewesen. „Es gibt eine sehr hohe Vertrauensbasis zwischen der Verwaltung und den Räten. Das ist für das Zusammenwirken sehr wichtig.“

Auf die vergangenen 20 Jahre blickt der 66-Jährige insgesamt zufrieden zurück. „Es ist ein schönes Gefühl, dass sich die Samtgemeinde so positiv entwickelt hat.“ Die Einwohnerzahl sei seit 2001 von 5800 auf 6400 gestiegen, die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten von 650 auf mehr als 1700, rechnet er vor. Die Gemeinde Rehden ist mit Discounter, Gesundheitszentrum, Seniorenzentrum, Oberschule und großer Turnhalle ein echtes Grundzentrum geworden, und auch die übrigen Mitgliedsgemeinden haben sich positiv entwickelt. „Wir haben eigentlich permanent jedes Jahr gebaut“, so Bloch.

„Als ich angefangen habe, haben wir überlegt, wie es gelingen kann, dass die Samtgemeinde wieder wächst“, erinnert er sich. Ein Schlüssel waren für ihn die Fortsetzung der Wohnungsbaupolitik und Förderprogramme für bauwillige junge Familien, Altbausanierung und seniorengerechte Umbauten, ein weiterer die Erweiterung der Gewerbegebiete. Beides hatte auch zum Ziel, durch steigende Steuereinnahmen langfristig mehr Geld in die zu seinem Dienstantritt leeren Kassen zu spülen. Denn die Gemeinden hatten zum Teil Probleme, ihre Haushalte auszugleichen.

Danach gefragt, was er nicht umsetzen konnte, fallen Hartmut Bloch nur zwei Dinge ein: die Ortsumgehung Rehden/Wetschen („Aber das hatten wir auch nicht selbst in der Hand.“) und im vergangenen Jahr die Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde, die an der Ablehnung Dickels gescheitert war. Aber letzteres sei eine demokratische Entscheidung gewesen, die man akzeptieren müsse, betont der scheidende Samtgemeindebürgermeister. „Ich habe dann auch sofort umgeschaltet und gesagt, dass wir auf keinen Fall nachkarten dürfen.“

Und was wünscht er seinem Nachfolger Magnus Kiene, der am Montag in sein Büro einziehen wird? „Dass er das notwendige Quäntchen Glück hat, dass man braucht, damit sich die Samtgemeinde weiterhin gut entwickeln kann.“

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