Rehdener „Weihnachtszauber“ startet mit Varieté

Gelungener Auftakt in buntes Wochenende

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Conferencier mit vielen Facetten: Monsieur Agon wusste mit seiner Akustik-Jonglage Geschichten zu erzählen.

Rehden - Von Anja Schubert. „Man staunt, klatscht und macht vor Freude ‚Aaah’“ – was angesichts vorweihnachtlicher Varieté-Verzauberung zu tun ist, daran lässt Monsieur Agon bei seiner Einschwörung des Publikums keinen Zweifel.

Das war am Freitagabend in Rehden nicht anders, denn als Conferencier des „Weihnachtsvarietes“ zum Auftakt des dreitägigen Eventwochenendes in der fast vollbesetzten Rehdener Sporthalle verstand er es, mit französischem Charme Publikum und Akteure gekonnt durch den Abend zu führen. Beeindruckende Artistik, ungewöhnliche Jonglagen, verrückte Ideen und unverwechselbarer Wortwitz gaben sich mit Theater, Comedy, Gedichten und Musik zur Weihnachtszeit die Klinke in die Hand und sorgten mit zweieinhalb Stunden Programm für abwechslungsreiche Stunden.

Als „Herr der Bälle“ wusste Agon akustisch, illusorisch und mit Lichterspielen ganze Geschichten zu erzählen – wie die von den Heiligen drei Königen oder dem Tanz der Sterne zum verträumten Ausklang des Abends.

Waren „Ost- und Westkurve“ der Sporthalle erst einmal in Wallung gebracht, ging es zweieinhalb Stunden zunächst alles andere als ruhig und besinnlich zu. Denn nicht minder quirlig zeigten sich die Comedians „Dirk & Daniel“, alias „Herr Tidenhub“ und „Herr Sprüngli“, zwei Charaktere, wie sie nicht nur optisch unterschiedlicher nicht sein konnten.

Weihnachtsvariete in Rehden

Das Duo strapazierte mit seinem Aberwitz die Lachmuskeln der Zuschauer aufs heftigste. Berührungsängste waren bei der Oldenburgischen Antwort auf die „Paare der Weltgeschichte“, Fehlanzeige. Ihre Opfer aus dem Publikum hatten keine Chance, sich dem Rampenlicht zu entziehen. Insbesondere Gerhard Lanz stand der Schweiß auf der Stirn, als er mehrere minutenlang im Keulenhagel der beiden treffsicheren Jongleure ausharren musste.

Bei Hochradartistik und Akrobatik waren zudem gleich drei kräftige Helfer aus dem Publikum gefragt, die an diesem Abend als „Rehdener Musketiere“ in die Annalen der Geschichte eingingen.

Wandlungsfähig zeigte sich auch Sonni Maier mit ihrer Ein-Frau-Show „Engelalarm“. Unterstützt wurde sie von Uta (Gesang) und Mark Wiedersprecher (Klavier), die mit bekannten, jazzig interpretierten, Weihnachtsliedern für musikalische Umrahmung sorgten. Ob als alte Frau, deren Wunschzettel statt beim Christkind beim Finanzamt landet oder in einer Doppelrolle als Engel in der Kommandozentrale und Engel-Azubine: Rotschopf Maier begeisterte mit ihrer spritzigen, herzerfrischenden Art – wobei das Sinnieren über eventuelle Hamas-Sicherheitsrisiken in Form von Maria mit Kopftuch sowie das geplante Entsenden von Engel-Hundertschaften zur Sicherung der Ankunft des Allmächtigen auf der Erde angesichts der jüngsten Terrorereignisse einen leicht grenzwertigen Beigeschmack bekam. „Steigerungsfähig“, kommentierten einige Gäste in der Pause das Bühnengeschehen in der ersten „Halbzeit“. „Es hat sich nach und nach gesteigert, vielleicht kommt ja in der zweiten Hälfte die Durchzündung“, hoffte auch Daniela Buschau, die mit ihrer Clique den Abend genoss. Der Applaus zum großen Finale ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass man sich gut amüsiert hatte.

Zum Bühnenprogramm sorgten zudem Getränke und ein kleiner Imbiss für eine Stärkung in geselliger Runde. Alles in allem erlebten die Besucher einen gelungenen Abend, der als Einstimmung auf das Heilige Fest einen neuen Glanzpunkt im Rehdener Weihnachtszirkus setzte. Auch die bayerische Weihnacht mit Stefanie Stern und den Steinsbergern am Samstagabend sowie die Kinderweihnacht-Mitmach-Show der Jojos am Sonntag (Berichte folgen) fanden ihre Fans und begeisterten. Der Erlös aus dem dreitägigen Veranstaltungswochenende kommt wie gehabt der Kinder- und Jugendarbeit in der Samtgemeinde Rehden zu Gute.

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